Unkonventioneller Politthriller über den brisanten Fall der Botschafterehefrau Valerie Plame, deren Status als geheime CIA-Agentin von konservativen Medien als Rache gegen die Bush-feindliche Haltung ihres Mannes aufgedeckt wurde. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto42/10420444/b150x150.jpg Fair Game

Filmdetails

Fair Game

Unkonventioneller Politthriller über den brisanten Fall der Botschafterehefrau Valerie Plame, deren Status als geheime CIA-Agentin von konservativen Medien als Rache gegen die Bush-feindliche Haltung ihres Mannes aufgedeckt wurde.


Fair Game
Start: 25.11.2010

Drama / Thriller

USA 2010
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Sean Penn
Naomi Watts
Sam Shepard

Regie: Doug Liman
Verleih: Tobis

Videoplayer wird geladen ...

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Vier Monate nach der US-Invasion im Irak veröffentlicht der ehemalige Botschafter Joseph Wilson im Juli 2003 einen flammenden Meinungsartikel in der "New York Times": Die CIA habe die Nachrichtenlage verzerrt, um es so aussehen zu lassen, dass Saddam Hussein eine Gefahr für die USA darstelle. Tage später wird Wilsons Ehefrau Valerie Plame von dem konservativen Autoren Robert Novak als geheime CIA-Agentin entlarvt. Startschuss für einen Spießrutenlauf für die Wilsons, an dessen Ende es zu Entlassungen in der Bush-Administration kommt.


Kritik

Fair Game

Prickelnder Politthriller von "Mr. & Mrs. Smith"-Macher Doug Liman über die skandalöse Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame und deren Folgen.

"Was ich nicht in Afrika gefunden habe" ist der Titel eines Meinungsartikels, den der ehemalige Botschafter Joseph Wilson im Juli 2003, vier Monate nach dem Beginn des Irakkrieges, in der New York Times veröffentlichte. Zuvor war er auf Anraten seiner als verdeckte CIA-Agentin arbeitenden Frau Valerie Plame vom Geheimdienst nach Niger geschickt worden, um herauszufinden, ob etwas an den Gerüchten dran sei, aus dem armen afrikanischen Land sei im großen Stil angereichertes Uran in den Irak gebracht worden. Wilson kann trotz intensiver Suche nichts finden und meldet es entsprechend. Als Präsident Bush den US-Einmarsch in den Irak allerdings öffentlich damit rechtfertigt, Saddam Hussein habe Uran aus Afrika bezogen, wird Wilson hellhörig. Mit seinem eingangs genannten Artikel gibt er seinen Zweifeln Ausdruck und löst ein mittelschweres politisches Erdbeben aus. Wie er und seine Frau in der Folge unter Druck gesetzt, ihre Namen in den Dreck gezogen werden und dadurch fast ihre Existenz bedroht wird, das behandelt Doug Liman in seinem Politthriller, das einerseits ein flammendes Plädoyer für Zivilcourage, andererseits eine eindringliche Studie eines Ehepaars unter Beschuss ist: Es ist Freiwild in einem nach 9/11 angst- und hasserfüllten Land, das von seiner Regierung nach Belieben manipuliert wird.

Mit Filmen wie "Die Bourne Identität" oder "Mr. & Mrs. Smith" hat sich Liman einen Namen gemacht. Nun spielt er mit seinem couragierten neuen Film erstmals bei den großen Jungs mit. Zwar finden sich Elemente vorgenannter Arbeiten auch in "Fair Game", das auf den gleichnamigen Memoiren von Valerie Plame aus dem Jahr 2007 basiert, aber vor allem lassen sich Elemente der engagierten Filme eines Alan J. Pakula oder Costa-Gavras in der Geschichte entdecken, die als "Plamegate" weltweit für Schlagzeilen sorgte und zuvor bereits von Rod Lurie in seinem in Deutschland nur als Videopremiere erschienenen Film "Nichts als die Wahrheit" wenngleich leicht verklausuliert, aufgegriffen worden war (Kate Beckinsale spielte die Hauptrolle, als Plame-Figur war Vera Farmiga zu sehen). Hohes Tempo ist eines der Merkmale von allen Filmen von Doug Liman. Auch hier gönnt er sich und seinem Publikum kaum eine Sekunde zum Verschnaufen, und doch zählt es zu seinen herausragenden Leistungen, dass man bei der höchst komplexen Geschichte nie den Überblick verliert. Tatsächlich stellt er zwar Wilson und Plame, gespielt von Sean Penn (in seiner ersten Rolle seit dem Oscar-Gewinn mit "Milk") und Naomi Watts, in den Mittelpunkt, aber er fixiert sich nicht auf die beiden Figuren: Um die höchst tragischen unmittelbaren Auswirkungen der sofortigen Suspendierung Plames nach ihrer illegalen Enttarnung als CIA-Agentin durch den konservativen Journalisten Robert Novak zu verdeutlichen, zeigt "Fair Game" in einer Nebenhandlung eine Gruppe von ehemaligen Atomwissenschaftlern im Irak, die den CIA mit Informationen füttert und im Gegenzug von Plame sicher außer Landes geschafft werden sollen - nur dass die Hilfe nie kommt.

