Die Sprachstudentin Clarissa steht mitten im Leben, spielt erfolgreich Handball, engagiert sich für Theaterprojekte im örtlichen Kulturzentrum und lebt mit dem soften, aber diskutierfreudigen Marius in einer festen Beziehung. Sie kümmert sich um ihre krebskranke Mutter Waltraut, die nach einer abgebrochenen Chemotherapie ihre letzten Lebenstage zu Hause bei ihrer Tochter und ihrem Freund Enno verbringen will. Waltraut hat ihr Schicksal angenommen, die Lebensfreude aber nicht aufgegeben. Enno, ein erfolgreicher Wirtschaftsjournalist, füllt einerseits die Rolle des fürsorglichen Lebenspartners aus, verliebt sich aber auch in Clarissa und hält mit seinen Gefühlen nicht hinterm Berg ...

Stefan Krohmer ist mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm (Produktion: Teamworx/Doris Zander) ein eindringliches Kammerspiel gelungen, das sich vor allem durch seinen Realismus, den unverkrampften Umgang mit der ernsten Thematik und exzellente schauspielerische Leistungen auszeichnet. Unterstützt wird diese Wirkung durch eine eigenwillige Kameraführung, die augenscheinlich mit den dänischen Dogmatikern kokettiert. Bar jeder Eitelkeit begibt sich Hannelore Elsner in die Rolle der Todkranken, die ganz zwanglos noch einmal die Nähe zu ihrer Tochter findet. Ein eigentümlicher Effekt stellt sich ein, wenn Christian Brückner, der Synchronsprecher Robert de Niros, erstmals die Stimme erhebt. Er gibt den verschiedenen Gesichtern Ennos, auch den weniger symphatischen, die entsprechende Würde. Die große Entdeckung ist jedoch Anneke Kim Sarnau, die den Film zur Geschichte Clarissas macht; einer aufrechten jungen Frau, die - nicht zur Heldin überhöht - schwierige Situationen glaubhaft meistert. Mit der Entscheidung, den Film in der Primetime zu zeigen, liefert die ARD ein schlagendes Argument gegen die vielfach vorgeworfene "Süßstoffoffensive".
| Darsteller: | Hannelore Elsner | als Waltraut | |
|---|---|---|---|
| Anneke Kim Sarnau | als Klarissa | ||
| Christian Brückner | als Enno | ||
| Devid Striesow | als Marius | ||
| Uli Krohm | als Uwe Knudsen | ||
| Marlen Diekhoff | als Ulla | ||
| Antonio Godoiy | als Luiz | ||
| Ingo Hellmund | als Trainer | ||
| Valentin Platareanu | als Herrchen | ||
| Marlies Schuhmacher | als Hospizmitarbeiterin | ||
| Margitta Heyn | als Pflegerin | ||
| Jürgen Prediger | als Gebäudebesitzer | ||
| Katharina Eckerfeld | als Tine | ||
| Daniel Nocke | als Daniel | ||
| Martin Weiss | als Sven | ||
| Regie: | Stefan Krohmer | ||
| Drehbuch: | Daniel Nocke | ||
| Produzent: | Doris Zander | ||
| Prof. Nico Hofmann | |||
| Kamera: | Gunnar Fuß | ||
| Schnitt: | Stephan Krumbiegel | ||
| Produktionsdesign: | Thilo Mengler | ||
| Kostüme: | Silke Sommer | ||
| Ton: | Einar Marell | ||
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