Originaltitel: G.I. Joe - Rise of Cobra
USA 2009
Dennis Quaid
Sienna Miller
Joseph Gordon-Levitt
Regie: Stephen Sommers
Verleih: Paramount
Unterstützt von seiner rechten Hand The Baroness plant Waffenmagnat McCullen mit Hilfe einer brandneuen Technologie und einer genetisch manipulierten Armee, die Weltherrschaft zu übernehmen. Bei einem Überfall auf einen Militärkonvoi bringt er vier Sprengköpfe in seine Gewalt, die er selbst davor der Army verkauft hat. Die Soldaten Duke und Ripcord überleben den Angriff und werden in die von General Hawk geführte Eliteeinheit G.I. Joe aufgenommen, die die Sprengköpfe wieder sicherstellen will. Duke bringt sie auf die richtige Fährte, der in der Baroness seine ehemalige Freundin Anna wiedererkennt.

Hasbro lässt nach den "Transformers" das zweite Paradefranchise aus dem Stall. In gut gelaunter Nonstopaction lässt "Die Mumie"-Macher Stephen Sommers die internationale Einsatzgruppe "G.I. Joe" um den Weltfrieden ringen und bringt sie für Fortsetzungen in Stellung.
Klotzen und nicht kleckern heißt die unschlagbare, weil bewährte Devise. Der Zuschauer soll nicht überzeugt, auch nicht überwältigt, sondern einfach überrollt werden: Wer keine Zeit zum Atemholen hat, kann auch keine Bedenken anmelden. Als wollte er sich nach fünfjähriger Pause seit seinem insgesamt eher misslungenen Horror-Rundumschlag "Van Helsing" mit einem ganz besonders großen Ausrufezeichen wieder zurück zum Dienst an vorderster Big-Budget-Front melden, verzichtet Stephen Sommers auf all das unnötige Zeug, das bei voller Erzählbeschleunigung im Weg stehen könnte. Figurenentwicklung, Atmosphäre und Charme müssen nun mal auf der Stecke bleiben, wenn man zwei Stunden mit all den Gadgets, Waffen, Gestalten und Effekten füllen will, die die Fangemeinde einfordert. Und doch muss man Sommers ein Kompliment machen: Obwohl er zahlreiche Figuren einführen und ihre Hintergrundgeschichte erzählen, dafür ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen schwenken und gleichzeitig eine nachvollziehbare Geschichte vorantreiben - und das ist im Wortsinne zu verstehen - muss, hat sein Film allemal mehr Seele als Michael Bays Hasbro-Materialschlachten. Ja, es lässt sich sogar eine richtige Geschichte ausmachen und Humor aufspüren, während der Film sich gebärdet, als müsste er sämtliche James-Bond-Szenarien aller Zeiten potenzieren. Drunter geht's nicht mehr.
Mit der schier endlosen, sich immer wieder aufs Neue aufbäumenden und Haken schlagenden - auch das durchaus im Wortsinne - Paris-Sequenz ist Sommers sogar ein kleiner Klassiker des Kinosommers gelungen: Während die Neu-Joes Duke und Ripcord (Channing Tatum und Marlon Wayans müssen das Schauspiel nicht neu erfinden, erweisen sich aber als gut aufeinander abgestimmtes Duo) in ihren futuristischen Geschwindigkeitsanzügen durch die Straßen rasen, Raketen ausweichen, durch oder über Busse springen und um sie herum soviel in die Luft gejagt wird, wie gerade in den jeweiligen Bildausschnitt passt, um eine geheimnisvolle Waffe zu stoppen, die den Eiffelturm zum Einsturz bringen soll, ist man doch immer wieder überrascht, ob des verspielten Einfallsreichtums der Macher. Den man sich auch beim etwas weniger aufregenden Showdown in einer Unterwasserfestung gewünscht hätte, in dem vielleicht das ein oder andere computeranimierte U-Boot zuviel sich durch immer neue Pforten ballern muss.
