Originaltitel: 5x2
Frankreich 2004
Valeria Bruni-Tedeschi
Stéphane Freiss
Géraldine Pailhas
Regie: François Ozon
Verleih: Prokino (Fox)
Marion (Valéria Bruni-Tedeschi) und Gilles (Stéphane Freiss) sind ein scheinbar typisches junges Paar. Man lernt sich kennen, heiratet, setzt ein Kind in die Welt, findet, dass man vielleicht doch nicht so viel gemeinsam hat, um bis ans Lebensende jeden Tag neben dem anderen aufzuwachen. Schließlich trennt man sich nach fünf Jahren in so genanntem gegenseitigen Einvernehmen. Dazwischen: Lust, Emotionen, Missverständnisse, Kränkungen, Anpassungsversuche und Träume.
Rückwärts erzählt in fünf Segmenten von der Trennung bis zum ersten Kennenlernen - also quasi mit Happy End - meditiert Frankreichs gegenwärtig wohl größte Regiehoffnung François Ozon ("8 Frauen","Swimming Pool") über das universelle Thema der menschlichen Zweisamkeit.
François Ozon erzählt fünf "Szenen einer Ehe" rückwärts: Fünf Kapitel aus dem Beziehungsleben eines jungen Paares.
Es gibt fünf bedeutende Kapitel aus dem gemeinsamen Leben des Paares Gilles (Stéphane Freiss) und Marion (Valeria Bruni-Tedeschi), die von hinten nach vorne erzählt werden:
Alles beginnt mit dem Scheidungstermin mit anschließendem Sex in einem Hotelzimmer. Es folgt ein Dinner mit Freunden und die Geburt des gemeinsamen Kindes, die ohne Gilles Anwesenheit stattfindet, dann die Hochzeitsnacht, die Marion mit einem Fremden verbringt und schließlich das erste Treffen, Kennenlernen und der Beginn der Liebe.
Das französische Regiewunderkind François Ozon überrascht und begeistert nach "8 Frauen" und "Swimming Pool" erneut: Mit "5 x 2" beschreibt er mit Präzision und emotionaler Intensität fünf unterschiedliche Stadien der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau rückwärts - wie ein Zusammentreffen von Gaspar Noés "Irréversible" und Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe".
In fünf Kapiteln, die die entscheidenden Ereignisse des gemeinsamen Lebens des Paares und letztlich die Geschichte einer erloschenen Liebe zeigen.
| Darsteller: | Valeria Bruni-Tedeschi | als Marion | |
|---|---|---|---|
| Stéphane Freiss | als Gilles | ||
| Géraldine Pailhas | als Valérie | ||
| Françoise Fabian | als Monique | ||
| Michael Lonsdale | als Bernard | ||
| Antoine Chappey | als Christophe | ||
| Marc Ruchmann | als Mathieu | ||
| Jason Tavassoli | als der Amerikaner | ||
| Jean-Pol Brissart | als der Richter | ||
| Regie: | François Ozon | ||
| Drehbuch: | François Ozon | ||
| Emmanuèle Bernheim | |||
| Produzent: | Olivier Delbosc | ||
| Marc Missonnier | |||
| Kamera: | Yorick Le Saux | ||
| Schnitt: | Monica Coleman | ||
| Musik: | Philippe Rombi | ||
| Produktionsdesign: | Katia Wyszkop | ||
| Kostüme: | Pascaline Chavanne | ||
| Ton: | Jean-Pierre Duret | ||
| Brigitte Taillandier | |||
| Jean-Pierre Laforce | |||
| Casting: | Antoinette Boulat | ||
Er dreht mindestens einen Film pro Jahr und hat stets Erfolg. Jetzt überrascht François Ozon mit "Fünf mal Zwei", einer rückwärts erzählten Liebesgeschichte.
Mich interessiert weniger die Trennung, sondern der Anfang, wenn das Paar sich trifft und ihm der Himmel zu Füßen liegt. Ist es nicht faszinierend, wie wir gegen jede Vernunft immer wieder glauben, ausgerechnet bei uns würde die Beziehung klappen? Ich habe in "Fünf mal Zwei" die klassischen Situationen gewählt, die jeder kennt - bis auf den Kniff in der Hochzeitsnacht.
Das normale Prozedere fand ich zu langweilig. Erst wollte ich eine sechste Episode drehen über die Spanne zwischen Hochzeit und Geburt des Kindes, aber das schien mir zu viel des Glücks. Ich gehöre letztlich doch zu denen, die der Harmonie misstrauen. Das "Ende" gibt dem Zuschauer eine Perspektive.
Scheitern einer Ehe: Valeria Bruni-Tedeschi und Stéphane Freiss in "Fünf mal Zwei" (Foto: Prokino (Fox))
Die Wahrheit vermittelt sich direkter durch die Körpersprache, sie spiegelt unsere seelische Befindlichkeit ehrlicher wider. Deshalb reduziere ich Dialoge, sonst Markenzeichen des französischen Films, auf das Notwendige. Hinter Worten verstecken wir uns, lügen und bauen eine Barriere auf.
Ich brauchte Zeit zur Reflexion, habe die ersten drei Teile gedreht und geschnitten, dann eine kreative Pause eingelegt. Ich fühlte mich zu blockiert, um das Ende der Geschichte vorher zu schreiben. So ließ ich mich neu inspirieren.
Bei "Unter dem Sand" musste ich mitten im Dreh aus finanziellen Problemen aufhören. Diesmal war das reiner Luxus, ermöglicht durch die Besucherzahlen meiner letzten Filme. Die Schauspieler konnten sich in den fünf Monaten "verjüngen" und Kilos verlieren.
Da kennen Sie die Franzosen schlecht, ein Volk von Neidern. Die Kritik ist unberechenbar. In der Kulturszene herrscht viel Eifersucht. Vielleicht auch, weil es schwieriger wird, Autorenfilme zu realisieren. Meine guten Arbeitsmöglichkeiten nach dem Erfolg von "8 Frauen" und "Unter dem Sand" regen einige auf.
Ich habe mit Kurzfilmen angefangen und kämpfte mich nach oben, erhielt einen Dämpfer, als "Tropfen auf heiße Steine" gute Kritiken bekam, das Publikum sich aber verweigerte. Diese Erfahrungen muss man eben machen. Ich verstehe den Frust junger Kollegen und würde jedem raten, durch die Schule des Kurzfilms zu gehen. Da lernt man, was Ökonomie heißt.
Als Regisseur bin ich nie abgehoben, sondern habe mich auch darum gekümmert, wie teuer was ist. Nur Drauflosdrehen und finanzielle Forderungen stellen, bringt Stress mit den Produzenten. In den achtziger und neunziger Jahren explodierten die Budgets. Heute schrumpfen sie. Die fetten Jahre sind vorbei.
Warum sollte ich das ändern? Mein nächster Film, "Le temps qui reste" mit Valeria Bruni-Tedeschi und Jeanne Moreau, ist schon abgedreht - wieder mit Fidélité. Allerdings schwöre ich nicht ewige Treue. Ich bin aus Faulheit treu, weniger aus Ethik.
Ich habe einfach eine Riesenlust und könnte mehr als einen Film pro Jahr drehen. Aber da würden die Marketingstrategen aufschreien, vielleicht auch die Zuschauer nicht mitspielen. Ich bin aber durchaus dabei, mich zu zähmen.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.