Palmen-gekrönte Dokumentation von Michael Moore, die der Frage nachgeht, was in den USA nach dem 11. September 2001 geschah. http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz30/z0430600/b150x150.jpg Fahrenheit 9/11

Filmdetails

Fahrenheit 9/11

Palmen-gekrönte Dokumentation von Michael Moore, die der Frage nachgeht, was in den USA nach dem 11. September 2001 geschah.


Fahrenheit 9/11
Start: 29.07.2004

Dokumentarfilm / Politik

USA 2004
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Michael Moore
Debbie Petriken

Regie: Michael Moore
Verleih: Falcom

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Am 11. September 2001 lenken saudi-arabische Selbstmordterroristen je ein Flugzeug in die Türme des World Trade Center - und machen aus dem bis dato eher durch gebremsten Arbeitseifer aufgefallenen George W. Bush einen "Kriegspräsidenten". Obgleich eine Vielzahl von Spuren nach Afghanistan und gar zu alten Bush-Kumpanen nach Arabien führen, lenkt die Administration den Verdacht bald gezielt auf den irakischen Diktator Saddam Hussein, seines Zeichens ein alter Todfeind von Bush senior. Nach der Intervention in Afghanistan folgt prompt die Invasion des Iraks, gestützt auf offenbaren Lügen und fingierten Belegen.

Amerikas liberaler Frontkämpfer Michael Moore ("Bowling for Columbine") serviert weniger eine Dokumentation über einen Politskandal als viel mehr den aufwändigsten Präsidenten-Abwahlspot der Filmgeschichte. Dafür wurde er in Cannes mit der Goldenen Palme geehrt.


Kritik

Palmen-gekrönte Dokumentation von Michael Moore, die der Frage nachgeht, was in den USA nach dem 11. September 2001 geschah.

Großansicht Patriotismus wird bei Michael Moore groß geschrieben (Foto: Falcom)

Patriotismus wird bei Michael Moore groß geschrieben (Foto: Falcom)

Präsident Bush schäumt, Michael Moore reibt sich die Hände: trotz Boykottaufrufen stürmten drei Millionen Amerikaner am Startwochenende die Kinos, um zu sehen, warum ihr oberster Commander in den Irak einmarschierte.

Und da hat der erfolgreichste politische Dokumentarfilmer einiges zu bieten. Genüsslich nimmt Moore die Verbindungen zwischen den Familien Bin Laden und Bush unter die Lupe, die seltsame Kumpanei mit den Saudis und räumt mit Sprüchen von wegen Massenvernichtungswaffen und Demokratisierung des Irak auf.

Öl heißt der Stoff, der alle und alles schmiert. Und wenn Armee-Vertreter wie Rattenfänger durchs Land ziehen, um mit falschen Versprechungen Kids zu rekrutieren, packt einen einfach nur die Wut.

Großansicht Bei seinen Recherchen stößt Moore auf interessante Verbindungen (Foto: Falcom)

Bei seinen Recherchen stößt Moore auf interessante Verbindungen (Foto: Falcom)

Alte Fakten, neue Fakten

Aufklärung durch Unterhaltung: Moores aus "Bowling for Columbine" bekanntes Konzept einer Mischung aus Fakten und Kollagen funktioniert einmal mehr perfekt.

Während sich die in Cannes gezeigte Doku immer wieder auf alt bekanntes Archivmaterial verließ, erwartet den DVD-Freund eine durch brisantes Material erweiterte Version.

Fahrenheit 9/11

Darsteller:  Michael Moore   als Michael Moore
  Debbie Petriken   als Debbie Petriken
 
Regie:  Michael Moore  
Drehbuch:  Michael Moore  
Produzent:  Michael Moore  
  Jim Czarnecki  
  Kathleen Glynn  
Koproduzent:  Jeff Gibbs  
  Kurt Engfehr  
Ausf. Produzent:  Harvey Weinstein  
  Bob Weinstein  
  Agnès Mentré  
Kamera:  Mike Desjarlais  
Schnitt:  Kurt Engfehr  
  Christopher Seward  
  T. Woody Richman  
Musik:  Jeff Gibbs  
Ton:  Fracisco Latorre  

Bush hat die Wahl gewonnen

Herausforderer John Kerry dachte eigentlich, die Entscheidung falle erst am 2. November. Doch nun ist Präsident George W. Bush vorzeitig zum Wahlsieger erklärt worden.

Großansicht George W. Bush: Die Achse des Bösen (Foto: Falcom)

George W. Bush: Die Achse des Bösen (Foto: Falcom)

Allerdings nicht für eine weitere Amtsperiode als mächtigster Mann der USA, sondern für eine Position, auf die George Walker mit Sicherheit gerne verzichtet hätte: Leser des amerikanischen "Total Film Magazine" haben den Texaner nämlich zum "besten Filmbösewicht des Jahres" gekürt.

Verdient hat sich Bush diese zweifelhafte Ehre nach Meinung von 10.000 Filmfans durch seine Auftritte in Michael Moores Polit-Doku "Fahrenheit 9/11":

"Bush war in diesem Film absolut furchterregend", erklärt Redakteur Matt Mueller die Entscheidung seiner Leser. "Die berühmte Szene, als er in einer Grundschule von den Angriffen auf das World Trade Center erfährt, und minutenlang einfach nur wie gelähmt auf seinem Stuhl klebt - da kriegt man wirklich große Angst."

Golfschläger statt Kettensäge

Amüsant ist dabei, wen Bush im Rennen um die durchaus renommierte Trophäe so alles ausgestochen hat: Den Killer aus "Texas Chainsaw Massacre" - auch Bush stammt ja aus dem Bundesstaat der Öl-Barone - fand man lange nicht so angsteinflößend wie den aktuellen Präsidenten. Selbst Mordmaschine Elle Driver (Daryl Hannah) aus "Kill Bill Vol. 2" oder der schizophrene Psychopath Gollum aus "Der Herr der Ringe" konnten in Sachen Schockpotenzial nicht mit Bush konkurrieren. Und auch Alfred Molinas "Dock Ock" aus "Spider-Man 2" musste sich trotz fieser Mördertentakel George W. geschlagen geben.

Während sich John Kerrys Demokraten bei der ganzen Sache sicher ins Fäustchen lachen, wird das Lager Bush die Auszeichnung vermutlich als schlechten Scherz abtun.

Allerdings hatten die Republikaner auch Regisseur Michael Moore lange als unbedeutenden Irren belächelt: Obwohl sein "Fahrenheit 9/11" als erste Doku die Goldene Palme in Cannes gewann, kanzelte man den Film als schräges Polit-Statement ab, das nur eine kleine Gruppe linksgerichteter Filmfans begeistern würde. Doch Moores Anti-Bush-Doku wurde später von so vielen Menschen gesehen, wie sonst nur wenige Filme: Knapp 120 Mio. Dollar spielte die Kinofassung bisher ein und auch die DVD pulverisierte schon in der ersten Woche sämtliche Verkaufsrekorde.

In Deutschland zeigt Pro 7 den Film übrigens am 1. November, dem Vorabend der Wahlen. Moore hatte leidenschaftlich dafür gekämpft, dass Menschen auf der ganzen Welt "Fahrenheit 9/11" noch vor der Präsidentschaftswahl sehen können. Nach den Regeln der Academy kostet ihn die TV-Ausstrahlung sogar eine als sicher angesehene Nominierung für den Doku-Oscar.

Star

Michael Moore

Er ist einer der originellsten Dokumentarfilmer der Geschichte. Der schwergewichtige und von Witz, Sarkasmus und Selbstironie sprühende...

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