Liam Neeson
James Nesbitt
Anamaria Marinca
Regie: Oliver Hirschbiegel
Verleih: Koch Media (Neue Visionen)
Nordirland: Alistair hat als junger Mann Jimmy vor den Augen von dessen jüngerem Bruder Joe getötet. Er hat dafür Jahre im Gefängnis verbracht und ist ein neuer Mensch geworden. 25 Jahre später will man ihn in einer Fernsehsendung zu einem Gespräch mit Joe bewegen. Beide Männer kämpfen auf ihre Art mit den Schatten der Vergangenheit.

Auf dem Sundance Film Festival mit Regie- und Drehbuchpreis ausgezeichnetes, psychologisch fein austariertes und stark gespieltes Drama, das den Nordirland-Konflikt anhand des Porträts zweier gegensätzlicher Männer zeichnet.
Nordirland in den Siebzigern: Für den jugendlichen Helden ist es eher ein Abenteuer, als er aufgeregt im Auto zu einer Familie fährt, um einen Mord aus zu führen. Er erschießt den älteren Sohn - vor den Augen von dessen jüngerem Bruder. Damit ist es mit der Unbeschwertheit vorbei. Regisseur Oliver Hirschbiegel wechselt nach dieser starken Eingangssequenz Zeit und Ton. 25 Jahre später ist aus dem Schützen der UVF, Alistair, ein melancholischer Mann geworden, der schwer an seiner Schuld trägt, gespielt von Irlands Vorzeige-historischen-Helden Liam Neeson ("Rob Roy", "Michael Collins"). Er hat Jahre im Gefängnis verbracht, ist ein neuer Mensch geworden. In einer Fernsehsendung soll er auf Joe (James Nesbitt aus "Bloody Sunday"), das Kind von damals, treffen. Der ist verbittert, hegt einen gewaltigen Groll, schwankt zwischen Panik und Aggressivität. Das Fernsehteam, insbesondere die junge Assistentin (Anamaria Marinca aus "Sturm"), versucht, es den beiden Männern einfacher zu machen.
Das Drehbuch von Guy Hibbert ("Omagh") nimmt authentische Ereignisse und Personen als Basis, um Täter und Opfer fiktional zusammen zu führen. Dabei ist er nicht daran interessiert, politische Hintergründe des Nordirland-Konflikts zu schildern, sondern vielmehr die psychologischen Wunden zu zeigen, die er bei den Einzelnen hinterlassen hat. Dass das besonders anschaulich gelungen ist, liegt an der starken Performance des Hauptdarsteller-Duos und deren Führung von Oliver Hirschbiegel, der bereits bei "Der Untergang" und "Das Experiment" Geschichte und psychologische Grenzsituationen packend erzählte. Er erweitert das intensive Kammerspiel mit Thriller- und Action-Momenten. hai.
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