Nun mag nicht alles Gold sein, was da verführerisch schimmert in "G.I. Joe". Aber es ist immer ein Film, der seiner Vorlage und ihrer 45-jährigen Historie als erste aller Actionfiguren gerecht wird. Weil er seine Kniffe beherrscht, weil er in seinem Größenwahn immer da ökonomisch ist, wo es nötig ist, weil er zwar von einer militärischen Einheit erzählt, aber nicht militaristisch ist, und weil er trotz Härte und Hardware eine Seele besitzt: Am Ende geht es nicht um Endlösung mit einer alles vernichtenden Wunderwaffe, sondern um Erlösung durch Liebe, wenn Duke seine alte Liebe - Sienna Miller ist als Baroness in schwarzem Leder der entscheidende Blickfang - vom Pfad des Bösen abbringen will. Und gleichzeitig hat "G.I. Joe" noch Platz, überzeugend von der Genese einer Heldentruppe und ihres Gegenspielers zu fabulieren. Auf dass diese Geschichte in den zu erwartenden Fortsetzungen vertieft werden. Und Dennis Quaid dann mehr zu tun bekommt, als das Beret schräg ins Gericht zu ziehen und Befehle zu bellen. ts.
| Darsteller: | Dennis Quaid | als General Hawk | |
|---|---|---|---|
| Sienna Miller | als The Baroness | ||
| Joseph Gordon-Levitt | als Cobra Commander | ||
| Rachel Nichols | als Shana 'Scarlett' O'Hara | ||
| Adewale Akinnuoye-Agbaje | als Heavy Duty | ||
| Ray Park | als Snake Eyes | ||
| Saïd Taghmaoui | als Breaker | ||
| Byung-hun Lee | als Storm Shadow | ||
| Regie: | Stephen Sommers | ||
| Drehbuch: | Skip Woods | ||
| Stuart Beattie | |||
| Produzent: | Lorenzo di Bonaventura | ||
| Stephen Sommers | |||
| Bob Ducsay | |||
| Brian Goldner | |||
| Kamera: | Mitchell Amundsen | ||
| Schnitt: | Jim May | ||
| Produktionsdesign: | Ed Verreaux | ||
| Kostüme: | Ellen Mirojnick | ||
| Casting: | Janet Hirshenson | ||
| Jane Jenkins | |||
Ein neuer Anwärter in Sylvester Stallones Rekrutierungsbüro, diesmal deutlich unter 50: "G.I. Joe"-Hero Channing Tatum soll mit den Action-Rentnern in den Kampf ziehen.
Channing Tatum ("G.I. Joe") soll bei Sylvester Stallones "Expendables" den Altersdurchschnitt senken (Foto: Kinowelt)
Den Gerüchten nach liegen Dwayne Johnson und Vin Diesel Angebote für "The Expendables" 2 vor. Schon die beiden gestandenen "Fast Five"-Stars würden den Altersdurchschnitt von Sylvester Stallones Altstar-Armee ordentlich drücken. Um noch frischeres Blut vergießen zu können, will Stallone nun auch Channing Tatum rekrutieren.
Der Quelle für diese Information kann man trauen, denn Dolph Lundgren, selbst "Expendables"-Mitglied, hat aus dem Nähkästchen geplaudert: "Ich weiß, dass ein sehr junger Kollege im Gespräch ist," erzählt Lundgren, "wie heißt der Typ noch gleich? Der aus "G.I. Joe"? Channing Tatum oder so. Der soll das jüngere Publikum anziehen."
Verständlich, dass sich Dolph Lundgren nicht gleich erinnern kann - ihm ist eben das Filmset von "In the Name of the King 2" spektakulär abhanden gekommen, als eine gasbetriebene Heizung explodierte. Die explosive Action in der "The Expendables"-Fortsetzung kann er jedoch kaum erwarten. Er fügte nämlich hinzu, dass Jean-Claude van Damme wahrscheinlich auch mitmischen wird und Sylvester Stallone ein Duell zwischen den beiden "Universal Soldiers" versprochen hat.
"Stallone sagte mir in etwa: 'Yeah, ich will, dass du ihm sein fucking Genick brichst'", freut sich Lundgren auf das Wiedersehen mit Jean-Claude van Damme. "Das bedeutet ja wohl, dass er dabei sein wird. Ich denke, er sollte einen Schurken spielen. Das ist ein guter Weg für ein Comeback."
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