Originaltitel: Once Upon a Time in America
USA 1982-1984
Robert De Niro
James Woods
Larry Rapp
Regie: Sergio Leone
Verleih: Jugendfilm
Über vierzig Jahre erstreckt sich die Geschichte von Freundschaft, Verrat und Rivalität zwischen Noodles (Robert De Niro) und Max (James Woods): Bereits als Kinder schlugen sie sich in einer Gang mit Erpressungen und Schmugglereien durchs Leben. Jahre später ist aus den kleinen Gaunereien ein florierendes Geschäft geworden.
Sergio Leones vierstündiges Meisterwerk und der Abschluss seiner Amerikatrilogie ("Spiel mir das Lied vom Tod", "Todesmelodie") und Mythos des Gangsters mit der einmaligen Musik von Ennio Morricone. Das klassische Epos bleibt unerreicht in Atmosphäre, Gestaltung und Inszenierung.
Sergio Leones starbesetztes 220-Minuten-Meisterwerk über die Entwicklung der amerikanischen Kriminalität.
Im New York der Prohibitionsära macht eine Gruppe von Jugendlichen gute Geschäfte mit kleinen Erpressungen und größeren Schmuggelaktionen. Jahre später ist aus der Jugendbande um die unzertrennlichen Freunde Max (James Woods) und Noodles (Robert De Niro) eine echte Gang geworden.
Die Profite steigen ins Astronomische, und eines Tages beschließt Max, die Geschäfte von nun an alleine zu führen und sich seiner Freunde von einst zu entledigen. Nur Noodles entkommt dem Massaker und stattet seinem ehemaligen Freund nach einigen Jahren einen Besuch ab.
In berückend schönen, sepiafarbenen Bildern voller Detailfreude und Eleganz verfolgt Italiens Regiegenie Sergio Leone über ein halbes Jahrhundert die Geschichte einer Freundschaft, und damit auch die Entwicklung der amerikanischen Kriminaltät von einer reinen Ghettoerscheinung bis zur allesumfassenden Großindustrie.
In Robert De Niro und James Woods fand er perfekte Hauptdarsteller, aber auch die Nebenrollen - insbesondere die der jugendlichen Protagonisten - sind herausragend besetzt.
| Darsteller: | Robert De Niro | als Noodles | |
|---|---|---|---|
| James Woods | als Max | ||
| Larry Rapp | als Fat Moe | ||
| William Forsythe | als Cockeye | ||
| Elizabeth McGovern | als Deborah | ||
| Joe Pesci | als Frankie Monaldi | ||
| Treat Williams | als Jimmy O'Donnel | ||
| Burt Young | als Joe | ||
| Tuesday Weld | als Carol | ||
| Danny Aiello | als Polizeichef | ||
| Jennifer Connelly | als die junge Deborah | ||
| Regie: | Sergio Leone | ||
| Drehbuch: | Sergio Leone | ||
| Leo Benvenuti | |||
| Piero De Bernardi | |||
| Enrico Medioli | |||
| Franco Arcalli | |||
| Franco Ferrini | |||
| Produzent: | Arnon Milchan | ||
| Buchvorlage: | Harry Grey | ||
| Kamera: | Tonino Delli Colli | ||
| Schnitt: | Nino Baragli | ||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
Am Anfang war ein Roman, am Ende steht ein Meisterwerk. Dazwischen lag ein kreativer Kampf, mit dem Martin Scorseses Mammutprojekt trotz unzähliger Hindernisse doch noch prachtvoll Gestalt annahm.
"Für junge Leute ist es wichtig zu verstehen, dass Amerika nicht plötzlich aus dem Nichts entstand, mit einem Starbucks-Shop an jeder Ecke." So fasst Regisseur Martin Scorsese die Bedeutung seines größten Projekts zusammen, das 30 Jahre in ihm reifte, bis es endlich verwirklicht werden konnte.
Der Virus, eine Geschichte über das alte New York zu erzählen, das ihn seit seiner Kindheit faszinierte, befiel ihn 1970. Bei Freunden entdeckte Scorsese Herbert Asburys "Gangs of New York". Der 1927 erstmals veröffentlichte Roman lies ihn nicht mehr los - so wie Sergio Leone vor Jahren von Harry Greys "The Hoods" (1952) gepackt wurde, aus dem dann "Es war einmal in Amerika" geboren wurde.
Jay Cocks, ein Freund Scorseses, kannte das Buch, das längst Kultstatus genoss und entwickelte daraus ein Drehbuch, das bereits 1977 in Produktion gehen sollte. Doch obwohl das Megaprojekt in Branchenblättern bereits angekündigt worden war, wurde es immer wieder verschoben, bis der Flop von Michael Ciminos teurem Neo-Western Heaven's Gate es Anfang der Achtziger endgültig zu beerdigen schien.
Mit Risiko nach Rom
Die Wiederauferstehung kam überraschend und über 15 Jahre später. Ende der Neunziger fand Scorsese risikofreudige Geldgeber für das geplante Budget von 85 Millionen Dollar und einen Drehort, an dem das New York von 1863 wieder lebendig werden konnte.
Five Points, der von fünf Straßen begrenzte, von Halsabschneidern beherrschte Einwandererbezirk, wurde von Produktionsdesigner Dante Ferretti in Roms legendärem Studiokomplex Cinecitta wiederaufgebaut.
Aus Asche wird New York
Aus Holz, Beton, Gips und Plastik baute eine Armee von Handwerkern ganze Straßenzüge, ja sogar ein Hafenareal auf. Das Designerteam orientierte sich an Fotografien, vor allem aber an den jüngst in New York ausgegrabenen 850.000 Fundstücken von Five Points, die später mit Ausnahme von 18 Exponaten vom Schutt des 11. September wieder begraben wurden.
Es war ein gewaltiger Kraftakt, den Scorsese und sein Mammut-Team hier in insgesamt 137 Drehtagen leisteten.
Endlich...
Am Ende waren 100 Millionen Dollar und die Nerven mancher Beteiligter aufgebraucht. Anekdoten vom Set gingen um den Globus, vor allem von Daniel Day-Lewis, der sich so intensiv auf seine Rolle als Messerwerfer Bill the Butcher vorbereitet haben soll, das keiner ihm unnötig zu nahe kommen wollte.
Wie schon bei "Zeit der Unschuld", arbeitete Scorsese ein Jahr am Schnitt seines Films. Die Mühe hat sich gelohnt: "Gangs of New York" wurde für 10 Oscars nominiert, darunter auch für den Besten Film, den Besten Hauptdarsteller (Day-Lewis), eben den Besten Schnitt - und natürlich für die Beste Regie.
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