Originaltitel: Va' dove ti porta il cuore
Italien/Frankreich/Deutschland 1995
Virna Lisi
Margherita Buy
Galatea Ranzi
Regie: Cristina Comencini
Verleih: Pandora
Als Kind verlor Marta ihre Mutter durch einen Unfall und wurde von ihrer Großmutter Olga aufgezogen. Nach Olgas Tod gelingt es Marta mit den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter, die bisher nie ausdiskutierten Konflikte ihrer Familie und das belastete Verhältnis Olgas zu Martas Mutter besser zu verstehen.

Das ZDF betätigte sich als Ko-Produzent dieser Verfilmung des gleichnamigen italienischen Bestsellers der römischen Autorin Susanna Tamaro. Das bleibt bei "Geh', wohin dein Herz dich trägt" nicht ohne Folgen. Christina Comencinis Film ist handwerklich gediegen, aber oft zu behäbig inszeniert und folgt in seinen Figuren und der Handlungsentwicklung den gewohnten Vorgaben eines schicksalsschwangeren TV-Melodrams. Die Kinoauswertung steht somit wohl nicht unter einem glücklichen Stern, zumal der Start im Hochsommer für einen solchen Film nicht die optimalen Auswertungschancen bietet.
Mit einer klassischen Rückblendenstruktur erzählt Christina Comencini, eine von zwei filmenden Töchtern des italienischen Kinoveteranen Luigi Comencini, die Geschichte einer weiblichen Familienlinie und ihrer Kommunikationsprobleme. Nach dem Tod von Olga (Virna Lisi, zuletzt so großartig in "Die Bartholomäusnacht") findet ihre soeben aus den USA zurückgekehrte Enkelin Marta (Newcomerin Valentina Chico) die Aufzeichnungen ihrer Großmutter. Lesend reist Marta in deren tragisches Leben, nimmt Teil an ihrer Kindheit, ihrer Ehe mit einem guten, aber unaufmerksamen und langweiligen Mann (Lisis Rolle übernimmt hier Italiens Jungstar Margherita Buy, die Sergio Rubini in "La Stazione - Der Bahnhof" auch in deutschen Kinos aus seinem Alltagstrott riß), an den Konflikten Olgas mit Martas depressiver Mutter Elaria und erfährt schließlich das große Familiengeheimnis, dessen Entdeckung der aufgewühlten Elaria einst das Leben kostete. Heimliche Liebhaber, grausame Verkehrsunfälle, die geliebte Menschen aus dem Leben reißen, große Gefühle, die nicht ausgesprochen werden - alles ist vorhanden, was einen süffigen Schicksalsroman auszeichnet und was das Fernsehen allwöchentlich flächendeckend unter die Zuschauer bringt. Dank Virna Lisi, in deren Augen sich auf berührende Weise das Leid eines bewegten Lebens widerspiegelt, und den drei anderen Hauptdarstellerinnen folgt man dieser Geschichte - ungeachtet ihrer kolportageartigen Natur. Und gewinnt den Eindruck, melodramatische Herz-Schmerz-Konstrukte gesehen, aber in der Beziehung der drei Frauengenerationen zueinander auch wahre Gefühle erlebt zu haben. kob.
| Darsteller: | Virna Lisi | ||
|---|---|---|---|
| Margherita Buy | |||
| Galatea Ranzi | |||
| Tchéky Karyo | |||
| Massimo Ghini | |||
| Valentina Chico | |||
| Lavinia Guglielman | |||
| Luigi Diberti | |||
| Anna Teresa Rossini | |||
| Regie: | Cristina Comencini | ||
| Drehbuch: | Roberta Mazzoni | ||
| Cristina Comencini | |||
| Produzent: | Sandro Parenzo | ||
| Buchvorlage: | Susanna Tamaro | ||
| Kamera: | Roberto Forza | ||
| Schnitt: | Nino Baragli | ||
| Musik: | Alessio Vlad | ||
| Claudio Capponi | |||
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