Originaltitel: The Importance of Being Earnest
USA/Großbritannien 2002
Rupert Everett
Colin Firth
Reese Witherspoon
Regie: Oliver Parker
Verleih: Concorde
England gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die beiden Freunde Algernon "Algy" Moncrieff (Rupert Everett aus "Die Hochzeit meines besten Freundes") und John "Jack" Worthing (Colin Firth aus "Bridget Jones") benutzen zur Verschleierung ihrer diversen Eskapaden das gleiche Pseudonym: Ernst. Als sich beide in honorige Damen der Gesellschaft verlieben, welche die Herren jeweils nur als Ernst kennen, mündet die Posse in ausgedehnte Irrungen & Wirrungen.
Runde 100 Jahre und eine Verfilmung aus den 50ern hat Oscar Wildes ironischer Reigen bereits hinter sich. Nun polierte Wilde-Experte Oliver Parker ("Ein perfekter Ehemann") eines der populärsten Stücke des Meisters für die Neuzeit auf.
Rupert Everett erweist sich in der ultrakomischen Oscar-Wilde-Adaption als echter Dampfplauderer.
Ein guter Name ist die schönste "Mitgift", sagt eine Volksweisheit. Zu den Zeiten Oscar Wildes, im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts, waren Visitenkarten alles.
Grund genug für den rebellischen Dichter, den Namenskult zum Anlass zu nehmen für seine wohl erfolgreichste Komödie, in der der Name "Ernst" hinter- und doppelsinnig heillose Verwirrung stiftet - und großes Vergnügen.
Der reiche Jack Worthing (Colin Firth) soll sich eigentlich um seine Nichte Cecily (Reese Witherspoon) kümmern. Lieber aber reist er unter dem Vorwand nach London, seinen Bruder "Ernst" besuchen zu müssen. Den Bruder gibt es nicht, wohl aber "Ernst" als Jacks Großstadt-Deckname.
So zieht er mit seinem notorisch klammen Freund Algy (Rupert Everett, "Die Hochzeit meines besten Freundes") durchs Nachtleben und macht dessen Cousine Gwendolen (Frances O'Connor) den Hof. Bei ihr erzeugt der Name "Ernst" "Vibrationen". Bei ihrer Mutter Lady Bracknell (Judi Dench) nur Aversionen.
Derweil stellt sich Hochstapler Algy gern als Bruder "Ernst" vor und macht sich obendrein an die schöne Cecily heran. Schließlich treffen alle auf Jacks Landgut zusammen...
Spitzzüngige Wortgefechte, pointierte Dialoge und ein brillantes Timing: Man merkt jeder Szene an, dass der Oscar-Wilde-Enthusiast Oliver Parker ("Ein perfekter Ehemann") am Werk war. Die Besetzung ist exzellent, der Reigen um vertauschte Identitäten liebenswert-komisch bis zur Auflösung. Ein Kinovergnügen der Oberklasse!
| Darsteller: | Rupert Everett | als Algernon Moncrieff | |
|---|---|---|---|
| Colin Firth | als Jack Worthing | ||
| Reese Witherspoon | als Cecily Cardew | ||
| Dame Judi Dench | als Lady Bracknell | ||
| Frances O'Connor | als Gwedolen Fairfax | ||
| Tom Wilkinson | als Dr. Chasuble | ||
| Anna Massey | als Miss Prism | ||
| Edward Fox | als Lane | ||
| Charles Kay | als Gribsby | ||
| Regie: | Oliver Parker | ||
| Drehbuch: | Oliver Parker | ||
| Produzent: | Barnaby Thompson | ||
| Koproduzent: | David Brown | ||
| Ausf. Produzent: | Uri Fruchtmann | ||
| Buchvorlage: | Oscar Wilde | ||
| Kamera: | Tony Pierce-Roberts | ||
| Schnitt: | Guy Bensley | ||
| Musik: | Charlie Mole | ||
| Produktionsdesign: | Luciana Arrighi | ||
| Paul Ghirardani | |||
| Kostüme: | Maurizio Millenotti | ||
| Ton: | John Midgley | ||
| Casting: | Celestia Fox | ||
Nicht umsonst wurde Tom Wilkinson für seine Rolle in "In the Bedroom" für den Oscar nominiert - der Mann zählt zu den größten Schauspielern auf der Insel.
Auch sein komödiantisches Talent hat der Brite in "Ritter Jamal - Eine schwarze Komödie" oder in "Ganz oder gar nicht" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Jetzt zieht es ihn wieder "Back to the Roots". Der Star aus "Ernst sein ist alles" wird demnächst in drei Independent Filmen mitwirken:
in Gillian Armstrongs "Seventh Heaven", in "Living and Breathing" von den Filmemachern Keith Fulton und Louis Pepe ("Lost in La Mancha") und auch in Regisseur Peter Webers Drama "Girl With a Pearl Earring", in dem auch Colin Firth and Scarlett Johansson zu sehen sein werden.
Wilkinson spielt den reichen Van Ruijven, der dem Maler Vermeer alias Colin Firth Geld zur Verfügung stellt. Dieser findet in einer Hausmagd, dargestellt von Johansson, das geeignete Model für ein Bild, das später als eines der berühmtesten Vermeer-Gemälde in die Geschichte eingehen wird: "Girl with a Pearl Earring".
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