Originaltitel: Born on the Fourth of July
USA 1989
Tom Cruise
Raymond J. Barry
Caroline Kava
Regie: Oliver Stone
Verleih: UIP
Voller Patriotismus meldet sich der Kleinstadt-Sunnyboy Ron bei der US-Elitetruppe der "Marines", um an forderster Front in Vietnam zu kämpfen. Dort verliert er sämtliche Illusionen über den Sinn des Krieges und kehrt schwer verletzt zurück in die USA. Querschnittsgelähmt muß er im Militärhospital mit der Ignoranz seiner Landsleute fertig werden. Im mexikanischen Veteranencamp kommt Ron nach Suff und Depressionen mit sich und den Fehlern der Vergangenheit ins Reine und beginnt als engagierter Vietnam-Gegner ein neues Leben.

"Platoon"-Regisseur Oliver Stone konzentriert sich bei der neuerlichen Auseinandersetzung mit Vietnam auf die Psyche der Kämpfernatur Ron Kovic, dessen Lebensgeschichte die Vorlage zu diesem Meisterwerk lieferte. Sein als Triptychon strukturiertes Vietnamtableau stellt große Anforderungen an Superstar Tom Cruise, der die schwierige Rolle mit einiger Bravour meistert. Der durch seine brillante Story und eine ultimative Darstellung des Krieges und seiner Folgen beeindruckende Film wurde in diesem Jahr bei sieben Nominierungen mit zwei "Oscars" (beste Regie, bester Schnitt) ausgezeichnet.
| Darsteller: | Tom Cruise | als Ron Kovic | |
|---|---|---|---|
| Raymond J. Barry | als Mr. Kovic | ||
| Caroline Kava | als Mrs. Kovic | ||
| Kyra Sedgwick | als Donna | ||
| Willem Dafoe | als Charlie | ||
| Bryan Larkin | als Junger Ron | ||
| Frank Whaley | |||
| Tom Berenger | als Rekrutierungsoffiz. | ||
| Stephen Baldwin | als Billy Vorsovich | ||
| Oliver Stone | als Nachrichtenreporter | ||
| John Getz | als Marine-Major | ||
| Jamie Talisman | als Jimmy Kovic | ||
| Sean Stone | als Junger Jimmy | ||
| Seth Allen | als Junger Tommy | ||
| Josh Evans | als Tommy Kovic | ||
| Anne Bobby | als Susanne Kovic | ||
| Jenna von Oy | als Junge Susanne | ||
| Samantha Larkin | als Patty Kovic | ||
| Kevin Harvey Morse | als Jackie Kovic | ||
| Regie: | Oliver Stone | ||
| Drehbuch: | Oliver Stone | ||
| Ron Kovic | |||
| Produzent: | A. Kitman Ho | ||
| Oliver Stone | |||
| Kamera: | Robert Richardson | ||
| Schnitt: | David Brenner | ||
| Joe Hutshing | |||
| Musik: | John Williams | ||
| Produktionsdesign: | Bruno Rubeo | ||
Sigmund Freud war kein großer Kinogänger. Das Medium Film war dem Psychoanalytiker eher suspekt, und er wäre wohl kaum auf den Gedanken gekommen, seinen Patienten Filme vorzuführen.
Vorbild für alle Zwangsneurotiker: Jack Nicholson in "Besser geht's nicht" (Foto: Columbia Tristar)
Die Zeiten haben sich geändert: Wissenschaftlichen Berichten zufolge haben 90 Prozent der US-Psychotherapeuten mit ihren Patienten schon einmal über Filme gesprochen, und 76 Prozent empfahlen sogar, einen bestimmten Film anzuschauen.
Dass muss man sich ganz praktisch vorstellen: Klienten schauen solche Filme an, in denen ihr jeweiliges Problem Thema der Spielfilmhandlung ist. Für Selbstmordgefährdete eignet sich beispielsweise der Klassiker "Ist das Leben nicht schön?", in dem sich James Stewart an Heiligabend umbringen will. Das ist kein Witz, und die Befürworter der Filmtherapie sind überzeugt, dass sich Patienten mit ihrem Gefühlsleben intensiver auseinandersetzen, wenn sie mit entsprechenden Handlungselementen konfrontiert werden.
Trügerische Familienidylle: "Kramer gegen Kramer" mit Dustin Hoffman und Meryl Streep (Foto: Atlas)
Andere Experten halten dies für therapeutischen Hokuspokus, ohne empirisch gesicherte Erfolgsbelege. Wer dem Thema nicht ganz so abgeneigt ist, kann sich auf der Website www.admsep.org/cinema.html informieren. Dort finden sich diverse psychische Probleme und dazu passende Filme:
Wer etwa an posttraumatischen Störungen leidet, sollte sich "The Deer Hunter" zu Gemüte führen. Bei Menschen mit Angstzuständen soll "Geboren am 4. Juli" eine therapeutische Wirkung haben. "Besser geht's nicht" mit Jack Nicholson eignet sich zur Bekämpfung von - was sonst? - Zwangsneurosen. Bei Familienproblemen eignen sich je nach Situation "Kramer gegen Kramer" oder "Betrug".
"Thank You for Smoking" - eine herrlich bissige Satire über das US-Zigarettenbusiness (Foto: Fox)
Für Manisch-Depressive kommt eher "Mr. Jones" mit Richard Gere in Frage. Wer an sich Borderline-Symptome entdeckt, sollte auf "Eine verhängnisvolle Affäre" zurückgreifen. Scorseses "Taxi Driver" könnte bei Schizophrenie heilsam wirken. Narzissten wird "Jerry Maguire - Spiel des Lebens", "Alfie", "Ein Mann für gewisse Stunden" oder "Citizen Kane" verschrieben.
Auch anderen Filmklassikern wie "Lawrence von Arabien" und "Vom Winde verweht" wird ein therapeutischer Nutzwert zugeschrieben. Für Cineasten, die gerade das Rauchen aufgeben wollen, empfiehlt sich "The Insider" oder "Thank You for Smoking". Männer, die von ihren Frauen unterdrückt werden, sollten sich "Norbit" anschauen. So gesehen, könnte die gute alte Unterteilung nach Genres wie Komödie oder Thriller bald ganz anders aussehen.
Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....
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