Frederick Lau
August Diehl
Fritzi Haberlandt
Regie: Andreas Kleinert
Verleih: Novapool Pictures (24 Bilder)
Finstere Wolken brauen sich über einer deutschen Kleinstadt zusammen: Der 15-jährige Gymnasiast Rico Bartsch (Frederick Lau) ist wegen seines eingeschränkten Hörvermögens Ziel übelster Häme an seiner Schule. Weiterer Spott folgt, als der Außenseiter die Freischwimmer-Strecke nicht schafft. Robert (Philipp Danne) hingegen siegt und bekommt, was er will - auch Schulschönheit Regina (Alice Dwyer). Doch auch Rico liebt sie - und tüftelt an einem tödlichen Plan.
Ironisch und zugleich sehr ernst erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden, die nach und nach in einen Psycho-Krimi mit zahlreichen Toten und überraschender Lösung umschlägt. Andreas Kleinert ("Wege in die Nacht") zaubert ein stilistisch famoses, surreales Gewaltdrama aus dem Ärmel.
Atmosphärischer Psycho-Krimi um zwei Außenseiter in der Kleinstadt.
In der Schule wird der Einzelgänger Rico (Frederick Lau) wegen seines eingeschränkten Hörvermögens gehänselt und weil er die "Freischwimmer"-Strecke nicht schafft. Dagegen kriegt der angeberische Robert alles, was er will: das schönste Mädchen, die Medaille beim Wettschwimmen und Anerkennung. Als er Rico den Eclair klaut und selbst futtert, liegt er wenige Sekunden später mausetot am Boden. Das Cremeschnittchen war vergiftet.
Bis das rauskommt, ärgert sich Rico mit dem Sportlehrer herum, der mit seiner Mutter lustvoll das Laken teilt, wird von rachesüchtigen Schülerinnen drangsaliert und flüchtet sich zu seinem von den Mitschülern tyrannisierten Deutschlehrer, mit dem er eine ungewöhnliche Passion teilt: den Modellbau. In dessen Keller sitzt bald unbeweglich und stumm die ganze Klasse als Puppen hinter Schreibpulten.
Anfänglich glaubt man sich in einer Coming-of-Age-Geschichte, bis Grimme-Preisträger Andreas Kleinert ("Verlorene Landschaft", "Wege in die Nacht") daraus einen Psycho-Krimi mit überraschender Lösung macht. Aus surrealen Momenten, Metaphern und verwirrenden Deutungsmöglichkeiten ergibt sich ein Konstrukt aus unerfüllter Sehnsucht, harter Enttäuschung und explodierender Gewalt.
| Darsteller: | Frederick Lau | als Rico Bartsch | |
|---|---|---|---|
| August Diehl | als Martin Wegner | ||
| Fritzi Haberlandt | als Michaela Rammelow | ||
| Dagmar Manzel | als Anita Bartsch | ||
| Alice Dwyer | als Regine Weyler | ||
| Devid Striesow | als Richard Sammer | ||
| Traute Hoess | als Karin Durst | ||
| Jürgen Tarrach | als Rektor Quitter | ||
| Regie: | Andreas Kleinert | ||
| Drehbuch: | Thomas Wendrich | ||
| Produzent: | Friedrich Wildfeuer | ||
| Ausf. Produzent: | Otto Kiefer | ||
| Kamera: | Johann Feindt | ||
| Schnitt: | Gisela Zick | ||
| Produktionsdesign: | Gabriele Wolff | ||
| Kostüme: | Dorothee Kriener | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
Wer in Bayern lebt, der kennt Hof in erster Linie aus dem Wetterbericht. Aus unerfindlichen Gründen ist's dort immer zwei bis drei Grad kälter als im restlichen Bundesland - was Hof nicht gerade zum bevorzugten Reiseziel macht. Ende Oktober wendet sich das Blatt seit nunmehr 41 Jahren. Die Hofer Filmtage lassen Minusgrade und Nieselregen zur Randerscheinung werden.
Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)
Dem anhaltenden Erfolg der Hofer Filmtage wird in diesem Jahr durch einen zusätzlichen Tag Rechnung getragen: Ab Dienstag den 23. Oktober läuft eine Auswahl von 69 Lang- und 30 Kurzfilmen, nationale wie internationale Produktionen, die zum Ende des Jahres einen umfangreichen Ausblick auf das Filmschaffen werfen.
Eröffnet werden die diesjährigen Filmtage mit dem neuen Film "Mondkalb" von Sylke Enders, die bereits mit ihrem Erstling "Kroko" 2003 in Hof einen Überraschungserfolg landete. Sie erzählt von Alex (Juliane Köhler), die nach ihrem Gefängnisaufenthalt in eine Kleinstadt flüchtet, auf der Suche nach einem Neuanfang.
Martin Theo Krieger zeigt "Beautiful Bitch", eine Geschichte über eine Kleinkriminelle aus Bukarest, die im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Wohlstand im Westen und polizeilicher Verfolgung ein gefährliches Dasein fristet.
Dominik Graf begibt sich mit seiner Verfilmung von "Das Gelübde" auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: Der Künstler und Lebemann Clemens von Brentano (Misel Maticevic) reist nach einer Lebenskrise an das Krankenlager der Nonne Anna Katharina Emmerich (Tanja Schleiff), an deren Körper sich die Wundmale Christi zeigen. Volker Einrauch kommt mit seinem Drama "Der andere Junge" mit Peter Lohmeyer in einer Hauptrolle, Andreas Kleinert mit "Freischwimmer", in dem August Diehl und Fritzi Haberlandt spielen.
Rosa von Praunheim ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Er tritt mit "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" die Suche nach seiner Herkunft an und begleitet mit "Mit Olga auf der Wolga" eine Flussfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Ihre ersten Spielfilme präsentieren Hagen Keller mit "Meer is nich", ein Jugenddrama, und Heiko Aufdermauer mit "Zeit der Fische", eine zarte Liebegeschichte. Auch Maria Schrader zeigt ihre erste Regiearbeit "Liebesleben": Für Jara, eine Frau, die alles hat und glücklich ist, wird die Begegnung mit dem älteren Arie schicksalhafte Folgen haben.
Frederick Lau startete seine Schauspielkarriere als Schüler in Kinderfilmen wie "Das fliegende Klassenzimmer" und "Bibi Blocksberg und das...
Gleich seine erste Filmrolle brachte August Diehl den Deutschen Filmpreis 2000 ein. Als passionierter Computer-Hacker und...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.