Ambitioniertes Remake von Mike Hodges düsterem Kultklassiker "Jack rechnet ab". http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf30/b0130995/b150x150.jpg Get Carter - Die Wahrheit tut weh

Filmdetails

Get Carter - Die Wahrheit tut weh

Ambitioniertes Remake von Mike Hodges düsterem Kultklassiker "Jack rechnet ab".


Get Carter - Die Wahrheit tut weh
Start: 16.08.2001

Originaltitel: Get Carter

Thriller

USA 2000
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Sylvester Stallone
Miranda Richardson
Rachael Leigh Cook

Regie: Stephen Kay
Verleih: Warner

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Geldeintreiber Jack Carter kehrt zur Beerdigung seines Bruders in seine Heimatstadt Seattle zurück, wo er von der Witwe und seiner Nichte Doreen nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Er glaubt, dass sein Bruder ermordet wurde und stellt Nachforschungen an. Diese führen ihn zu seinem ehemaligen Kollegen, der ein Internet-Pornoimperium betreibt, und einem Computer-Milliardär.


Kritik

Get Carter - Die Wahrheit tut weh

Drei Jahre nach seiner bemerkenswerten Rolle in der Indie-Crimestory "Copland" meldet sich Sylvester Stallone als gestrauchelter Racheengel in dem Actiondrama "Get Carter" zurück. Dabei handelt es sich um ein Remake von Mike Hodges düsterem Kultklassiker "Jack rechnet ab" aus dem Jahr 1971 mit Michael Caine als Titelantiheld, der hier in einer kleinen Nebenrolle auftritt. Die ambitionierte, jedoch nur bedingt überzeugende Neuadaption bescherte dem angrauenden Action-Rambo in den USA mit 6,7 Mio. Dollar eines seiner bislang schwächsten Openings.

Das Drehbuch von David McKenna ("American History X") basiert auf dem 1970 erschienenen Roman "Jack's Return Home" von Ted Lewis und verpflanzt das Geschehen von der englischen Provinz ins regentriefende Bill-Gates-Country von Seattle. Während der Grundriss des Plots erhalten blieb, wurden die damals als relativ drastisch angesehenen Sexszenen des Originals weitgehend eliminiert und die nihilistische Gewalt in den Hintergrund gedrängt. Titelfigur Jack Carter ist ein schlagkräftiger Geldeintreiber für einen großen Unterweltboss in Las Vegas, der sich zur Beerdigung seines angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Bruders nach Seattle begibt. In seiner Heimatstadt wird er von der Witwe (Miranda Richardson) und seiner Nichte Doreen (Rachael Leigh Cook aus "Eine wie keine") nicht gerade mit offenen Armen empfangen, da er jahrelang nichts von sich hören ließ. Carter ist davon überzeugt, dass sein Bruder ermordet wurde und stellt umgehend Nachforschungen an. Diese führen ihn zu seinem ehemaligen Kollegen Cyrus Paice (Mickey Rourke im ferngesteuertem Bad-Boy-Modus), der jetzt ein florierendes Internet-Pornoimperium betreibt, und dem Computer-Milliardär Jeremy Kinnear (Alan Cummings einmal mehr als rückgratlose Memme). Carter macht sich im Rundumschlag extrem unbeliebt und hat alsbald auch noch die Schergen seines Arbeitgebers auf dem Hals, da er sich ohne Erlaubnis abgeseilt hat. Doch als er die ganze Tragweite des Todes seines Bruders erfasst, wird er zum "Judge Dredd" im silber glänzenden Designeranzug, zum gnadenlosen Vollstrecker.

Regisseur Stephen Kay ("Mod Squad") nähert sich der wohlbekannten Story vom Berufskriminellen mit harter Schale und weichem Herz, der im Zuge seines Rachefeldzugs mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert wird, mit diversen visuellen Spielereien wie Verzögerungseffekten und unkonventionellen Bildkompositionen, um der "Payback"-Variante ein hippes und modernes Flair zu verleihen. Doch oftmals wirkt gerade das auffallend kalkuliert und verleiht dem schwermütigen Rachethriller im ausgewaschenen Deprolook einen prätentiösen Anstrich. Bei den Actionsequenzen verlässt sich der junge Filmemacher hingegen auf erprobten Routinestandard - er setzt auf rabiate Faustkämpfe (das blutige Match zwischen "Rocky" und dem ehemaligen Profiboxer Rourke bildet ein interessantes Highlight), relativ moderaten Schusswaffengebrauch und die obligatorischen Autoverfolgungsjagden. Die emotionale Interaktion zwischen Stallone und Cook soll dem Film sein gefühlvolles Herzstück geben, doch mutet ihr Rapport bestenfalls seltsam hölzern-hohl an. Die traditionell treueren europäischen Fans werden Stallone vermutlich mit größerer Begeisterung bei seinen Aufräumungsarbeiten begleiten. Inwiefern ein Einspiel auf dem Niveau von "Demolition Man" oder "The Specialist" möglich ist, muss sich zeigen. ara.

Get Carter - Die Wahrheit tut weh

Darsteller:  Sylvester Stallone   als Jack Carter
  Miranda Richardson   als Gloria
  Rachael Leigh Cook   als Doreen
  Alan Cumming   als Jeremy Kinnear
  Mickey Rourke   als Cyrus Paice
  John C. McGinley   als Con McCarty
  Rhona Mitra   als Geraldine
  Johnny Strong   als Eddie
  John Cassini   als Thorpey
  Garwin Sanford   als Les Fletcher
  Sir Michael Caine   als Cliff Brumby
  Gretchen Mol   als Audrey
 
Regie:  Stephen Kay  
Drehbuch:  David McKenna  
Produzent:  Mark Canton  
  Elie Samaha  
  Neil Canton  
Koproduzent:  Dawn Miller  
  James Holt  
  John Goldstone  
Ausf. Produzent:  Andrew Stevens  
  Don Carmody  
  Bill Gerber  
  Ashok Amritraj  
  Steve Bing  
  Arthur Silver  
Buchvorlage:  Ted Lewis  
Kamera:  Mauro Fiore  
Schnitt:  Jerry Greenberg  
Musik:  Tyler Bates  
Produktionsdesign:  Charles Wood  
  Helen Jarvis  
Kostüme:  Julie Weiss  
Ton:  Eric J. Batut  

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