Gefühlvolles Drama um ein zwölfjähriges Mädchen, das in einem Township lebt und die Verantwortung für die jüngeren Geschwister übernimmt. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto41/10410030/b150x150.jpg Geliebtes Leben

Filmdetails

Geliebtes Leben

Gefühlvolles Drama um ein zwölfjähriges Mädchen, das in einem Township lebt und die Verantwortung für die jüngeren Geschwister übernimmt.


Geliebtes Leben
Start: 12.05.2011

Originaltitel: Life, Above All

Drama / Jugend

Deutschland/Südafrika 2010
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Khomotso Manyaka
Keaobaka Makanyane
Lerato Mvelase

Regie: Oliver Schmitz
Verleih: Senator

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Inhalt

Die zwölfährige Chanda wächst im ländlichen Township Elandsdoorn auf. Als ihre erst einjährige Schwester stirbt, der Vater verschwindet und die Mutter schwer erkrankt, muss sie allein für ihre beiden jüngeren Geschwister sorgen. Chanda will nichts mit dem Hokuspokus des Wunderheilers zu tun haben, stattdessen sucht sie einen Arzt, der sich um die Mutter kümmern kann, und sie spricht aus, um welche Krankheit es sich handelt: Aids. Ein Tabubruch. Ihre Nachbarn meiden sie, nur ihre Freundin, eine Gelegenheitsprostituierte, hält zu ihr.


Kritik

Geliebtes Leben

Ein Mädchen kämpft in Afrika für den Zusammenhalt der Familie und bricht in ihrem Dorf das Schweigen über Aids.

Kampf gegen Aids, in Afrika ein fast verlorener Kampf. Eine Allianz von Aberglaube, Nichtwissen und Verdrängen verhindert Aufklärung. In diese diffizile Gemengelage führt Oliver Schmitz' bewegende Adaption des internationalen Romanerfolgs "Worüber man nicht spricht" von Allan Stratton, der den Aids-Waisen eine Stimme verleiht. Schauplatz des Familiendramas, das die Realität von Aids, Schweigen und Scham darüber nicht verheimlicht, ist Südafrika. Der in Kapstadt als Kind deutscher Einwanderer geborene Schmitz, verjüngte die Buchheldin, um mit einer bestimmten Unschuld erzählen zu können und wagte es, in der unbekannten Pedi-Sprache zu drehen, was dem Film Fremdheit und Authentizität verleiht.

Wie ein zwölfjähriges Mädchen in einem ländlichen Township Verantwortung für ihre Familie übernimmt, sich im Dorf durchsetzt und unbequeme Fragen stellt, das ist lebensbejahendes Gefühlskino. Als ihre erst einjährige Schwester stirbt, der Vater verschwindet und die Mutter schwer erkrankt, sorgt sie für ihre beiden jüngeren Geschwister. Im Dorf wird getuschelt, die Nachbarn machen einen großen Bogen um sie, nur ihre Freundin, eine Gelegenheitsprostituierte, hält zu ihr. Als sich das Mädchen dem Hokuspokus eines Wunderheilers widersetzt, das Unwort Aids ausspricht und eine Ärztin für die Mutter findet, gerät die kleine Welt endgültig in Aufruhr. Aber der Bann ist gebrochen.

Oliver Schmitz erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die durch Tabus und Vorurteile belastet wird aus dem Blickwinkel einer Heranwachsenden und spricht damit ein junges Publikum an, aber nicht nur. Dabei rückt er auch das übliche in den Medien verbreitete Afrikabild von Hunger und Armut zurecht, verzichtet auf Stereotypen und erzählt von ganz normalen Menschen, die in ihrem kleinen Kosmos über die Runden kommen. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, was den Realitätsbezug noch einmal unterstreicht. Nicht nur aus künstlerischen, sondern auch aus praktischen Erwägungen arbeitete Bernhard Jasper mit der Handkamera, um den Laiendarstellern folgen zu können, in einem Mix aus epischen und dokumentarischen Bildern bringt er die großartige Natur zur Geltung.

"Geliebtes Leben" ist kein "Opfer-Film". Auch wenn Aids nicht explizit im Mittelpunkt steht, werden die Folgen der Immunschwäche auf den Zusammenhalt der Gemeinschaft offenbar, die Vorurteile gegenüber HIV-Infizierten und Gettoisierung. Vor allem geht es um die Entwicklung des Mädchens und ihren Reifeprozess und damit bekommt der anrührende Film universellen Charakter. mk.

