Melancholische Coming-of-Age-Story mit skurrilen Figurenarsenal nach den Erinnerungen der Kutltfigur Heinz Strunk.
Melancholische Coming-of-Age-Story mit skurrilem Figurenarsenal nach den Erinnerungen der Kultfigur Heinz Strunk.
Heinz Strunk (Maxim Mehmet) hat's wahrlich nicht leicht im Leben. Aufgewachsen mit einer schwerkranken, depressiven Mutter und neben einer suizidgefährdeten, fettleibigen Nachbarin im tristen Hamburger Arbeiterviertel Harburg, muss sich der junge Mann mit einer Akne herumplagen, die seinen Körper komplett mit hässlichen Eiterpusteln übersät.
Doch wenigstens wurde Heinz von der Muse geküsst. Als talentierter Saxophonspieler landet er bei der Tanzkapelle "Tiffanys" und wirft fortan unter der Regie des eigensinnigen Bandleaders Gurki (Andreas Schmidt) auf Schützenfesten und Dorfhochzeiten seine musikalischen Perlen vor die Säue, sprich, vors alkoholisierte Publikum.
Polonaise an der NordseeküsteUnd während das Volk nach Schlager-Schmankerln wie "An der Nordseeküste" oder "Polonaise Blankenese" lechzt, bastelt der scheue Heinz an seiner Karriere als Musikproduzent. Erfolglos. Bis eines Tages die kesse Jette (Anna Fischer) in sein Leben tritt.
Eine melancholisch-schräge Coming-of-Age-Story mit überaus skurrilem Figurenarsenal ist diese Adaption von den Jugenderinnerungen der Kultfigur Heinz Strunk. Gelungen ist insbesondere die erschreckend detailgetreue Schilderung von ländlichen Festivitäten und die Wiedergabe des 80er-Jahre-Zeitkolorit sowie die Schauspielperformance von Andreas Schmidt.
von bf
veröffentlicht am 26-03-2008 um 17:40
Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Kurztext:
Die Verfilmung des autobiografischen Romans über die Kultfigur Heinz Struck begeistert durch skurrile Figuren und schrägen Humor. Der Film erzählt auf tragisch komische Weise von Strucks Leben mit seiner psychisch kranken Mutter, seinem Leiden an einer üblen Akne, seiner unerfüllten Sexualität. Und schließlich verkauft sich der talentierte Saxophonist an eine Tanzkapelle, die vor alkoholisiertem Publikum bei Dorfhochzeiten und Schützenfesten auftritt. Die grandiosen, schauspielerischen Leistungen, der liebevolle Umgang mit allen Figuren, die musikalischen Einlagen und die perfekte Wiedergabe des Zeitkolorits der 1980er Jahre machen den Film zu einem besonderen cineastischen Ereignis.
Jurybegründung:
Nach einer Buchvorlage von Heinz Strunk und auch unter seiner tatkräftigen Mithilfe als Darsteller vermittelt diese Tragikomödie viel vom Lebensgefühl der 1980er Jahre in Hamburg-Harburg und Umland.
Sehr lebensnah und realistisch der Blick in das Leben des jungen Heinz Strunk, seine Beziehung zu seiner Mutter mit berührenden Momenten, zu seiner Nachbarin und seine gescheiterten Versuche, mit diversen Sängerinnen Musikproduktionen aufzubauen.
Kabinettstückchen sind die Konzertauftritte der "Tiffanys" auf Dorfhochzeiten, Schützenfesten und Karnevalsveranstaltungen. Ein besonderes Lob verdient dabei das Casting der teilweise bizarren Tanz- und Festgäste auf diesen Veranstaltungen, den Kostümen und der Ausstattung. Das ist auch ein Abbild einer Gesellschaft, das herrliche Situationskomik mit schönen Details und guten Einfällen bietet, aber nie desavouiert.
Dass Heinz Strunk gemeinsam mit einem Hirsch das teilweise wilde Leben und Treiben zusätzlich kommentiert, verstärkt noch den Spaß am Zuschauen.
Nicht zu vergessen der Hinweis auf die gute Kameraführung, eine pfiffige Montage und reizvolle Übergänge mit Schrifteinblendungen sowie die Auswahl des Soundtracks, ohne den der Spaß nur halb so groß gewesen wäre.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Mitte der 80er Jahre im Hamburger Stadtteil Harburg wächst der junge Heinz Strunk (Maxim Mehmet) auf. Ihn plagen fiese Hautausschläge, eine sieche Mutti (Susanne Lothar) und die instabile Nachbarin (Livia S. Reinhard). Dafür kommt er ins Show-Biz als Saxophonist einer Mugger-Kapelle, wo er auf Schützenfesten Korn, Klaus & Klaus und Koteletts kennen lernt. Mit den Sängerinnen Anja (Susanne Bormann) und Jette (Anna Fischer) versucht er daraufhin die Solo-Karriere.
Der rasch zum Kult gewordene autobiografische Roman Heinz Strunks dient als Vorlage für eine klamaukfreie Jugendkomödie, die tief ins unbekannte Milieu von Dorf-Hochzeiten, provinziellen Show-Giganten und unberechenbaren Landmusikanten eindringt.
| Originaltitel | Fleisch ist mein Gemüse |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Komödie / Drama |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | 17.04.2008 |
| Besucher (D) | 154.743 |
| Einspielergebnis (D) | € 978.920 Bes. (EDI) 154.743 Bes. (FFA) 159.884 |
| FSK | ab 12 Jahre |
| WWW | - |
Livia S. Reinhard
Rosi
Susanne Bormann
Anja
Victor Choulman
Der Grieche Schorsch
Tina Engel
Chefin Dt. Haus
Stephan Kampwirth
Polizist
Timo Dierkes
Arzt
Rocko Schamoni
Schützenkönig
Veit Stübner
Schützenwirt
Susanne Freyer
Produzent
Renate Stoecker-Szaggars
Produktionsleit ung
Heinz Strunk
Buchvorlage
Christian Eisele
Produktionsdesi gn
Andreas Höfer
Kamera
Klaus Dudenhöfer
Schnitt
Susanne Platz
Kostüme
Irina Tübbecke-Bechem
Maske
Heiko Wengler-Rust
Maske
Gunther Hahn
Ton
Ursula Danger
Casting
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