
Diese Familie ist ein Phänomen. Dabei ist sie ganz normal; und genau darin liegt ihre Stärke. Bei den Sonnenfelds aus Regensburg ist immer Alltag. Es gibt keine Katastrophen, keine Tragödien, nicht mal Unglücksfälle; zumindest keine, die sich nicht beheben ließen. Und trotzdem ist es nicht bloß unterhaltsam, sondern auch ungemein fesselnd, dieser Familie dabei zuzuschauen, wie sie ihre kleinen und großen Probleme bewältigt.
Es sei oberstes ARD-Gebot, heißt es im neuen Jahrbuch des Senderverbunds, "die Bedürfnisse, Sorgen und Nöte der Menschen" aufzugreifen. Man mag dabei nicht in erster Linie an einen Fernsehfilm denken. Aber es ist völlig legitim, die Maxime auf diese Weise zu beherzigen; immer vorausgesetzt, die Figuren sind so authentisch wie die Sonnenfelds.
Auch wenn Ich-AG-Gründer in der Regel nicht in solchen Dimensionen denken: Carlo (Helmut Zierl) braucht unbedingt einen Kredit in sechsstelliger Höhe, um seiner neuen Firma auf die Beine zu helfen. Oma (Rosemarie Fendel) bereut mittlerweile ein bisschen, die Sippschaft ihres Sohnes (Frau, vier Kinder, ein Hund) unter ihr Dach geholt zu haben. Mutter (Marion Kracht) findet keine Anstellung als Anwältin, kommt sich unnütz vor und fühlt sich, als sei sie dabei zu verblühen. Sohn Nico (Janos Körtge) wird auf dem Weg zur Schule regelmäßig von einer Bande "abgezogen". Die burschikose Tochter Tiffy (Lavinia Thelen) möchte endlich als Mädchen akzeptiert werden. Am schlimmsten aber trifft es diesmal die 15-jährige Tochter Sarah (Sarah Körtge), die sich schwer verliebt hat und unbedingt auf eine Party muss. Vater Carlo willigt nur sehr zögerlich ein, holt sie viel zu früh ab und macht eine Riesenszene, als er Sarah mit Alkohol und Zigarette erwischt.
Christine Kabisch verfilmt das Drehbuch von Markus Mayer gänzlich unspektakulär, aber mit spürbarer Zuneigung zu den Figuren und ihren Darstellern. Und zum Hund: Oma Marianne nimmt Otto unter ihre Fittiche und bringt ihm mit Hilfe einer Hundeschule Manieren bei. All das ist unaufgeregt und lebensnah erzählt. Die Krisen sind evident, aber nie existenzieller Art; ganz normal eben. Gleichzeitig vermitteln die Figuren, dass sie die Herausforderungen schon irgendwie meistern werden, und zwar gerade nicht auf die übliche verlogene Heile-Welt-Art. Neben der ausdrücklichen Aufforderung, seinen Mitmenschen mehr zuzutrauen, vermittelt der Film "Vertrauen" daher vor allem eine aufmunternde Erkenntnis: "Wenn die das schaffen, schaff' ich das auch". tpg.
| Darsteller: | Marion Kracht | als Christina Sonnenfeld | |
|---|---|---|---|
| Helmut Zierl | als Carlo Sonnenfeld | ||
| Rosemarie Fendel | als Marianne Sonnenfeld | ||
| Jonas Laux | als Sven Sonnenfeld | ||
| Sarah Körtge | als Sarah Sonnenfeld | ||
| Janos Körtge | als Nico Sonnenfeld | ||
| Lavinia Thelen | als Tiffany Sonnenfeld | ||
| Andrea Bürgin | als Brigitte | ||
| Stefan Reck | als Thorsten | ||
| Sesede Terziyan | als Layla | ||
| Max Felder | als Timo | ||
| Michael A. Grimm | als Tafler | ||
| Hans-Maria Darnov | als Makler | ||
| Markus Anton | als Banker | ||
| Joana Mendl-Fink | als Carola | ||
| Bärbel Strecker | als Elisabeth | ||
| Regie: | Christine Kabisch | ||
| Drehbuch: | Markus Mayer | ||
| Produzent: | Thomas Hroch | ||
| Kamera: | Charly Steinberger | ||
| Musik: | Jens Langbein | ||
| Robert Schulte-Hemming | |||
Marion Kracht trat bereits mit fünf Jahren in einem Werbespot auf. Im Alter von 14 Jahren spielte sie die Tony in der Fernsehserie "Die...
Helmut Zierl begann seine Schauspielkarriere am Theater. Bekannt wurde er jedoch in zahlreichen TV-Produktionen. Rollen wie die des charmanten...
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