Geliebtes Leben

Darsteller:  Khomotso Manyaka   als Chanda
  Keaobaka Makanyane   als Esther
  Lerato Mvelase   als Lilian
  Harriet Manamela   als Mrs. Tafa
  Aubrey Poolo   als Jonah
  Thato Kgaladi   als Soly
  Mapaseka Mathebe   als Iris
  Tinah Mnumzana   als Tante Lizbet
  Patrick Shai   als Dr. Chilume
  Mary Twala   als Mrs. Gulubane
  Themba Ndaba   als Mr. Selalame
 
Regie:  Oliver Schmitz  
Drehbuch:  Dennis Foon  
  Oliver Schmitz  
Produzent:  Oliver Stoltz  
Koproduzent:  Thomas Reisser  
  Greig Buckle  
  Dan Schlanger  
Ausf. Produzent:  Helge Sasse  
Buchvorlage:  Allan Stratton  
Kamera:  Bernhard Jasper  
Schnitt:  Dirk Grau  
Musik:  Ali N. Askin  
Produktionsdesign:  Christiane Rothe  
Kostüme:  Nadia Kruger  
Maske:  Raine Edwards  
Ton:  Ivan Milborrow  
Casting:  Moonyeenn Lee  

Russell Crowe trifft Oliver Schmitz: Globaler Dialog in Cannes

Cannes - In einer Woche startet das 63. Festival de Cannes (12. bis 23. Mai) und damit das Schaulaufen auf dem wohl prestigeträchtigsten roten Teppich jenseits der Oscarverleihung. In diesem Jahr präsentiert das Festival einen Mix aus Veteranen und Newcomern.

Großansicht Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Das diesjährige Festivalprogramm zeige, dass Kino nicht nur ein Dialog zwischen Europa und Amerika sei, sondern eine globale Kunstform, erklärte Festivalchef Thierry Frémaux auf der großen Festival-Pressekonferenz. Eine elegante Umschreibung der Tatsache, dass die USA in diesem Jahr an der Croisette ungewohnt unterrepräsentiert sind.

Lange hatte das Festival gehofft, den neuen Film von Kritikerliebling Terrence Malick ("Der schmale Grat") zu zeigen. "The Tree of Life" war dem Festival bereits in einer Work-in-Progress-Fassung gezeigt worden. Doch der Publicity-scheue Regisseur hat sich dann doch dazu entschlossen, in den Schneideraum zurückzukehren und seine Teilnahme abgesagt. Im Wettbewerb läuft nun nur eine einzige US-Produktion - "Fair Game" von "Bourne Identität"-Regisseur Doug Liman. Ein Politthriller mit Naomi Watts als CIA-Agentin, der die dunklen Seiten der Macht beleuchtet.

Statt amerikanischer finden sich im Wettbewerb nun vor allem Regisseure aus Europa und Nordafrika, aus dem nahen und fernen Osten, so zum Beispiel Takeshi Kitano, der mit "Outrage" zu seinen Yakuza-Thriller-Wurzeln zurückkehrt. Das Gastgeberland Frankreich ist wieder prominent vertreten. So unternimmt Starschauspieler Mathieu Amalric mit "Tournée" seinen dritten Ausflug ins Regiefach und spielt in der Komödie auch gleich die Hauptrolle: einen Theaterproduzenten, der ein Comeback mit einer Burlesque Show feiert.

Als Geheimtipp wird "Des Hommes et des Dieux" gehandelt, der neue Film von Xavier Beauvois über eine Gruppe von christlichen Mönchen im Maghreb, die nach Jahrzehnten des friedvollen Miteinanders mit der muslimischen Bevölkerung eines Tages unverhofft in den Konflikt mit islamischen Fundamentalisten gerät.

Bilder zu "Robin Hood"

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Alejandro González Iñárritu, der mexikanische Meister des kunstvoll verschachtelten Episodenkinos, holte mit "Babel" vor vier Jahren den Regiepreis. Jetzt ist er mit "Biutiful" erneut im Rennen um die Goldene Palme. Spaniens Superstar Javier Bardem glänzt als Drogendealer in Barcelona, der einen alten Freund wieder trifft, der inzwischen - so will es das Schicksal - Polizist geworden ist. Mike Leigh ist ein langjähriger Cannes-Gast. Mit "Lügen und Geheimnisse" gewann er 1996 die Goldene Palme. Jetzt kehrt er mit "Another Year" zurück - ein leises Drama, das ein Jahr im Leben eines älteren Paares (Lesley Manville und Jim Broadbent) erzählt.

