Originaltitel: Extremely Loud and Incredibly Close
USA 2011
Tom Hanks
Sandra Bullock
Thomas Horn
Regie: Stephen Daldry
Verleih: Warner
Der elfjährige Oskar Schell ist autistisch und verliert seinen Vater bei den Anschlägen des 11. Septembers. Als er im Nachlass seines geliebten Vaters einen Schlüssel mit der Aufschrift "Black" findet, beschließt der verhaltensgestörte Junge alle 478 New Yorker mit diesem Nachnamen zu besuchen. Er will herausfinden, welches Schloss der Schlüssel öffnet und hofft so die Verbindung mit seinem Vater verlängern zu können. Die neuen Bekanntschaften, die Oskar auf seiner Odyssee durch den Big Apple kennenlernt, helfen im zu einem gewissen Grad seine emotionale Einkapselung zu überwinden.

Starbesetzte Aufarbeitung der Tragödie vom 11. September aus der Perspektive eines elfjährigen autistischen Jungen, gefühlvoll-poetisch von "Billy Elliot"-Regisseur Stephen Daldry in Szene gesetzt.
Das Drehbuch adaptierte Eric Roth ("Forrest Gump") vom gleichnamigen, im Jahr 2005 erschienenen Roman von Jonathan Safran Foer. Der Bestseller erzählt die Geschichte des jungen Oskar Schell (Newcomer Thomas Horn erweist sich als schauspielerisches Naturtalent), der seinen geliebten Vater Thomas (Tom Hanks in einer kleinen, aber bewegenden Rolle) am 11. September, diesem "schlimmsten Tag", verliert. Ihre innige Vater-Sohn-Beziehung wird zuvor durch ihre einfallsreichen Erkundungsausflüge skizziert, mit denen Thomas seinem Sprössling behutsam bei seinen Problemen zu helfen versucht. Der Tod des Vaters ist für den hochintelligenten und sensiblen Jungen ein großer Schock und er klammert sich mit aller Macht an dessen Erinnerung. Als Oskar im Nachlass seines Vaters einen Schlüssel in einem Umschlag mit der Aufschrift "Black" entdeckt, beschließt er alle 478 New Yorker mit diesem Nachnamen zu besuchen. Er will herausfinden, welches Schloss der Schlüssel öffnet und hofft so die Verbindung mit seinem Vater verlängern zu können.
Die Parallelen zu "Hugo Cabret" aufweisende Story entfaltet sich im Film (anders als im Buch) komplett aus der Perspektive von Oskar. Er steuert auch das fast konstant zu vernehmende Voiceover bei. Während seiner Odyssee durch New York City wird Oskar von seinem stummen Großvater (Max von Sydow) begleitet, der ihm lediglich als der Mieter seiner Oma bekannt ist. Die Beziehung zu seiner Mutter (Sandra Bullock), die in ihrer Trauer zu ertrinken droht, leidet. Oskar fährt sie wiederholt an. So bekommt der Zuschauer Einsicht auch in die schwierigen Verhaltensmuster und Charakterfacetten des jungen Protagonisten. Die hauptsächlich in Montagen gezeigten neuen Bekanntschaften helfen Oskar zu einem gewissen Grad aus seiner emotionalen Abkapselung auszubrechen.
Neben der Geschichte Oskars webt Regisseur Daldry fragmentarisch die Ereignisse der Terroranschläge in das unkonventionelle Coming-of-Age-Drama ein, wobei der eindringliche Score von Alexandre Desplat zusätzlich die Emotionen aufrührt. Die Bandbreite von Reaktionen, die dieses in satten Farben gefilmte Gefühlskino im Publikum hervor ruft, umfasst ein breites Spektrum. Manche mögen sich manipuliert fühlen und manche gekünstelt wirkende Plotkonstruktionen bemängeln, andere werden von der Wucht der Emotionen und den ergreifenden schauspielerischen Leistungen tief berührt sein. ara.
| Darsteller: | Tom Hanks | als Thomas Schell | |
|---|---|---|---|
| Sandra Bullock | als Linda Schell | ||
| Thomas Horn | als Oskar Schell | ||
| Max von Sydow | als der Mieter | ||
| Viola Davis | als Abby Black | ||
| John Goodman | als Stan, der Portier | ||
| Jeffrey Wright | als William Black | ||
| Zoe Caldwell | als Oskars Großmutter | ||
| James Gandolfini | als Ron | ||
| Dennis Hearn | als Minister | ||
| Hazelle Goodman | als Hazelle Black | ||
| Carmen M. Herlihy | als Denise Black | ||
| Ryka Dottavio | als Maris Black | ||
| Adrian Martinez | als Hector Black | ||
| Brooke Bloom | als Astrid Black | ||
| Madison Arnold | als Alan Black | ||
| Kit Flanagan | als Cassidy Black | ||
| Regie: | Stephen Daldry | ||
| Drehbuch: | Eric Roth | ||
| Produzent: | Scott Rudin | ||
| Ausf. Produzent: | Celia D. Costas | ||
| Mark Roybal | |||
| Nora Skinner | |||
| Buchvorlage: | Jonathan Safran Foer | ||
| Kamera: | Chris Menges | ||
| Schnitt: | Claire Simpson | ||
| Musik: | Alexandre Desplat | ||
| Produktionsdesign: | Keith Barrett | ||
| Kostüme: | Ann Roth | ||
Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.
Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))
Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.
Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.
Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.
Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.
Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.
Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".
Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.
Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.
Mit dem modernen Simplicissimus und uramerikanischen "Forrest Gump" schuf er eine Kinofigur von mythischen Ausmaßen, die schnell sprichwörtlich wurde...
Patent, ein guter Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann, energisch und gleichzeitig das sexy Mädchen von nebenan: So trat Sandra Bullock...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.