Christian Blümel
Aaron Hildebrand
Jule Flierl
Regie: Winfried Bonengel
Verleih: Tobis
Den Jugendlichen Heiko (Christian Blümel) und Tommy (Aaron Tristan Hildebrand) fällt in der DDR die Decke auf den Kopf, doch ihre naiven Versuche, dem Alltagstrott zu entkommen, enden wegen versuchter Republikflucht im Gefängnis. Dort machen sie die Bekanntschaft geschulter Neonazis, die besonders Tommy schnell in ihren Bann ziehen, während Heiko den im Gefängnis nicht ganz ungefährlichen Weg des Einzelgängers geht. Nach dem Fall der Mauer sieht man sich wieder.
Nach Motiven des Szene-Aussteigers und EXIT-Mitbegründers Ingo Hasselbach entwirft Winfried Bonengel ("Beruf: Neonazi") ein packendes und realistisches Drama über ein hochbrisantes Zeitphänomen.
Vom DDR-Anarcho zum Neo-Nazi: ein Film voller Gefühl und Gewalt. Und ein schonungsloser Blick auf Deutschland in der Nacht.
Berlin in den 80ern: Im Westen tobt der Punk und auch im Osten haben die Anarchos Heiko und Tommy Null Bock auf Arbeit, Propaganda oder Politik, sondern tanzen lieber Pogo. Aus Jux zündet das Duo im menschenleeren Fußballstadion eines Nachts die geheiligte DDR-Flagge an. Während Heiko gerade noch die Kurve kratzen kann, landet Tommy im Knast.
Heiko hat erst mal die Schnauze voll von Rebellion und lässt sich lieber von der flotten Beate zum "Mann" machen. Das Leben ist schön. Leider nur kurz, denn da steht plötzlich wieder Tommy vor der Tür mit SS-Rune am Arm und braunen Gedanken im Hirn und überredet seinen Freund zur Republikflucht. Die beiden werden gefasst. Statt Endstation Australien heißt es Endstation Bau. Um im berüchtigsten Zuchthaus der DDR zu überleben, schließen sich die Jungs den Neonazis an. Und bleiben auch nach der Wende in Freiheit im Netz der rechten Rattenfänger hängen.
Schonungslos erzählt Regisseur Winfried Bonengel von bewaffneten Glatzen, die sich mit Baseballschlägern blutige Schlachten mit Autonomen liefern, von Irregeleiteten und ewig Gestrigen, aber auch von hilfloser Wut und tiefer Freundschaft mit tödlicher Konsequenz.
"Führer Ex" ist kein Polit-Pamphlet, vielmehr ein harter, realistischer Film voller Gefühl und Gewalt. Denn die Geschichte ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruht auf dem Bestseller
"Die Abrechnung" des Neonazi-Aussteigers Ingo Hasselbach. Nichts ist fesselnder als die Wahrheit.
| Darsteller: | Christian Blümel | als Heiko Degener | |
|---|---|---|---|
| Aaron Hildebrand | als Tommy Zierer | ||
| Jule Flierl | als Beate | ||
| Luci van Org | als Elisabeth Degener | ||
| Harry Baer | als Friedhelm Kaltenbach | ||
| Dieter Laser | als Eduard Kellermann | ||
| Jürgen Lingmann | als Hagen | ||
| Henning Peker | als Bonzo | ||
| Matthias Freihof | als Stasi-Offizier | ||
| Dennis Grabosch | als Olaf | ||
| Max Richter | als Psycho | ||
| Regie: | Winfried Bonengel | ||
| Drehbuch: | Winfried Bonengel | ||
| Ingo Hasselbach | |||
| Douglas Graham | |||
| Produzent: | Laurens Straub | ||
| Clementina Hegewisch | |||
| Koproduzent: | Wiebke Toppel | ||
| Rainer Mockert | |||
| Brooks Riley | |||
| Kamera: | Frank Barbian | ||
| Schnitt: | Monika Schindler | ||
| Musik: | Loek Dikker | ||
| Produktionsdesign: | Thomas Stammer | ||
| Kostüme: | Elke von Sivers | ||
| Ton: | Oliver Grafe | ||
| Casting: | Uljana Havemann | ||
Das letzte Champagnerglas war noch nicht geleert, da verwandelte sich der große Triumph in einen handfesten Skandal: Der britische Regisseur Peter Mullan schildert in seinem "Magdalene Sisters" das Leiden junger Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim - und das derart kunstvoll und eindringlich, dass ihn die Jury der 59. Filmfestspiele in Venedig dafür mit dem Goldenen Löwen für den besten Film auszeichnete.
Doch im Vatikan gehen die Wächter der abendländischen Moral deswegen auf die Barrikaden: Der Film sei "historisch nicht korrekt". Die Jury der Biennale setze mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und riskiere den Status der gesamten Festspiele.
Mullan wies diese Drohung zurück: Nicht der Film sei ein Skandal, sondern das, was die katholische Kirche in Irland getan hat. Auch Festival-Direktor Moritz de Hadeln schloss sich Mullans Meinung an: Schon die Boxofficezahlen von "Magdalene Sisters" zeigten, dass das italienische Kinopublikum genauso denke.
Der Film stellt dar, wie ein katholisches Konvent auf die schiefe Bahn geratene Mädchen und Frauen mit höchst zweifelhaften Methoden "wieder auf den rechten Weg bringt."
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.