Extremer Filmtrip über die halluzinatorischen Erlebnisse eines Sterbenden in einer von Albträumen und Chaos bestimmten Halbwelt. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto25/10250359/b150x150.jpg Enter the Void

Filmdetails

Enter the Void

Extremer Filmtrip über die halluzinatorischen Erlebnisse eines Sterbenden in einer von Albträumen und Chaos bestimmten Halbwelt.


Enter the Void
Start: 26.08.2010

Drama / Experimentalfilm

Frankreich/Deutschland/Italien 2009
Laufzeit: 162 Min.
FSK: k.J. (keine Jugendfreigabe)

Nathaniel Brown
Paz de la Huerta
Cyril Roy

Regie: Gaspar Noé
Verleih: Wild Bunch

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Inhalt

Oscar lebt mit seiner Schwester Linda in Tokio. Er hält sich mit kleinen Drogendeals über Wasser, sie arbeitet als Stripperin in einem Nachtklub. Bei einem Zusammenprall mit der Polizei wird Oscar von einer Kugel getroffen und schwer verletzt. Im Todeskampf erinnert er sich an ein Versprechen an Linda, sie niemals allein zu lassen, und kämpft sich in eine Halbwelt zurück, die sich in zunehmend chaotischeren und albtraumartigen Visionen manifestiert. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fallen ineinander.


Kritik

Enter the Void

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle über den Dächern von Tokio. Gaspar Noé lädt in seinem Mix aus Liebes- und Experimentalfilm zu einem cineastischen Drogentrip.

Eine andere Karte der Klänge von Tokio, eine bildbestimmte, neongleißende, in Szene gesetzt vom Franzosen Gaspar Noé, dem Provokateur des Arthouse-Kinos. "Enter the Void" heißt es sieben Jahre nach seinem Skandalfilm "Irreversible". Auf Stars hat der in Argentinien geborene Skandal-Regisseur diesmal verzichtet und auch auf vordergründige Schockmomente. Dennoch ist er sich treu geblieben, beschäftigt er sich doch wieder mit der Gnadenlosigkeit des Schicksals, der Konfrontation des Menschen mit der eigenen Sterblichkeit. Das Jenseits erforscht er mit dem radikal subjektiven Blick seines Helden, die titelgebende "Leere", nach der auch eine Bar im Film heißt.

Als Dealer schlägt sich Oscar in der japanischen Metropole durch, seine Schwester Linda arbeitet als Stripperin. Früh haben die beiden ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, damals haben sie sich geschworen, einander nie zu verlassen. Da gerät Oscar in eine Razzia, wird auf einer schmuddeligen Toilette erschossen. Er haucht sein Leben aus. Die Seele verlässt seinen Körper - gottgleich schwebt er jetzt über den Dingen und Noé kann so Vergangenheit und Gegenwart spielerisch leicht miteinander in Verbindung bringen. Von oben betrachtet Oscar Tokio nun, dringt in Gedanken ein, darf sogar mit der eigenen Schwester schlafen. "Come inside me" haucht sie ihm ins Ohr und Oscar erlebt seine eigene Wiedergeburt.

Wie ein überlanger Drogentrip mutet die Arbeit an, ein radikaler Mix aus Experimental- und Liebesfilm. Nachtschwarz, flimmernd, unscharf sind die Bilder, triste Hinterzimmer, Tanzschuppen, Bars, Discos und ein Love Hotel die Schauplätze. Der Zuschauer ist das Alter Ego von Oscar, mit ihm taumelt er durch die Nacht. Die Sonne gibt es kaum zu sehen. Von der Tonspur dröhnen die Bässe, treiben einem förmlich das Blut durch die Adern. Es geht scheinbar um nichts mehr als das bloße Überleben. Linda fürchtet sich vor dem Tod. Ihr Bruder tröstet sie: "Wir werden nie sterben". "Aber wir sind doch sterblich" antwortet sie. Bleibt die Frage ob das Leben in einer Welt ohne Perspektive überhaupt noch lohnt.

