Brisantes Drama nach Motiven aus dem Leben des Ex-Neonazis Ingo Hasselbach über zwei Freunde aus Ostberlin, die nach dem Mauerfall in der rechten Szene landen. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz45/z0245505/b150x150.jpg Führer Ex

Filmdetails

Führer Ex

Brisantes Drama nach Motiven aus dem Leben des Ex-Neonazis Ingo Hasselbach über zwei Freunde aus Ostberlin, die nach dem Mauerfall in der rechten Szene landen.


Führer Ex
Start: 05.12.2002

Drama

Deutschland 2002
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Christian Blümel
Aaron Hildebrand
Jule Flierl

Regie: Winfried Bonengel
Verleih: Tobis

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Inhalt

Den Jugendlichen Heiko (Christian Blümel) und Tommy (Aaron Tristan Hildebrand) fällt in der DDR die Decke auf den Kopf, doch ihre naiven Versuche, dem Alltagstrott zu entkommen, enden wegen versuchter Republikflucht im Gefängnis. Dort machen sie die Bekanntschaft geschulter Neonazis, die besonders Tommy schnell in ihren Bann ziehen, während Heiko den im Gefängnis nicht ganz ungefährlichen Weg des Einzelgängers geht. Nach dem Fall der Mauer sieht man sich wieder.

Nach Motiven des Szene-Aussteigers und EXIT-Mitbegründers Ingo Hasselbach entwirft Winfried Bonengel ("Beruf: Neonazi") ein packendes und realistisches Drama über ein hochbrisantes Zeitphänomen.


Kritik

Vom DDR-Anarcho zum Neo-Nazi: ein Film voller Gefühl und Gewalt. Und ein schonungsloser Blick auf Deutschland in der Nacht.

Traum vom anderen Leben: DDR-Anarchos Heiko <br />und Tommy

Traum vom anderen Leben: DDR-Anarchos Heiko
und Tommy

Berlin in den 80ern: Im Westen tobt der Punk und auch im Osten haben die Anarchos Heiko und Tommy Null Bock auf Arbeit, Propaganda oder Politik, sondern tanzen lieber Pogo. Aus Jux zündet das Duo im menschenleeren Fußballstadion eines Nachts die geheiligte DDR-Flagge an. Während Heiko gerade noch die Kurve kratzen kann, landet Tommy im Knast.

Heiko hat erst mal die Schnauze voll von Rebellion und lässt sich lieber von der flotten Beate zum "Mann" machen. Das Leben ist schön. Leider nur kurz, denn da steht plötzlich wieder Tommy vor der Tür mit SS-Rune am Arm und braunen Gedanken im Hirn und überredet seinen Freund zur Republikflucht. Die beiden werden gefasst. Statt Endstation Australien heißt es Endstation Bau. Um im berüchtigsten Zuchthaus der DDR zu überleben, schließen sich die Jungs den Neonazis an. Und bleiben auch nach der Wende in Freiheit im Netz der rechten Rattenfänger hängen.

Rebellion in Springerstiefeln: Pinkeln aufs &quot;Neue Deutschland&quot;

Rebellion in Springerstiefeln: Pinkeln aufs "Neue Deutschland"

Schonungslos erzählt Regisseur Winfried Bonengel von bewaffneten Glatzen, die sich mit Baseballschlägern blutige Schlachten mit Autonomen liefern, von Irregeleiteten und ewig Gestrigen, aber auch von hilfloser Wut und tiefer Freundschaft mit tödlicher Konsequenz.

"Führer Ex" ist kein Polit-Pamphlet, vielmehr ein harter, realistischer Film voller Gefühl und Gewalt. Denn die Geschichte ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruht auf dem Bestseller
"Die Abrechnung" des Neonazi-Aussteigers Ingo Hasselbach. Nichts ist fesselnder als die Wahrheit.

Führer Ex

Darsteller:  Christian Blümel   als Heiko Degener
  Aaron Hildebrand   als Tommy Zierer
  Jule Flierl   als Beate
  Luci van Org   als Elisabeth Degener
  Harry Baer   als Friedhelm Kaltenbach
  Dieter Laser   als Eduard Kellermann
  Jürgen Lingmann   als Hagen
  Henning Peker   als Bonzo
  Matthias Freihof   als Stasi-Offizier
  Dennis Grabosch   als Olaf
  Max Richter   als Psycho
 
Regie:  Winfried Bonengel  
Drehbuch:  Winfried Bonengel  
  Ingo Hasselbach  
  Douglas Graham  
Produzent:  Laurens Straub  
  Clementina Hegewisch  
Koproduzent:  Wiebke Toppel  
  Rainer Mockert  
  Brooks Riley  
Kamera:  Frank Barbian  
Schnitt:  Monika Schindler  
Musik:  Loek Dikker  
Produktionsdesign:  Thomas Stammer  
Kostüme:  Elke von Sivers  
Ton:  Oliver Grafe  
Casting:  Uljana Havemann  

Skandal um die Biennale in Venedig

Die Kirchenschwestern f&uuml;hren ein unbarmherziges Regiment

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Das letzte Champagnerglas war noch nicht geleert, da verwandelte sich der große Triumph in einen handfesten Skandal: Der britische Regisseur Peter Mullan schildert in seinem "Magdalene Sisters" das Leiden junger Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim - und das derart kunstvoll und eindringlich, dass ihn die Jury der 59. Filmfestspiele in Venedig dafür mit dem Goldenen Löwen für den besten Film auszeichnete.

Doch im Vatikan gehen die Wächter der abendländischen Moral deswegen auf die Barrikaden: Der Film sei "historisch nicht korrekt". Die Jury der Biennale setze mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und riskiere den Status der gesamten Festspiele.

Mullan wies diese Drohung zurück: Nicht der Film sei ein Skandal, sondern das, was die katholische Kirche in Irland getan hat. Auch Festival-Direktor Moritz de Hadeln schloss sich Mullans Meinung an: Schon die Boxofficezahlen von "Magdalene Sisters" zeigten, dass das italienische Kinopublikum genauso denke.

Der Film stellt dar, wie ein katholisches Konvent auf die schiefe Bahn geratene Mädchen und Frauen mit höchst zweifelhaften Methoden "wieder auf den rechten Weg bringt."



Die wichtigsten Preisträger der 59. Biennale in Venedig:

Keine Auszeichnungen gab es für die deutschen Beiträge "Nackt" und "Führer Ex". Auch der US-Blockbuster "Road to Perdition" mit Tom Hanks und Paul Newman ging überraschend leer aus.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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