
Wim Wenders' Erfolgsfilm "Der Himmel über Berlin" und stärker noch das Hollywood-Remake "Stadt der Engel" waren offenkundig die Vorbilder für das Drehbuch zu "Engel sucht Liebe". Autorin Astrid Ströher nutzt die Vorlagen jedoch nur als Rohmaterial, um daraus die vielleicht schönste Liebesgeschichte des Jahres zu entwickeln.
Hauptfigur der Handlung ist der Weihnachtsengel Uriel (Max von Thun). Er soll Glaube, Liebe und Hoffnung unter den Menschen verbreiten, doch im Lauf der Jahrtausende ist ihm der rechte Enthusiasmus für seine Arbeit abhanden gekommen. Das ändert sich, als er Laura (Yvonne Catterfeld) kennen lernt. Sie ist blind, hat sich aber die kindliche Fähigkeit bewahrt, Engel zu erkennen. Uriel verliebt sich in sie, rettet ihr mehrfach das Leben und beschließt sehr zum Unmut seines Chefs Gabriel (Heikko Deutschmann), das Dasein als Engel und damit seine Unsterblichkeit für sie zu opfern. Aber Lauras Tage sind längst gezählt; Uriel müsste sein Leben geben, um die himmlische Ordnung aufrecht zu erhalten.
Natürlich ist die Geschichte im Grunde ungeheuer kitschig, aber Regisseurin Franziska Meyer Price vermeidet konsequent alle süßliche Rührseligkeit, zumal der wunderbare Farih Ogün Yardim die Comedy-Ebene als muslimischer Engel Fatih fast im Alleingang bestreitet. Und zu guter Letzt ist die Handlung ungleich komplexer als gewöhnliche Fernsehromanzen, schließlich musste Astrid Ströher eine Parallelwelt mit eigenen Regeln erschaffen. Heikko Deutschmann spielt seinen Gabriel wie einen Discount-Geschäftsführer: mit starrem Blick auf die steigende Zahl der zuversichtlichen Seelen, die durch einen entsprechenden Aktienkurs symbolisiert werden.
Ebenso so durchdacht wie die Handlung sind die Details. Im Gegensatz zu den ganz in schwarz gewandeten Engeln aus dem Wenders-Film tragen die himmlischen Heerscharen hier bodenlange hellblaue Mäntel, was gleich viel freundlicher wirkt; und wenn sie sich entmaterialisieren, tun sie das, indem sie sich mit einem Puff! in viele kleine Lichtpunkte auflösen. Dies sowie Uriels Begegnung mit einer Katze, die ein durchsichtiges Loch in seinem Bauch hinterlässt, sind aber auch die einzigen nennenswerten optischen Effekte; ansonsten ist der Film fast schon altmodisch inszeniert. Die Engelzentrale wirkt sogar wie ein Relikt aus früheren Jahrzehnten. Die Monitore ("Sky-TV"), auf denen Gabriel die Zukunft Berlins überwacht, erinnern eher an Fritz Langs Filme über Doktor Mabuse. Auf einem dieser Bildschirme sieht man Laura sterben; Uriel stellt sich einem Wettlauf mit dem Tod, den er nur verlieren kann.
Und dann ist da ja noch die himmlisch schöne Anja Kling, die die Seelen ins Jenseits begleitet. Genau genommen ist dies eigentlich die Arbeit von Uriel ("Das Licht Gottes"), aber so viel Bibelfestigkeit ist vielleicht zu viel verlangt. tpg.
| Darsteller: | Yvonne Catterfeld | als Laura | |
|---|---|---|---|
| Max von Thun | als Uriel | ||
| Anja Kling | als Danielle | ||
| Heikko Deutschmann | als Gabriel | ||
| Carmen-Maja Antoni | als Frau Kosslowski | ||
| Fahri Yardim | als Fatih | ||
| Laura Lo Zito | als Betty | ||
| Susann Uplegger | als Antje Krüger | ||
| Maryam Zaree | als Gülcen | ||
| Narges Rashidi | als Ayse | ||
| Regie: | Franziska Meyer Price | ||
| Drehbuch: | Astrid Ströher | ||
| Produzent: | Michael Lehmann | ||
| Kamera: | Peter Ziesche | ||
| Schnitt: | Ann-Sophie Schweizer | ||
| Musik: | Andreas Koslik | ||
| Produktionsdesign: | Harald Turzer | ||
| Kostüme: | Angelika Huhn | ||
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