Radikal auf allen Ebenen ist dieser Film, kompromisslos, visionär, packend. Nur David Lynch schafft ähnliche cineastische (Alb-)Träume - minus die Computeranimationen, die die Surrealität dieses Werks zusätzlich verstärken. Eine 145 Minuten lange Reise durch die Nacht gilt es hier zu durchstehen. Nicht jedermanns Sache. Doch wer sich darauf einlässt, erlebt hier (Gefühls-)Kino von einem anderen Stern - ästhetisch, konzeptionell und inhaltlich. geh.

Enter the Void

Darsteller:  Nathaniel Brown   als Oscar
  Paz de la Huerta   als Linda
  Cyril Roy   als Alex
  Emily Alyn Lind   als Linda, jung
  Jesse Kuhn   als Oscar, jung
  Olly Alexander   als Victor
  Masato Tanno   als Mario
  Cary Hayes   als Bruno
  Sara Stockbridge   als Suzie
  Sakiko Fukuhara   als Saki
  Nobu Imai   als Tito
  Emi Takeuchi   als Carol
  Janice Sicotte-Beliveau   als Mutter
  Simon Chamberland   als Vater
 
Regie:  Gaspar Noé  
Drehbuch:  Gaspar Noé  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Vincent Maraval  
  Marc Missonnier  
  Gaspar Noé  
Koproduzent:  Philippe Bober  
  Nicolas Leclercq  
Kamera:  Benoît Debie  
Schnitt:  Gaspar Noé  
  Mac Boucrot  
  Jerome Pesnel  
Musik:  Thomas Bangalter  
Produktionsdesign:  Kikuo Ohta  
  Jean-André Carriere  
Kostüme:  Tony Crosbie  
  Nicoletta Massone  
Casting:  Helene Rousse  

Treffen der Klassenbesten in Cannes

Die Spekulationen haben sich bestätigt. Das Line-up für das 62. Festival de Cannes liest sich wie ein Klassentreffen der Cannes-Lieblinge. Einen deutschen Regisseur sucht man zwar vergeblich, dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke dabei. Und um die französischen Titel wurde bis zur letzten Minute noch heftig gerungen.

Großansicht Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney)

Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney)

Unter den für den Wettbewerb ausgewählten Filmemachern haben neun in der Vergangenheit bereits wichtige Preise in Cannes gewonnen. 15 haben wenigstens einmal am Wettbewerb teilgenommen; ein weiterer war wenigstens schon einmal bei einem A-Festival im Wettbewerb vertreten. Es ist kein Regiedebütant im Wettbewerb zu finden.

Und auch einen deutschen Regisseur sucht man in diesem Jahr vergeblich, obwohl zu einem früheren Zeitpunkt einmal Fatih Akin ins Spiel gebracht worden war - doch sein neuestes Werk "Soul Kitchen" ist offenbar nicht rechtzeitig fertig geworden. Dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke mit von der Partie.

Großansicht Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal)

Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal)

Der Eröffnungsfilm geht nach "Oben"

Um die französischen Titel soll bis zur letzten Minute noch heftig gerungen worden sein, wie man hört. Mit vier Filmen ist das Gastgeberland erneut stark im Wettbewerb vertreten. So wurde Alain Resnais mit "Les herbes folles" eingeladen. Jacques Audiard reist mit "Un prophète" an. Gaspar Noé kehrt mit "Enter the Void" an die Croisette zurück und Xavier Giannoli zeigt "À l'origine" mit Gérard Depardieu. Abschlussfilm (außer Konkurrenz) ist Jan Kounens "Coco Chanel & Igor Stravinsky".

Die USA stellen neben dem Eröffnungsfilm, "Oben" von Peter Docter und Bob Peterson noch zwei Filme: Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" - eine deutsche Koproduktion - und Ang Lees "Taking Woodstock". Außer Konkurrenz wird außerdem Sam Raimis "Drag Me to Hell" gezeigt.

Top-Filme der Woche

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    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

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    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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