Der niederträchtige Racheakt der Bush-Administration, unliebsame Kritiker mundtot zu machen und zu diskreditieren, ist eben nicht nur moralisch verwerflich und illegal, sondern er hat auch unmittelbar Auswirkungen auf das Leben von Menschen. Überhaupt balanciert "Fair Game" das Politische und Private brillant aus und macht deutlich, wie die zunehmende Isolation der in der Öffentlichkeit in Verruf gebrachten Eheleute zu einem Prüfstein wird, der zwar letztlich etwas bequem in einem Showdown überwunden wird, in dem sich der Film arg in die Pose wirft und seine Message mit dem Dampfhammer anbringt. Diesen etwas aufgesetzten Frank-Capra-Moment verzeiht man ihm dennoch von ganzem Herzen. Er hat ihn sich verdient, mit intelligenter und engagierter Unterhaltung. Doug Liman steigt damit in die allererste Riege von Hollywood-Regisseuren auf. ts.

Fair Game

Darsteller:  Sean Penn   als Joe Wilson
  Naomi Watts   als Valerie Plame
  Sam Shepard   als Sam Plame
  Noah Emmerich   als Bill
  Michael Kelly   als Jack
  Bruce McGill   als Jim Pavitt
  Ty Burrell   als Fred
  Louis Ozawa Changchien  
  Brooke Smith   als Diana
  David Denman   als Dave
 
Regie:  Doug Liman  
Drehbuch:  Jez Butterworth  
  John-Henry Butterworth  
Produzent:  Akiva Goldsman  
  William Pohlad  
  Janet Zucker  
  Jerry Zucker  
  Doug Liman  
  Jez Butterworth  
Koproduzent:  Kim H. Winther  
  Avram Ludwig  
  David Sigal  
Ausf. Produzent:  Jeff Skoll  
  David Bartis  
  Mari Jo Winkler-Ioffreda  
  Kerry Foster  
  Mohammed Khalaf  
Kamera:  Doug Liman  
Schnitt:  Christopher Tellefsen  
Musik:  John Powell  
Produktionsdesign:  Jess Gonchor  
Kostüme:  Cindy Evans  

"Die wirklichen,Mr. & Mrs. Smith"

In "Fair Game" greift Doug Liman die wahre Geschichte der ehemaligen CIA-Agentin Valerie Plame und deren skandalöse Enttarnung auf und punktet mit Starbesetzung von Naomi Watts und Sean Penn.

Großansicht Regisseur Doug Liman am Set von "Fair Game"

Regisseur Doug Liman am Set von "Fair Game"

Mussten Sie bei dem brisanten Thema lange auf grünes Licht warten?
Wir haben das Projekt River Road Entertainment vorgeschlagen, und die Zusage kam umgehend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Film bei langer Warterei überhaupt realisiert hätte. Produzent William Pohlad erhielt damals zahlreiche Drehbücher über Politik und die Bush-Administration und meinte, "Fair Game" sei das einzige gewesen, das sich auf Menschen konzentriere und deshalb auch noch in 100 Jahren relevant wäre. Dass dann die Schauspieler meiner Wahl einwilligten, ist das absolute Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

Wie haben Sie Naomi Watts und Sean Penn überzeugt?
Nur durch das gute Drehbuch von Jez Butterworth und seinem Bruder John-Henry. Sie kannten Naomi und riefen sie an. Nach einem Tag hatte sie das Buch gelesen, und wir machten sofort einen Termin aus. Bei Sean Penn platzte ich mit meiner Anfrage für einen Low-Budget-Independent-Film mitten in die Phase vor der Oscar-Verleihung 2009, aber auch er kam schnell an Bord.

