Julia Roberts im Kampf gegen das Establishment glänzt mit der besten Vorstellung ihrer Karriere. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf19/b0019988/b150x150.jpg Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Filmdetails

Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Julia Roberts im Kampf gegen das Establishment glänzt mit der besten Vorstellung ihrer Karriere.


Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte
Start: 08.03.2001

Originaltitel: Erin Brockovich

Drama / Thriller

USA 2000
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Julia Roberts
Albert Finney
Aaron Eckhart

Regie: Steven Soderbergh
Verleih: Columbia Tristar

Bogey - Box Office Germany Award

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Inhalt

Erin ist eine wandelnde Katastrophe: großmäulig, penetrant und schlecht erzogen. Auf der Habenseite führt sie drei Kinder, zwei Scheidungen und ein tiefes Dekolletée . Sie erbettelt sich einen Job in einem Anwaltsbüro und stößt dort auf Unterlagen, die auf einen Umweltskandal hindeuten.Es gelingt ihr, ihren Chef dazu zu bringen, mit ihr den Kampf gegen einen allmächtig erscheinenden Industriekonzern aufzunehmen.


Kritik

Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Brillantes Kino ist Steven Soderbergh gelungen mit dieser Geschichte von Zivilcourage und rigorosem Einsatz einer mutigen jungen Frau gegen die todbringende Verantwortungslosigkeit eines millionenschweren Industrieunternehmers. Julia Roberts ist so gut wie nie zuvor, ein darstellerisches Energiebündel von realistischer Überzeugungskraft. Nach "Out of Sight" beweist Soderbergh erneut sein Talent für einen aufregenden, intelligent guten Mainstream-Film.

Erin Brockovich ist eine alleinerziehende Mutter von drei kleinen Kindern aus zwei geschiedenen Ehen. Finanziell ist sie ziemlich am Ende und heftig auf Jobsuche, als sie schuldlos in einen aberwitzigen Autounfall gerät. Ihr Anwalt Ed Masry (Albert Finney in einer phänomenalen Studie müder Unlust kurz vor dem Ruhestand)erwirkt vor Gericht nichts für Erin, die ihre Wut darüber in Lebenshilfe umfunktioniert: Sie beschafft sich einen Job in Masrys etwas schlampig dahindümpelnder Anwaltskanzlei, ordnet Akten.

Mit einem wunderbar stilsicheren Drive führt Soderbergh so in die Geschichte ein, ohne die leiseste Überzeichnung der Personen. Vielmehr atmet diese Exposition bereits genügend Realismus, bei aller Kinodramaturgie - vor allem auch durch die fast dokumentarisch spontan wirkende Kamera von Ed Lachman. Und so funktioniert auch die David-gegen-Goliath-Fabel glaubwürdig spannend trotz aller bigger-than-life-Qualität. Denn Soderbergh konzentriert sich auf die Menschen und ihre konkreten Probleme im alltäglichen Leben. Ein Industrieunternehmen hat durch Chemieabfall das Wasser einer ganzen Gemeinde vergiftet. Krankheiten und Todesfälle sind die Folge. Erin Brockovich stößt auf diesen Fall, als sie unter den Akten über Grundstücksverträge plötzlich medizinische Dokumente findet. Auf eigene Faust geht sie der Sache nach, spricht mit den betroffenen Familien und bekommt nach deren anfänglich misstrauischen Skepsis volles Vertrauen. Denn Erin ist auf der gleichen Wellenlänge der Leute und kommt ihnen nicht mit Anwaltslatein. Selbst Ed Masry lässt sich schließlich von Erin überzeugen, wirft seine Gleichgültigkeit über Bord und steigt noch einmal groß ein. Gemeinsam landen der Anwalt und die juristisch unbeleckte junge Frau den spektakulärsten Erfolg der amerikanischen Prozessgeschichte. 600 Kläger haben sie schließlich mobilisiert, und die Firma wird zur Zahlung von 333 Mio. Dollar verurteilt. Der Fall ist authentisch - und die wirkliche Erin Brockovich spielt sogar eine kleine Rolle als Kellnerin.

