Originaltitel: Nightwatch
USA 1998
Ewan McGregor
Nick Nolte
Josh Brolin
Regie: Ole Bornedal
Verleih: Studiocanal
Ein scheinbar geruhsamer Job entpuppt sich für Student Martin als gefährliche Praxis-Alternative zur akademischen Theorie. Während ihn sein bester Freund zu derben Mutproben herausfordert, muß Martin als Nachtwächter in einem Krankenhaus mit wandelnden Leichen und einem Serienmörder zurechtkommen, der die Pathologie mit Nachschub versorgt.

Wenn europäische Regisseure ihre Hits in Hollywood für ein größeres Publikum zu recyclen versuchen, bleiben, wie zuletzt im Falle George Sluizers "Spurlos" geschehen, Widerhaken auf der Strecke. Auch Ole Bornedals Remake seines Dänenthrillers "Nightwatch" (633.000 Zuschauer) ist gegenüber dem Original entschärft, hat aber unveränderte Unterhaltungsqualitäten. Vor allem für Neueinsteiger in die Abenteuer eines Studenten, der in der Gerichtsmedizin eines Krankenhauses nachts Totenwache halten muß.
Der zentrale Unterschied zu "Nightwatch" ist die mit Prominenz dekorierte neue Besetzung, die "Freeze - Alptraum, Nachtwache" höhere Aufmerksamkeit verschaffen könnte, die guten Darstellerleistungen von 1995 aber nicht übertrifft. Größtes Zugpferd beim jungen Zielpublikum ist "Trainspotter" Ewan McGregor in der Hauptrolle des Studenten Martin, dessen Belastbarkeit gleich auf drei Ebenen auf die Probe gestellt wird. Von einem klassischen Männlichkeitsritual animiert, läßt Martin sich von seinem besten Freund James (Josh Brolin) zu einem Mutproben-Duell herausfordern, das ihn Schritt für Schritt seiner Freundin Katherine (Patricia Arquette, dank "Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt" Alptraum-erprobt) entfremdet. Die dritte Streßfront baut sich schließlich in der nachts verwaisten Pathologie eines Krankenhauses auf, in der Martin mit wachen Augen patrouillieren muß, während ein nekrophiler Serienmörder dort ein und ausgeht und seine Greueltaten Martin in die Schuhe schieben will. Bis in viele Einstellungen hinein hat Bornedal Szenen des Originals für die Hollywood-Verpackung übernommen. Die Einweisung Martins durch seinen Vorgänger (der aussieht wie Regisseur Budd Boetticher), die nächtlichen Kontrolltouren, die Begegnungen mit einem Arzt (der durch Brad Dourif an Verdächtigungspotential gewinnt) und die gegenseitigen Herausforderungen der Freunde, von denen einige ausgeblendet wurden. Die Verweigerung des Abendmahls fehlt ebenso wie die finale Hochzeitssequenz. Auch der Leichenraum-Quickie zwischen Martin und Katherine hat die Geschmacksprüfung nicht bestanden. Trotz Nick Noltes Star-Besetzung wirkt die Rolle des untersuchenden Kriminalers nicht ausgebaut. Wichtig für die Qualitätskonstanz zwischen Folie und Abzug ist aber vor allem, daß Bornedals Fähigkeiten, durch Atmosphäre Suspense zu erzeugen auch hier einen hohen Wirkungsgrad vorweisen. Alle Szenen im Büro des Nachtwächters und der uneinsichtigen Vorhalle, in der ein mit Kopfhörern sich von der Umwelt ausgeklinkter Martin auf einem Drehstuhl ein gruseliges Ballett vollführt, lassen das Blut gefrieren. Verglichen mit George Sluizer mußte Bornedal weniger Kompromisse schließen. Damit ist "Freeze - Alptraum Nachtwache" für Neueinsteiger spannende und witzige Thrillerkost, während Wiederholungstäter mit einem Déjà-vu-Erlebnis rechnen müssen. kob.
| Darsteller: | Ewan McGregor | als Martin Belos | |
|---|---|---|---|
| Nick Nolte | als Inspector Thomas Cray | ||
| Josh Brolin | als James Gallman | ||
| Patricia Arquette | als Katherine | ||
| Alix Koromzay | als Joyce | ||
| Lauren Graham | als Marie | ||
| John C. Reilly | als Inspector Bill Davis | ||
| Brad Dourif | als Duty Doctor | ||
| Lonny Chapman | als Johnson | ||
| Regie: | Ole Bornedal | ||
| Drehbuch: | Ole Bornedal | ||
| Steven Soderbergh | |||
| Produzent: | Michael Obel | ||
| Ausf. Produzent: | Bob Weinstein | ||
| Harvey Weinstein | |||
| Buchvorlage: | Ole Bornedal | ||
| Kamera: | Dan Laustsen | ||
| Schnitt: | Sally Menke | ||
| Musik: | Joachim Holbek | ||
| Produktionsdesign: | Richard Hoover | ||
| Kathleen McKernin | |||
| Adam Scher | |||
| Kostüme: | Louise Mingenbach | ||
| Ton: | Stephen Halbert | ||
Schon beim Titel läuft es einem eiskalt den Rücken herunter: "Stimmen um Mitternacht - Midnight Voices" heißt das neue Projekt des Produzentenduos George Clooney und Steven Soderbergh. Die beiden bilden seit "Ocean's Eleven" ein Dreamteam, und Soderbergh kann mit "Nightwatch" und "Insomnia" auf zwei exzellente Gänsehaut-Movies verweisen.
Vorlage für den neuen Horror-Thriller ist das gleichnamige Buch von John Saul:
Ein junger Mann wird wochenlang von Verfolgungswahn geplagt und stirbt urplötzlich beim Joggen im Central Park. Seine mittellose Witwe Amber heiratet ein Jahr später den ebenfalls verwitweten Anthony. Der verdächtig perfekte Ehemann und Ersatzvater holt Amber mit ihren beiden Kindern in sein angeblich von Hexen und Vampiren heimgesuchtes Haus. Seltsamerweise tut er alles, damit keiner der drei sein Arbeitszimmer betritt. Und dann sind da noch diese Stimmen, die "Midnight Voices"...
Ob Clooney wie beim spektakulären Remake von Tarkowskis "Solaris" (1972) auch vor der Kamera agieren wird, ist noch unklar.
Vom Junkie bis zum Dandy und Sternenkrieger reicht die Karriere des schottischen Shooting Stars der 90er-Jahre. Ewan McGregor fiel bereits...
Wie der französische Rebell Gérard Depardieu, von dem er einmal in Cannes unter den Tisch getrunken wurde, hat Nick Nolte (geb. 1941) eine bewegte...
Kate Beckinsale ist zurück als Sexiest Vampire-Lady Undead! Diesmal wollen Menschen sowohl Vampire als auch Lykaner vernichten...
Top-Drama mit Brad Pitt als innovativem Baseball-Coach. Für 6 Oscars nominiert!
Steven Spielbergs wundervolles Epos um die Freundschaft eines Bauernsohns zu einem Kriegspferd. Chance auf 6 Oscars!
David Finchers starke US-Neuverfilmung der Kult-Krimitrilogie "Millennium" mit Daniel Craig und Rooney Mara.
Schöne Komödie um die Freundschaft eines Gelähmten mit seinem Pfleger.