Großansicht Naomi Watts und Sean Penn als Botschafter-Paar, das Opfer einer politischen Intrige wird

Naomi Watts und Sean Penn als Botschafter-Paar, das Opfer einer politischen Intrige wird

Was haben Sie von der wahren Geschichte 2003 mitbekommen?
So viel wie jeder Durchschnittsamerikaner, der Nachrichten guckt und Zeitungen liest. Erst als das Projekt in meine Hände geriet, habe ich mich intensiver damit beschäftigt und war von den Socken.

Wo lag der besondere Reiz?
Ich liebe Spione. Aber hier geht es um die wirklichen "Mr. & Mrs. Smith", um individuelle Zivilcourage, darum, dass jemand den Mund aufmacht und sich nicht scheut, den Präsidenten anzugreifen, der das Volk nach Strich und Faden belogen hat und seine Machtposition schamlos ausnutzte. Ich nehme keine Stellung zum Irak-Krieg, sondern feiere den Mut von Valerie Plame und Joseph Wilson. Egal ob man rechts oder links ist, Demokrat oder Republikaner, man sollte diesen Kämpfern für Gerechtigkeit Achtung entgegenbringen. Niemand spricht über Spione wie Valerie, die unbemerkt von den Medien arbeiten, in den gefährlichsten Situationen auf sich gestellt sind und für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren. Und das alles bei schlechter Bezahlung und unter dem ständigen psychischen Druck, dass ihr Doppelleben auffliegt. Sie war ein NOC (non-official cover), so etwas wie ein James Bond der CIA, nur weniger spektakulär.

Großansicht Die Rolle des Joseph Wilson hat Sean Penn sicher viel Freude bereitet - schließlich gilt der Star selbst als außerordentlich unbequem und politisch couragiert

Die Rolle des Joseph Wilson hat Sean Penn sicher viel Freude bereitet - schließlich gilt der Star selbst als außerordentlich unbequem und politisch couragiert

Wie hat sich Naomi Watts auf die Rolle vorbereitet?
Naomi brachte viel von Valeries Qualitäten ein, aber es fehlte irgendein Quäntchen. In Panik rief ich den Produzenten an, und wir schickten sie für zwei Tage in ein Trainingslager für Geheimagenten, wo sie bis zur Erschöpfung rennen, Schießübungen machen und in einem dunklen Raum Selbstverteidigung lernen musste. Sogar mit Dynamit konnte sie dann umgehen. Nach diesem Kurs wirkte sie sehr verändert, viel taffer.

Warum drehten Sie im gefährlichen Bagdad und nicht wie viele Ihrer Kollegen in Jordanien?
Mir kam es auf die winzigsten Details an, und in Außenaufnahmen mussten wir das wahre Bagdad zeigen, nicht ein Fake. Während der zwei Tage habe ich trotz schusssicherer Westen ständig vor Angst gezittert. Auch wenn das Einheimischen-Team mich zu beruhigen versuchte, dachte ich immer daran, was mir passieren könnte. Außerdem standen wir unter Zeitstress. Ein falscher Take konnte nicht wiederholt werden.

In welcher Form haben Sie mit den wahren Protagonisten zusammengearbeitet?
Natürlich stützen wir uns auf Valerie Plames Memoiren und Joseph Wilsons Buch, beide versorgten uns mit nützlichen Tipps und besuchten uns am Set, redeten uns aber nie rein. Sean Penn hat viel Zeit mit Joseph Wilson verbracht und sich alles haarklein berichten lassen, um dann tief in die Figur zu kriechen. Mit der genauen Recherche, der Authentizität und der Nachprüfbarkeit von Fakten steht und fällt die Glaubwürdigkeit des Films. Wir haben sogar mit anderen Spionen gesprochen. Ich erzähle die Geschichte aus der Sicht dieses ungewöhnlichen Paares, für mich der ehrlichste Weg und eine Möglichkeit, einiges in der Öffentlichkeit wieder zurechtzurücken und in Ordnung zu bringen. mk

Star

Sean Penn

Nach kleinen Rollen in TV-Filmen und im Theater debütierte Penn 1981 in "Die Kadetten von Bunker Hill" an der Seite von Tom Cruise. Der Durchbruch...

Star

Naomi Watts

Unter Hollywoods Blondinen ist sie eine der wandlungsfähigsten: sinnlich, spontan, langmähnig, schlank und wild wie eine moderne Monroe. Naomi...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Weitere Clips zum Film

 

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.