Originaltitel: Fanfan la tulipe
Frankreich 2003
Vincent Perez
Penélope Cruz
Didier Bourdon
Regie: Gerard Krawczyk
Im 18. Jahrhundert trifft der junge, verwegene Fanfan auf die hübsche Zigeunerin Adeline, die ihm weissagt, dass er die Tochter von König Ludwig XV. heiraten werde, wenn er in die französische Armee eintritt. Bis sich die Prophezeiung erfüllt, hat Fanfan einige Abenteuer zu bestehen, rettet Madame Pompadour vor Wegelagerern, landet im Kerker und wird zum Tode verurteilt, während Adeline vom König adoptiert wird.

Das Remake des Mantel-und-Degen-Klassikers "Fanfan, der Husar" (1951) sollte als Eröffnungsfilm des 56. Festivals von Cannes eine heitere beschwingte Note setzen, kann aber mit triumphalen Festivalanfängen wie "Moulin Rouge" oder im letzten Jahr Woody Allens illustrem "Hollywood Ending" nicht mithalten. Der neue "Fanfan" ist nette Unterhaltung aus einem Genre, das man in Frankreich nach wie vor schätzt, wo es wegen der vielen gallischen Anspielungen im Dialog besser funktioniert. Es bietet jungen Zuschauern unbeschwertes Entertainment, schöpft aber seine Möglichkeiten nicht aus.
Das Original mit dem unvergessenen Gérard Philipe und der rassigen Gina Lollobrigida bestach durch den Charme, der dem Remake fehlt. Als Bruder Leichtfuß und Verführer von Dorfschönheiten ficht Vincent Perez (Isabelle Adjanis Liebhaber in Patrice Chéreaus Meisterwerk "Die Bartholomäusnacht") wie ein fünfter Musketier Degenduelle in Szenen aus, die hinter dem heutigen Action-Standard zurückbleiben und die tänzerische Eleganz von Philipe oder Gene Kelly vermissen lassen. Um der Hochzeit mit einer Bauerntochter zu entgehen, lässt sich Fanfan als Soldat für König Ludwig XV. anheuern. Unterwegs prophezeit ihm Zigeunerin Adeline, Adoptivtochter des Rekrutierungssergeanten (Penelope Cruz weit weniger feurig als gewohnt), die Hand der Tochter des Königs. Und der naive Fanfan glaubt, als er diese Henriette und ihre Begleiterin Madame Pompadour im Wald vor Banditen rettet, tatsächlich an Adelines nie ernst gemeinte Voraussage. Etliche Abenteuer später hat Fanfan den König vor einem Verräter gerettet und findet sein Glück bei Adeline.
Als Genrefilm ist "Fanfan" immer hübsch anzusehen, im Ton naiv, gelegentlich witzig, selten mitreißend. Der Spott bleibt auf Dialoge beschränkt, in denen der König, der seine Truppen im Feld nicht erkennt, Adel, Krieg und Militärs karikiert werden. Bester Satz des Frauenhelden Fanfan: "Ein Soldat entvölkert, ich bevölkere." Einige anachronistische Gags ("Wir brauchen eine Einheitswährung") und vor allem das Quartett, das der Grande Nation angemessene Melodien komponieren soll und auf Bizets "Carmen" und die US-Nationalhymne stößt ("Das soll Musik sein?"), sorgen für Auflockerung. Für Freunde des Genres ein harmloser Zeitvertreib, für Genrekenner allerdings ist nach wie vor Philippe de Brocas "Cartouche, der Bandit" (mit einem umwerfend anarchistischen Jean-Paul Belmondo und der hinreißenden Claudia Cardinale) das Maß aller Mantel-und-Degen-Dinge. ger.
Vincent Pérez könnte bei den nächsten Olympischen Spielen wohl problemlos als Degenfechter antreten. Schließlich hat der Schauspieler seine halbe Kinokarriere mit dem Schwert in der Hand verbracht. Auch in seinem neuen Leinwandabenteuer zieht er wieder die Klinge.
Vincent Pérez übernimmt die Hauptrolle in "Le Beau Masque". Er spielt einen Hauptmann der Napoleonischen Armee, der während der Kriegsjahre zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat. Doch dann wird bei einem Schusswechsel sein Gesicht entstellt. Seit diesem Tag verbirgt der Charmeur sein Gesicht hinter einer Maske.
"Le Beau Masque" basiert auf dem Roman "Nez de Cuir" von Jean de la Varende. Die Geschichte um den versehrten Soldaten wurde bereits 1952 von Yves Allegret für die Leinwand adaptiert. Jean Marais ("Fantomas") verkörperte damals den traurigen Helden.
Vincent Pérez dürfte sich in der Rolle eines Meister-Fechters pudelwohl fühlen. Schließlich gibt es kaum einen Schauspieler, der die Klinge öfter gezogen hat als der Franzose: In "Cyrano de Bergerac", "Die Reise des Capitan Fracassa", "Indochine", "Die Bartholomäusnacht", "Le Bossu" und auch in seinem neusten Kinofilm "Fanfan la Tulipe", der gerade auf dem Internationalen Filmfest in Cannes gezeigt wurde, ließ Pérez den Degen sprechen.
Die Dreharbeiten von "Le Beau Masque" beginnen Mitte September. Regie führt Philippe de Broca, der bereits für den Genre-Klassiker "Cartouche, der Bandit" mit Jean-Paul Belmondo verantwortlich zeichnet.
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