Die wunderbare Charlotte Gainsbourg, die im Vorjahr für ihre waghalsige Rolle in "Antichrist" ausgezeichnet wurde, ist in diesem Jahr mit "The Tree" mit von der Partie. In der Verfilmung von Judy Pascoes Roman "Die Geschichte vom großen Baum" spielt Gainsbourg eine Frau und Mutter einer kleinen Tochter, die mit dem Tod ihres Mannes fertig werden muss. Regisseurin Julie Bertuccelli ist in diesem Jahr die einzige Frau im Wettbewerb - ihr Werk läuft als Abschlussfilm jedoch außer Konkurrenz.

Außer Konkurrenz präsentiert das Festival drei prominente US-Produktionen: "Robin Hood", der das Erfolgsduo Ridley Scott und Russell Crowe nach "Gladiator" erneut für ein historisches Abenteuer vereint, wurde als Eröffnungsfilm ausgewählt. Eine beeindruckend düstere Neuerzählung der klassischen Geschichte um den legendären Bogenschützen aus dem Sherwood Forest - der nur einen Tag nach der Cannes-Premiere offiziell anläuft.

Bilder zu "Wall Street - Geld schläft nicht"

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Während Robin Hood sich für die Armen einsetzt, geht es den Protagonisten in Oliver Stones "Wall Street - Geld schläft nicht" dagegen um den schnellen Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste. Michael Douglas kehrt 22 Jahre nach dem ersten "Wall Street"-Film in den Börsen-Kosmos zurück mit seiner Paraderolle als Gordon Gecko, der mächtig Eindruck auf den ambitionierten Börsen-Neuling Jacob (Shia LaBeouf) macht.

Eine Rückkehr an die Croisette gibt es auch für einen weiteren New Yorker Regisseur: Altmeister Woody Allen präsentiert seinen in London angesiedelten Beziehungsreigen "You Will Meet a Tall Dark Stranger", eine starbesetzte Komödie mit Antonio Banderas, Naomi Watts, Josh Brolin, Sir Anthony Hopkins und Freida Pinto (der schönen Latika aus "Slumdog Millionär").

Ein Ereignis der besonderen Art wird die Vorführung von "Carlos - Der Schakal" - der in der vollen Länge von über fünf Stunden außer Konkurrenz gezeigt wird. Regisseur Olivier Assayas hat jahrelang für den Politthriller über den Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, genannt "Carlos, der Schakal" recherchiert, der in den 70er Jahren zu den meistgesuchtesten Terroristen gehörte und u. a. Drahtzieher des Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien war und seit 1994 in Haft sitzt. Da der Film als deutsche Koproduktion entstand, gehören zum internationalen Cast rund um Edgar Ramirez auch namhafte deutsche Jungschauspieler wie Christoph Bach, Nora von Waldstätten und Julia Hummer.

Bilder zu "Carlos - Der Schakal"

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Apropos Deutsche: In diesem Jahr ist zwar kein deutscher Regisseur im Wettbewerb vertreten. Doch "Mein Glück" des Weißrussen Sergei Loznitsa ist eine multinationale Koproduktion, an der die Leipziger Firma ma.ja.de federführend beteiligt ist. Erzählt wird die Geschichte eines Fernfahrers, der auf seiner Reise durch Russland in eine Spirale der Gewalt und Willkür gerät.

Darüber hinaus sind deutsche Firmen bei diversen weiteren Wettbewerbstiteln als Koproduktionspartner in Cannes dabei. In die offiziellen Nebenreihe Un Certain Regard wiederum wurden mit Christoph Hochhäusler und Oliver Schmitz zwei deutsche Regisseure eingeladen. Hochhäusler wurde mit seinen ersten beiden Filmen der sogenannten Berliner Schule zugerechnet, deren Werke eine formale Strenge verband. In seinem dritten, in Frankfurt gedrehten Spielfilm "Unter dir die Stadt" entspinnt sich eine Menage-à-Trois zwischen Nicolette Krebitz, Robert Hunger-Bühler und Mark Waschke.

Oliver Schmitz, der sich mit den Komödien-Serien "Türkisch für Anfänger" und "Doctor's Diary" einen Namen gemacht hat, kehrt für "Life, Above All" in sein Geburtsland Südafrika zurück und erzählt die Geschichte einer Zwölfjährigen, die in einem kleinen Dorf mit einem dunklen Geheimnis konfrontiert wird.

So fügt sich das Programm also tatsächlich zum globalen Dialog, den Festivalchef Frémaux sich für die diesjährige Cannes-Ausgabe ja ausdrücklich wünscht.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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