Hypnotische Gratwanderung zwischen Realität und Traum, orientiert an Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" von 1926. http://images.kino.de/flbilder/max99/bf99/bf38/b9938040/b150x150.jpg Eyes Wide Shut

Filmdetails

Eyes Wide Shut

Hypnotische Gratwanderung zwischen Realität und Traum, orientiert an Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" von 1926.


Eyes Wide Shut
Start: 09.09.1999

Drama

USA 1999
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Tom Cruise
Nicole Kidman
Sydney Pollack

Regie: Stanley Kubrick
Verleih: Warner

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Temperatur

lau

Inhalt

Nach einem heißen Flirt mit einem Unbekannten offenbart Alice Harford ihrem Ehemann William ihre tiefsten sexuellen Fantasien. Verstört flieht William in die Nacht hinaus, wo er durch verschiedene Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht in Versuchung gebracht wird. Doch so verlockend die zunehmend traumartigen Episoden auch sein mögen, William gibt seinem Verlangen nicht nach.


Kritik

Eyes Wide Shut

Alle Augen hofften seit Monaten einen Blick auf das cineastische Testament des vor vier Monaten verstorbenen Meisterregisseurs Stanley Kubrick erhaschen zu können. Neben seinem plötzlichen Tod sorgten extreme Geheimniskrämerei seit Beginn der Dreharbeiten vor drei Jahren und ein gewagter Teaser mit den Protagonisten Tom Cruise und Nicole Kidman für eine unglaublich große Erwartungshaltung. Doch am Startwochenende wurde der tiefenpsychologische Traumthriller von dem Medienblitz um die JFK-Jr.-Tragödie überschattet, was Brancheneinschätzungen zufolge das grundsolide, allerdings nicht sensationelle Einspiel von 22,8 Mio. Dollar erklärt.

Es ist nicht ohne eine gewisse tragische Ironie, daß Kubricks filmische Unterbewußtseinsdeutung von "Obsessionen und sexueller Eifersucht" im Milieu von New Yorks Reichen und Mächtigen angesiedelt - der Welt, in der auch der verstorbene Präsidentensohn verkehrte. Basierend auf Arthur Schnitzlers von Freudschen Motiven durchsetzter "Traumnovelle" von 1926, wurde das Geschehen damit vom Wien der Jahrhundertwende in den Big Apple der Jahrtausendwende verlegt (wobei, wie immer bei Kubrick seit den frühen sechziger Jahren, in London gefilmt wurde). Mit Walzerklängen aus dem Radio wird während der intimen Vorstellungsszene, samt erster textilfreier Rückansicht Kidmans, des Ehepaares William und Alice Harford eine elegante Brücke geschlagen. Der erfolgreiche Arzt und seine Frau begeben sich zur jährlichen Weihnachtsparty des einflußreichen Tycoons Victor Ziegler (Regisseur Sydney Pollack). Während William mit zwei Models an seinem Arm flirtet, schwebt die beschwipste Alice mit einem distinguierten Ungarn über die Tanzfläche, der verlauten läßt: "Einer der Reize der Ehe ist es, daß sie für beide Betrug zur Notwendigkeit macht". Womit sich stilsicher ein visuell faszinierendes Karussell der Sinnesfreuden und -täuschungen zu drehen beginnt. Nach der Party gesteht Alice ihrem Mann von ihrem verzehrenden sexuellen Verlangen nach einem Marineoffizier während ihres letzten gemeinsamen Urlaubs. Verstört läuft William in die Nacht hinaus, wo er durch verschiedene Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht in Versuchung gebracht wird: mit der anlehnungsbedürftigen Tochter eines auf dem Totenbett liegenden Patienten, einer unerfahrenen Prostituierten (Vinessa Shaw) und einem kecken Nymphchen (Leelee Sobieski). Nach einem Tip von einem befreundeten Klavierspieler landet er schließlich bei einer streng geheimen, ultradekadenten Kostüm-Orgie in einem schloßartigen Anwesen. Dieser Höhepunkt und gleichzeitig das zentrale Mittelstück des Films wird atmosphärisch ins Surreale gesteigert und wie das Ritual einer schwarzen Messe zu den Klängen bedrohlicher Orgelklänge zelebriert (in der US-Fassung mußten, um das kommerziell tödliche NC17-Rating zu umgehen, digital Figuren eingefügt werden, die den direkten Anblick kopulierender Paare verdecken.) Der gute Doktor wird jedoch schon bald als ungebetener Eindringling entlarvt und muß als einziger seine Maske ablegen. Er darf erst gehen, als eine der nackten Schönen sich bereit erklärt, seine Schuld zu bezahlen. Ein todernster Ton, angefüllt mit Schuldgefühlen und Paranoia, entfaltet sich, da William befürchten muß, daß zwei Menschen seine Eskapaden mit dem Leben bezahlt haben. Schein und Sein sind für ihn nur noch schwer zu unterscheiden und schließlich hält Alice ein "traumhaftes" Erlebnis für ihn parat.

