Historisches Drama um ein Bauernpaar und einen versteckten jüdischen Flüchtling.
Wuchtiges Drama um Moral und Schuld und die Auswirkungen politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen auf das Individuum.
Ein Film über die Nazizeit, der ohne die üblichen Bilder das unmenschliche System des Dritten Reichs im Mikrokosmos eines Bauerhofs und eines Dorfes ansiedelt. Das Grauen kommt hier verstohlen und leise, aber nicht weniger erschütternd. Franziska Schlotterers reifes Regiedebut, eine Tragödie um Moral und Schuld aus dem Jahre 1942, handelt vom schmalen Grat zwischen Gut und Böse und zieht dabei den Bogen zur Gegenwart.
Ein junger Jude will über den Rhein in die sichere Schweiz und wird vom Bauern eines Schwarzwälder Einödhofs entdeckt und versteckt, im Gegenzug muss er hart arbeiten und sich anpassen, skeptisch betrachtet von der jungen Bäuerin. Als der Alte ihn bittet, an seiner Stelle mit seiner Frau einen männlichen Erben zu zeugen, nimmt er das unmoralische Angebot an. Bald zeigt das fragile Dreierkonstrukt Risse, werden alle zu Tätern und alle zu Opfern.
Subtil zeichnet das Drama die Auswirkungen politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen auf den Einzelnen, wenn das Bauernpaar den Flüchtling ausnutzt, der aus verletztem Stolz verraten wird und sich nach Ende der Hitlerdiktatur an der Enttäuschten bitter rächt. Brigitte Hobmeier gibt eine brillante Performance als verhärmte Ehefrau, die durch den Fremden ungewohnte Zärtlichkeit und unbekannte sexuelle Lust erfährt, Hans-Jochen Wagner spielt den knorrigen Gatten nicht als eindimensionalen Klotz, sondern als jemand, der seine verletzbare Seite verbirgt, und Christian Friedl als Verfolgter hält genau die Waage zwischen berechnender Überlebensstrategie und Unschuld. Man muss für niemanden Sympathie empfinden, aber kann die Nöte verstehen.
Gelungen ist der Kniff, die Geschichte durch Rückblenden zu erzählen, die Zeitebenen von Vergangenheit und Gegenwart durch die Tragik einen jungen Mannes zu verbinden, der seinen leiblichen Vater in Israel sucht und auf Sprachlosigkeit stößt, die erst am Ende aufgebrochen wird. Versöhnung und Verzeihung sind möglich. mk.
Ein junger Jude will 1942 über den Rhein in die sichere Schweiz und wird vom Bauern eines Schwarzwälder Einödhofs entdeckt und versteckt, im Gegenzug muss er hart arbeiten und sich anpassen, skeptisch betrachtet von der jungen Bäuerin. Als der Alte ihn bittet, an seiner Stelle mit seiner Frau einen männlichen Erben zu zeugen, nimmt der Flüchtling das unmoralische Angebot aus Überlebenswillen an. Bald zeigt das fragile Dreierkonstrukt Risse, werden alle zu Tätern und alle zu Opfern.
| Originaltitel | Ende der Schonzeit |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Drama |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | 14.02.2013 |
| Besucher (D) | 7.668 |
| Einspielergebnis (D) | € 50.886 Bes. (EDI) 7.668 |
| FSK | ab 12 Jahre |
| WWW | - |
Mike Maas
Ernst
Wolfgang Packhäuser
Hans
Stela M. Katic Prislin
Erna
Pepe Trebs
Karl
Carla Soravia
Walters Tochter
Holger Braune
SA-Mann
Eliot Rosenberg
alter Mann im Cafe
Franziska Schlotterer
Drehbuch
Christian Drewing
Produzent
Philipp Homberg
Produzent
Wolfgang Arens
Produktionsdesi gn
Bernd Fischer
Kamera
Karl Riedl
Schnitt
Ari Benjamin Meyers
Musik
Bettina Weiß
Kostüme
Kai Lüde
Ton
Ulrike Müller
Casting
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