Ihre Familie mag ja nicht an jedem Unheil Schuld sein, das Christine Bonhoff gerade widerfährt, aber ohne sie wäre sie sicher besser dran. Permanent laden alle ihre Sorgen bei der Buchhändlerin ab. Ex-Gatte Ulrich belästigt sie mit seinen Eheproblemen, ihre Tochter ebenso, und der verbitterte Vater verärgert ständig sein Pflegepersonal. Keiner merkt, dass Christine gerade ihr Lebenstraum zwischen den Fingern zerrinnt: Sie muss ihre geliebte Buchhandlung aufgeben.

Der Titel ist die pure Ironie. Ihre Familie mag ja nicht an jedem Unheil Schuld sein, das Christine Bonhoff gerade widerfährt, aber ohne ihre Lieben wäre sie sicher besser dran. Permanent laden alle ihre Sorgen bei der Buchhändlerin ab; dabei könnte sie selbst Zuspruch brauchen.
"Familie ist was Wunderbares" (Regie und Kamera: Hans-Günther Bücking) ist sicher kein großer Film; manchmal wird ein Werk eben nur deshalb zum "Fernsehfilm der Woche", weil es montags im ZDF läuft. Trotzdem kann man sich in die Geschichte (Annemarie Schoenle) reinziehen lassen, selbst wenn die Autorin ihrer Heldin (Rita Russek) eine Menge zumutet. Gatte Ulrich (Karl Kranzkowski) hat sie wegen einer Frau verlassen, die etwa so alt ist wie seine Tochter. Die hat nun einen Bruder, der jünger ist als ihr eigenes Kind. Und weil sich Ulrich und Christine versprochen haben, Freunde zu bleiben, belästigt er ausgerechnet seine Ex-Frau, wenn er Rat und Hilfe braucht; erst recht, als Christines Nachfolgerin bei einem Verkehrsunfall stirbt. Auch die Tochter (Julia Maria Köhler) hat Eheärger: Ihr Mann ist nicht bereit, berufliche Abstriche zu machen, damit sie wieder ganztags arbeiten kann. Und schließlich ist da noch Christines Freund Toni (August Schmölzer), der Bürgermeister des kleinen Ortes, der für eine weitere Amtszeit kandidiert und dessen Bauamts-Chef in einen Korruptionsskandal verwickelt ist. Zu allem Überfluss verärgert Christines verbitterter Vater (Branko Samarowski) ständig sein Pflegepersonal. Sie alle merken nicht, dass ihrer Ex-Frau, Mutter, Freundin und Tochter der Lebenstraum zwischen den Fingern zerrinnt: Christine muss ihre geliebte Buchhandlung aufgeben. Immerhin kann sie den Chef (Horst Janson) der Kette, die den Laden übernimmt, davon überzeugen, sie als Geschäftsführerin einzustellen, aber zwangsläufig leidet ihre Arbeit darunter, dass alle dauernd an ihr zerren.
Wenn man trotzdem kein Mitleid für Christine empfindet, liegt das vor allem an der Darstellerin: Rita Russek verkörpert die Hauptfigur gewohnt resolut und derart tapfer, dass sie gar kein Mitleid braucht. Dank Russeks Erfahrung ist die Figur auch schauspielerisch ein Fels in der Brandung. Bei ihren Kollegen hingegen wirken die ohnehin gern mit literarischem Anstrich versehenen Dialoge mitunter aufgesagt, der eine oder andere Nebendarsteller agiert überaus hölzern, und die Statisten laufen doch sehr angestrengt durchs Bild. tpg.
| Darsteller: | Rita Russek | als Christine Bonhoff | |
|---|---|---|---|
| Karl Kranzkowski | als Ulrich Bonhoff | ||
| August Schmölzer | als Toni Hoffmann | ||
| Horst Janson | als Paul Hieronymus | ||
| Julia-Maria Köhler | als Anja Bonhoff | ||
| Johanna Gastdorf | als Petra Bode | ||
| Branko Samarovski | als Schorsch Dittmann | ||
| Nils Brunkhorst | als Jakob | ||
| Jonas Hartmann | als Steffen Dietz | ||
| Enno Hesse | als Markus Hämmerlein | ||
| Sonja Baum | |||
| Regie: | Hans-Günther Bücking | ||
| Drehbuch: | Annemarie Schoenle | ||
| Produzent: | Jutta Müller | ||
| Kamera: | Hans-Günther Bücking | ||
| Musik: | Stefan Ziethen | ||
| Produktionsdesign: | Ingrid Henn | ||
| Kostüme: | Joyce Tan | ||
| Ton: | Andreas Wölki | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
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