Kubrick, oft als emotional kalter Kontrollfreak verschrien, beschäftigt sich auch hier wieder mit urmenschlichen Impulsen - in diesem Fall der emotionalen Dynamik von und zwischen Mann und Frau . Sex und Tod, Treue und Betrug, Verantwortung und Leidenschaft, Masken und Nacktheit werden mit kubrikscher Präzision zu einer hypnotischen Hinterfragung von Realität und Traum stilisiert. Seine Darstellung von Erotik ist eher klinisch, manchmal gar humorvoll, jedoch kaum als aufreizend zu bezeichnen. Die Dialoge fallen allemal expliziter als die Bilder aus. Und somit schließt sich der Vorhang für Kubrick, der zum Abschluß seiner Karriere noch einmal unmißverständlich zeigt, daß Film mehr als nur bloßes Spektakel sein kann. Während er seine Augen für immer geschlossen hat, wird ein Millionenpublikum "Eyes Wide Shut" mit weitaufgerissenen Augen verfolgen - und anschließend hitzig diskutieren, wie es bei allen Filmen Kubricks der Fall war. ara.

Eyes Wide Shut

Darsteller:  Tom Cruise   als Dr. William Harford
  Nicole Kidman   als Alice Harford
  Sydney Pollack   als Victor Ziegler
  Marie Richardson   als Marion
  Rade Serbedzija   als Milich
  Todd Field   als Nick Nightingale
  Vinessa Shaw   als Domino
  Alan Cumming   als Schalterbeamter
  Sky Du Mont   als Sandor Szavost
  Fay Masterson   als Sally
  LeeLee Sobieski   als Milichs Tochter
  Thomas Gibson   als Carl
  Madison Eginton   als Helena Harford
  Louise J. Taylor   als Gayle
  Stewart Thorndike   als Nuala
  Julienne Davis   als Mandy
  Camela Marner   als Bedienung bei Gillespie's
 
Regie:  Stanley Kubrick  
Drehbuch:  Stanley Kubrick  
  Frederic Raphael  
Produzent:  Stanley Kubrick  
Koproduzent:  Brian W. Cook  
Ausf. Produzent:  Jan Harlan  
Buchvorlage:  Arthur Schnitzler  
Kamera:  Larry Smith  
Schnitt:  Nigel Galt  
Musik:  Jocelyn Pook  
Produktionsdesign:  Les Tomkins  
  Roy Walker  
  Kevin Phipps  
  John Fenner  
Kostüme:  Marit Allen  
Ton:  Edward Tise  

"2001 - Odyssee im Weltraum" mit neuen Szenen

Es war ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Großansicht Also sprach Zarathustra - nur diesmal noch länger: Zu "2001 - Odyssee im Weltraum" sind neue Szenen aufgetaucht (Foto: Warner)

Also sprach Zarathustra - nur diesmal noch länger: Zu "2001 - Odyssee im Weltraum" sind neue Szenen aufgetaucht (Foto: Warner)

Ein Affe wirft einen Knochen hoch, dieser wirbelt in der Luft um die eigene Achse und - verwandelt sich plötzlich in eine Raumstation. Mit dieser Szene aus "2001 - Odyssee im Weltraum" schuf Regisseur Stanley Kubrick einen der berühmtesten Filmmomente. Nun sind sensationell weitere, noch nie gesehene Szenen aus dem Meisterwerk aufgetaucht. 17 Minuten, die Kubrick für die Kinofassung herausschnitt, lagerten in einem Safe in einer Salzmine im US-Bundesstaat Kansas.

Gefunden hat sie dort kein Geringerer als Douglas Trumbull, der zusammen mit Stanley Kubrick an den oscargekrönten Spezialeffekten für "2001 - Odyssee im Weltraum" gearbeitet hatte. Später lieferte Trumbull Effekte für "Der Blade Runner", Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art", den ersten "Star Trek"-Kinofilm und führte beim Kultfilm "Lautlos im Weltraum" sogar selbst Regie.

"Avatar" hat's vorgemacht

Warum keiner von den Sequenzen in dem riesigen Safe, der dem Filmstudio Warner als Archiv dient, wusste, ist vorerst ein Rätsel. Laut Douglas Trumbull sind die Szenen technisch "perfekt erhalten". Er wisse nur nicht, was Warner mit dem Material von Stanley Kubrick, der 1999 nach dem Dreh von "Eyes Wide Shut" verstarb, nun vorhabe.

Natürlich liegt ein "2001 - Extended"-Kinofilm nahe, schließlich hat James Cameron mit "Avatar" gerade vorgemacht, wie sich auf diese Art ordentlich Geld verdienen lässt. Mit einem Kultfilm wie "2001" sollte das ebenso möglich sein - ein Geschäft, das sich Warner kaum entgehen lassen kann.

Insbesondere als die gefundenen Szenen keine unbedeutenden Schnipsel sind, sondern zum Teil extrem spannendes Material aus visuell faszinierenden Filmmomenten: Frank Poole bewegt sich in der legendären Zentrifuge, ein Weltraumspaziergang vor Franks Tod, eine Szene, in der HAL die Funkverbindung zwischen der Discovery und Franks Kapsel unterbricht, sowie einige Aufnahmen der Affen zu Beginn des Films.

Bilder zu "2001 - Odyssee im Weltraum"

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Tom Cruise

Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....

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Spätestens seit dem Triumph von "Moulin Rouge" (2001) rangiert die Australierin Nicole Kidman in der Liga der Weltstars. Die Rolle als Star...

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