Raimund Parz, ein erfolgreicher und angesehener Auslandskorrespondent, beendet seine Karriere und kehrt nach Jahren der Abwesenheit zu seiner Frau und seinen beiden Söhnen zurück. Hierdurch brechen alte Familienkonflikte auf. Der älteste Sohn Mirko muss das Haus verlassen und zieht zu seiner Freundin Katrin. Als sich der jüngere Sohn Christopher, der mit seiner Frau Anja einen Verlag erfolgreich leitet, in Katrin verliebt, kommt es zur Katastrophe.

Nachdem er für "Ende der Saison" im vergangenen Jahr mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Gold dekoriert wurde, legt Regisseur Stefan Krohmer ein weiteres TV-Familiendrama vor (wiederum von Teamworx produziert), das sich deutlich aus der Masse der Produktionen hervorhebt. "Familienkreise" schildert das komplizierte Beziehungsgeflecht rund um den Familienpatriarchen Raimund Parz.
Krohmer gelingt es nach einer sehr kurzen Anlaufphase, den Zuschauer mit seinem dialoglastigen, stringent erzählten Ensemblefilm zu packen. Die Kargheit der Bilder und die mitunter explizite Darstellung - nicht nur in den Liebesszenen - weisen deutliche Parallelen zum erfolgreichen jungen dänischen Kino auf. Auch den subtilen Humor, den die nordischen Nachbarn selbst in den tragischsten Momenten souverän in ihre Drehbücher einfließen lassen, beherrscht Krohmer. So gelingt ihm auch nach der Katastrophe - Mirko wird von einem Auto überfahren, nachdem er seine Freundin mit seinem Bruder im Bett erwischt hat - die Hinwendung zu einem offenen, nicht allzu pessimistischen Ende. Eine überraschende Wendung - aber bei weitem nicht die einzige in diesem Film.
"Familienkreise" lebt nicht zuletzt von seinem perfekt besetzten und harmonierenden Schauspielerensemble. Götz George brilliert als kalter und zynischer Patriarch, wird aber erfreulicherweise nicht als "Star" in den Vordergrund gerückt. So bleibt genügend Raum für die wichtige Charakterzeichnung des ungleichen Brüderpaars, das von Hans-Jochen Wagner und Tobias Oertel überzeugend dargestellt wird. Das zentrale Beziehungsviereck wird komplettiert durch deren Frauen. Während Krohmer mit Sophie von Kessel, die die Anja spielt, auf eine Fernsehfilm-Routinierin setzt, ist Katja Gaub in der Rolle der Katrin eine interessante Neuentdeckung. Die 32-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren vor allem am Theater als Regisseurin und Darstellerin einen Namen gemacht. Nach "Familienkreise" sollte dem Ausbau der Karriere in Film und Fernsehen allerdings nichts im Wege stehen. jl.
| Darsteller: | Götz George | als Raimund Parz | |
|---|---|---|---|
| Hans-Jochen Wagner | als Christopher Parz | ||
| Tobias Oertel | als Mirko Parz | ||
| Jutta Lampe | als Annemarie Parz | ||
| Sophie von Kessel | als Anja Parz | ||
| Katarina Gaub | als Katrin | ||
| Erwin Steinhauer | als Jan Ise | ||
| Regie: | Stefan Krohmer | ||
| Drehbuch: | Daniel Nocke | ||
| Produzent: | Prof. Nico Hofmann | ||
| Sascha Schwingel | |||
| Kamera: | Gunnar Fuß | ||
| Schnitt: | Stephan Krumbiegel | ||
| Produktionsdesign: | Stephanie Wirth | ||
| Silke Fischer | |||
| Kostüme: | Silke Sommer | ||
| Ton: | Steffen Graubaum | ||
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