Bastian Trost
Katharina Schüttler
Andreas Patton
Regie: Almut Getto
Verleih: Timebandits (Filmwelt)
Philipp ist ein Sonderling und Eigenbrötler. Seine einzigen Freunde sind Schildkröte Paul und Therapeut Aaron. Er möchte gerne als Pantomime auf einer Kleinkunstbühne auftreten, doch wie bei vielen anderen Dingen fehlt ihm auch dazu der Mut. Da reißt ihn die blinde Cellistin Lina aus seiner Lethargie. Kaum hat sie mit Hartnäckigkeit seinen Schildkrötenpanzer aufgebrochen, stapeln sich die Probleme. Doch Lina bringt ihm geduldig das Umgehen mit Gefühlen bei.

Lakonische Liebeskomödie mit poetischer Ader von Almut Getto, die bereits mit ihrem Debüt "Fickende Fische" überzeugte.
Sechs lange Jahre brauchte es, bis Getto nach ihrem sensiblen Erstlingsfilm, der den Deutschen Filmpreis einheimste, ein neues Werk fertig stellen konnte. Wieder bringt sie eine zarte Liebe auf die Leinwand, eine märchenhafte Arthouse-Fabel von der schleppenden Annäherung zweier Singles.
Der eine heißt Philipp (Bastian Trost, "Schläfer") und pflegt als vollendeter Misanthrop das spleenige Dasein eines Sonderlings, der sich selbst genügt. Außer Schildkröte Paul hat er keine Gefährten, Therapeut Aaron ist bezeichnenderweise sein einziger Freund. Für den Auftritt als Pantomime auf einer Kleinkunstbühne - wo die offenbar schlechtesten Amateure des Landes auftreten - fehlt ihm der Mumm, doch dann reißt ihn die blinde Cellistin Lina (Katharina Schüttler, "Sophiiiie!") aus seiner selbst gewählten Lethargie. Kaum hat sie mit Hartnäckigkeit seinen Schildkrötenpanzer aufgebrochen, stapeln sich die Probleme. Und seine Wohnung wird (samt Paul!) leer geräumt, so dass er sein altes Leben verloren, das neue aber noch nicht begonnen hat. Nun sozialisiert die aufgeweckte Lina den gefühlsblinden Falschgeldexperten.
Eine education sentimentale, die zwar in einem alltagsnahen Umfeld spielt, das sich aber durch viele künstlerische Reduktionen in ein unwirkliches Szenario transformiert - und so ein bizarres Märchen ergibt. Bastian Trost agiert als Zentrum der Komik mit einer unbeweglichen Mimik, die Buster Keaton zur Ehre gereicht hätte, dessen Werke Getto auch zitiert, ihre Finger aber vom Slapstick lässt. Die Cabaret-Atmosphäre sorgt in ihrer ruhigen, lakonischen Tragikomödie für einen besonderen Touch, den die Cellomusik fabelhaft ergänzt.
Das kunstfertige Mood-Movie erlaubt der letztlich liebenswerten Hauptfigur, nicht nur die Angst vor der eigenen Courage zu überwinden, sondern ihre Philosophie gehörig umzukrempeln und sich endlich den unwägbaren Fährnissen des Lebens zu stellen, für die es keine Bedienungsanleitung gibt.
tk.
| Darsteller: | Bastian Trost | als Philipp | |
|---|---|---|---|
| Katharina Schüttler | als Lina | ||
| Andreas Patton | als Aaron | ||
| Traute Hoess | als Ramona | ||
| Heiko Pinowski | als Kommissar Hoffmann | ||
| Jürgen Rißmann | als Kommissar Polanski | ||
| Aline Staskowiak | als Hausmeisterin | ||
| Axel Olsson | als Fuchs Senior | ||
| Jörg Malchow | als Fuchs Junior | ||
| Oscar Ortega Sánchez | als Kellner | ||
| Stephan Rossmann | als Dr. Bachmann | ||
| Stephan Bieker | als Sicherheitsbeamter | ||
| Katja Danowski | als Zarah | ||
| Aurel Manthei | als Christian | ||
| Matthias Zelic | als Weinhardt | ||
| Arndt Schwering-Sohnrey | als BSG-Beamter | ||
| Regie: | Almut Getto | ||
| Drehbuch: | Spiridon Deftereos | ||
| Hendrik Hölzemann | |||
| Almut Getto | |||
| Produzent: | Dirk Decker | ||
| Michael Eckelt | |||
| Kamera: | Michael Wiesweg | ||
| Schnitt: | Sebastian Thümler | ||
| Musik: | Jakob Ilja | ||
| Kostüme: | Andrea Schein | ||
Katharina Schüttler spielte schon als Kind erste Film- und Fernsehrollen. Auftritte in mehreren "Tatorten" und Kinofilmen folgten...
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