Liebenswert-witzige, subtil sozialkritische Komödie über strippende Stahlarbeiter. http://images.kino.de/flbilder/max00/mbiz00/mbiz08/z0008308/b150x150.jpg Ganz oder gar nicht

Filmdetails

Ganz oder gar nicht

Liebenswert-witzige, subtil sozialkritische Komödie über strippende Stahlarbeiter.


Ganz oder gar nicht
Start: 30.10.1997

Originaltitel: The Full Monty

Komödie

Großbritannien/USA 1997
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Robert Carlyle
Tom Wilkinson
Mark Addy

Regie: Peter Cattaneo
Verleih: Fox

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Statt in Depressionen zu verfallen, gründet der arbeitslose Stahlarbeiter Gaz eine Strippertruppe, die bei den Frauen von Sheffield für erregte Gemüter und bewegte Geldbeutel sorgen soll. Das absurde Unternehmen schweißt die anatomisch und athletisch bemitleidenswerte Gruppe zusammen. Hoffnung wächst, wo eben noch Verzweiflung drohte.


Kritik

Ganz oder gar nicht

Während Hollywood unverändert das britische Kino zur Ader läßt und Nachwuchs wie Beeban Kidron, Danny Cannon oder Paul Anderson über den Atlantik lockt, reagiert der blutende Patient mit kontinuierlichen, für Stabilität sorgenden Talentinjektionen. Peter Cattaneo (Regie) und Simon Beaufoy (Drehbuch) sind mit ihrem Kinodebüt "Ganz oder gar nicht" der beste und aktuellste Beweis. Ihr Märchen von arbeitslosen Stahlarbeitern, die ihr Beschäftigungs- und Finanzloch als Strippergruppe stopfen wollen, verbindet absurde Komik mit unaufdringlichen sozialkritischen Beobachtungen und hat bei sorgfältiger Startvorbereitung das Zeug zu einem Überraschungshit.

Sehr spöttisch beginnen Cattaneo und Beaufoy ihre Komödie mit einem angegrauten Werbefilm für das Sheffield der Zukunft, das 25 Jahre später längst keine mehr hat. Der Niedergang der Stahlindustrie hat der Stadt und vielen ihrer Arbeiter die Perspektiven genommen. Arbeitslosigkeit dominiert und hat die traditionellen Strukturen über den Haufen geworfen. Während die Frauen nun häufig das Überleben ihrer Familie sichern, erlebt das Selbstbewußtsein der sonst mit dieser Rolle anvertrauten Männer den freien Fall. Nicht zu erschüttern ist jedoch Gaz (sympathischer Verrückter: Robert Carlyle, Großbritanniens derzeit vitalste mimische Allzweckwaffe), obwohl seine geschiedene Frau ihm das Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn verweigern möchte, falls nicht endlich Unterhaltszahlungen eintreffen. Doch Gaz hat längst schon einen todsicheren Finanzierungsplan entworfen, nachdem ein Besuch der Chippendales bei den Sheffield-Frauen ein gewinnträchtiges Disco-Inferno ausgelöst hatte. Das schnelle Pfund witternd, gründet Gaz mit Freunden, Kollegen und anderen Verzweifelten eine Strippertruppe. Angesichts der ungelenken, mit Bauch oder vorgerrücktem Alter bestraften Herren eine absurde, aber gerade deshalb absolut kinotaugliche Idee, die befreiendes Lachen generiert, aber von Buch und Regie nie ins Lächerliche gezogen wird. Die soziale Notsituation bleibt nie Dekor, sondern bereitet das dramatische Spannungsfeld für die Figuren und ihre zutiefst menschlichen Konturen. "We dare to be bare", das Motto der Sheffield-Stripper, kann in diesem Zusammenhang nicht nur anatomisch, sondern auch emotional gedeutet werden. Obwohl "Ganz oder gar nicht" im Mittelteil gelegentliche Atempausen einlegt, hält diese Komödie die Zuschauer bei der "Stange". Bis hin zum triumphalen Finale, dem Akt der Befreiung - für die Stripper, aber auch die Kinogänger, die mit einem kleinen Vorrat an Euphorie in den Alltag entlassen werden. Fleshdance - what a feeling. kob.

Ganz oder gar nicht

Darsteller:  Robert Carlyle   als Gaz
  Tom Wilkinson   als Gerald
  Mark Addy   als Dave
  Lesley Sharp   als Jean
  Emily Woof   als Mandy
  Steve Huison   als Lomper
  Paul Barber   als Horse
  Hugo Speer   als Guy
  Deirdre Costello   als Linda
  Bruce Jones   als Reg
  William Snape   als Nathan
  Paul Butterworth   als Barry
  Dave Hill   als Alan
  Andrew Livingstone   als Terry
  Vinny Dhillon   als Sharon
  Kate Layden   als Bee
  Joanna Swain   als Sheryl
 
Regie:  Peter Cattaneo  
Drehbuch:  Simon Beaufoy  
Produzent:  Uberto Pasolini  
Koproduzent:  Paul Bucknor  
  Polly Leys  
  Karen Lindsay-Stewart  
Kamera:  John de Borman  
Schnitt:  David Freeman  
  Nick More  
Musik:  Anne Dudley  
Produktionsdesign:  Max Gottlieb  
Kostüme:  Jill Taylor  
Ton:  Alistair Crocker  

Tom Wilkinson auf dreifachem Indi-Trip

Erhielt eine Oscar-Nominierung für "In the Bedroom": Tom Wilkinson

Erhielt eine Oscar-Nominierung für "In the Bedroom": Tom Wilkinson

Nicht umsonst wurde Tom Wilkinson für seine Rolle in "In the Bedroom" für den Oscar nominiert - der Mann zählt zu den größten Schauspielern auf der Insel.

Auch sein komödiantisches Talent hat der Brite in "Ritter Jamal - Eine schwarze Komödie" oder in "Ganz oder gar nicht" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Jetzt zieht es ihn wieder "Back to the Roots". Der Star aus "Ernst sein ist alles" wird demnächst in drei Independent Filmen mitwirken:

in Gillian Armstrongs "Seventh Heaven", in "Living and Breathing" von den Filmemachern Keith Fulton und Louis Pepe ("Lost in La Mancha") und auch in Regisseur Peter Webers Drama "Girl With a Pearl Earring", in dem auch Colin Firth and Scarlett Johansson zu sehen sein werden.

Wilkinson spielt den reichen Van Ruijven, der dem Maler Vermeer alias Colin Firth Geld zur Verfügung stellt. Dieser findet in einer Hausmagd, dargestellt von Johansson, das geeignete Model für ein Bild, das später als eines der berühmtesten Vermeer-Gemälde in die Geschichte eingehen wird: "Girl with a Pearl Earring".

Star

Tom Wilkinson

Er strahlt eine unerschütterliche Ruhe und eine natürliche Autorität aus, die von seiner massiven Erscheinung und der sonoren Stimme...

Star

Mark Addy

Von der Statur her ein untersetzter Kumpeltyp mit Hang zur Dicklichkeit eines John Candy und eine kleinere Ausgabe des wuchtigen John Goodman, aber...

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