Glänzend geführte und deshalb zu Höchstleistungen auflaufende Schauspieler zeichnen den Film aus - fabelhaft auch der aus Neil LaButes Filmen "In the Company of Men" und "Your Friends and Neighbors" und jüngst Oliver Stones "An jedem verdammten Sonntag" bekannte Aaron Eckhart als verständnis- und liebevoller Nachbar, Biker, Babysitter. Fern abgenutzter Klischees erzählt Soderbergh diese Cinderella-Story, Mainstream sozusagen mit Independent-Blick. Überzeugend findet er immer wieder überraschende Wendungen in Situationen und im Verhalten seiner Personen. So hat der Film, thematisch verwandt mit Steven Zaillians "Zivilprozeß", Alan J. Pakulas "Die Akte" und Martin Ritts "Norma Rae", eine ungleich vitalere Brillanz und beweist mitreissend, wie gut Hollywood-Kino sein kann, wenn es von einem hervorragenden Regisseur gemacht wird. Das dürfte ihm eine große Zuschauerzahl begeistert danken. fh.

Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte

Darsteller:  Julia Roberts   als Erin Brockovich
  Albert Finney   als Ed Masry
  Aaron Eckhart   als George
  Marg Helgenberger   als Donna Jense
  Cherry Jones   als Pamela Duncan
  Peter Coyote   als Kurt Potter
  Scott Leavenworth   als Matthew
  Gemmenne De La Pena   als Katie
 
Regie:  Steven Soderbergh  
Drehbuch:  Susannah Grant  
Produzent:  Danny DeVito  
  Michael Shamberg  
  Stacey Sher  
Koproduzent:  Gail Lyon  
Ausf. Produzent:  John Hardy  
  Carla Santos Shamberg  
Kamera:  Ed Lachman  
Schnitt:  Anne V. Coates  
Musik:  Thomas Newman  
Produktionsdesign:  Philip J. Messina  
Kostüme:  Jeffrey Kurland  

Foxx als schizophrener Geiger

Von der Soul-Legende zum klassischen Streicher.

Großansicht Schiel schon wieder auf einen Oscar: Jamie Foxx (Foto: Kurt Krieger)

Schiel schon wieder auf einen Oscar: Jamie Foxx (Foto: Kurt Krieger)

Als Ray Charles erspielte sich Jamie Foxx einen Oscar, nun will er beweisen, dass er auch mit klassischer Musik das Kinopublikum verzaubern kann. Dafür hat er sich die Lebensgeschichte eines Mannes ausgesucht, dessen Schicksal ganz danach klingt, als könnte Foxx damit in Hollywood erneut groß abräumen:

Mitte der 70er-Jahre studierte Nathaniel Ayers am renommierten New Yorker Juilliard-Konservatorium Geige und Cello - doch im zweiten Jahr entwickelte er eine schwere schizophrene Störung. Ayers musste seine Ausbildung abbrechen und fand sich wenig später als obdachloser Straßenmusiker in Los Angeles wieder. Der Journalist Steve Lopez schrieb mehrere Artikel in der L.A. Times über den gefallenen Konzertgeiger - und stieß damit auf große Resonanz in der Bevölkerung. Lopez griff dem Musiker unter die Arme, vermittelte ihm sogar die Chance, gelegentlich mit Profis zu spielen. Dennoch schläft Ayers auch heute noch in einem Pappkarton auf dem Bürgersteig und vertraut, wie er sagt, "auf den Schutz von Beethovens Geist".

Entdecker gesucht

Ein solch dramatisches Schicksal ist natürlich eine Paraderolle für Jamie Foxx. Das Drehbuch zu "The Soloist - der Solist" stammt zudem von Susannah Grant, die schon mit "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte" ein rührseliges Einzelschicksal erfolgreich auf die große Leinwand gebracht hat. Wer den findigen Journalisten spielen soll, ist derzeit noch unklar. Aber bei einer solch prestigeträchtigen Story dürfte die Hollywood-Prominenz bei den Machern bald Schlange stehen...

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