Originaltitel: End of Days
USA 1999
Arnold Schwarzenegger
Gabriel Byrne
Robin Tunney
Regie: Peter Hyams
Verleih: Buena Vista
Der abgerissene Ex-Cop Jericho Cane verdingt sich an der Seite seines Partners Chicago als Sicherheitsbeamter. Zum Jahrtausendwechsel wird er in ein Katz-und-Mausspiel verwickelt, in dessen Mittelpunkt die unschuldige Christine steht. Denn der Teufel persönlich ist auf die Erde gekommen, um Christine zur Frau zu wählen und das Ende der Welt zu besiegeln - und nur Cane kann ihn stoppen.

Nach Terminatoren und Predatoren stellt sich der Superstar nach einer zweieinhalbjährigen Auszeit nun am Ende der Tage seinem größten Gegner: dem Teufel selbst. Von Peter Hyams mit einem Maximum an pyrotechnischem Effekt ausgestattet, erinnert "End of Days" an gute alte Okkultschocker wie "Das Omen", allerdings mit der Feuerkraft einer 100-Mio.-Dollar-Produktion. Das steigert die Schauwerte, lenkt aber mehr als einmal von der reizvollen Geschichte eines gefallenen Mannes ab, der seine persönliche Erlösung sucht.
Drei Jahre, nachdem er mit dem Interesse an dem später mit Denzel Washington realisierten "Dämon" erstmals Sympathie für den Teufel bekundete, hat sich Arnold Schwarzenegger jetzt doch noch sein ganz persönliches "Sieben" gegönnt. Das Timing ist perfekt: Der Jahrtausendwechsel ist wie geschaffen, um Beelzebub für immer in die Hölle zu schicken und Schwarzenegger als Action-Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. Die einstige Ikone der späten Achtziger und frühen Neunziger gibt sich redlich Mühe, mit der Zeit zu gehen: In dieser maßvoll finsteren, mit religiösen Symbolen geradezu gespickten Untergangsserenade spielt der bisweilen überforderte Grazer nicht den muskelbepackten Strahlemann, sondern einen gebrochenen Typen, der an der Flasche hängt und aufgrund des Todes von Frau und Kind mit dem Selbstmord spielt. Wenn man Schwarzenegger als Jericho Cane in seiner ersten Szene erlebt, wie er sich die Waffe an die Schläfe hält, ist das schon ein starkes Bild. Leider hält dieser Schock nur bedingt vor. Denn natürlich muß er - Alkoholismus hin, Suiziddepression her - auch noch ein Elitebodyguard sein, der alsbald in einer ebenso ausgedehnten wie herzlich überflüssigen Stuntsequenz, von einem Helikopter baumelnd, einen Attentäter über Hochhäuser verfolgt. Cane kann ihn stellen, sieht sich aber gezwungen, den Mann niederzuschießen. Die Ermittlungen führen den Ex-Cop zu dem 20jährigen Mädchen Christine, die Zeit ihres Lebens von bedrohlichen Visionen und Alpträumen verfolgt wurde. Mit gutem Grund: Denn sie ist die Auserwählte, mit der sich Satan zur Neujahrsnacht vermählen will, um sein Schreckensregime auf der Erde fortzusetzen.
Es hilft, daß der Gehörnte von einem Vollblutschauspieler wie Gabriel Byrne gespielt wird: ein Verführer und kein Zerstörer, der mit seiner Eleganz beinahe einen Hauch von Licht in die ewige Düsternis der Inszenierung bringt. Leider vertraut Peter Hyams weder auf Byrnes Ausstrahlung noch auf die an sich ergreifende Geschichte eines lebensüberdrüssigen Mannes, der erst wieder lernen muß, was es bedeutet am Leben zu sein, um sich schließlich für die Menschheit opfern zu können. Doch jeder Ansatz von Tragik oder Tiefe erstickt in einem nimmer enden wollenden Sperrfeuer von Explosionen und Feuersbrünsten, ebenso wie die witzigen Querverweise auf Schwarzeneggers Oeuvre (Kreuzigung wie in "Conan", Opfergang wie in "T2" etc.) und ein hinreißendes "Die üblichen Verdächtigen"-Zitat ("Der größte Trick des Teufels war es, die Welt davon zu überzeugen, daß er nicht existiert"). Natürlich können in diesem Spektakel auch die Schauspieler keinen Stich machen, obwohl man vor allem von Robin Tunney als des Teufels Braut und Kevin Pollak als Schwarzeneggers Sidekick gerne mehr gesehen hätte. So rast der Film ohne größere Reibung aber mit einigen wirksamen Schocks auf seinen Showdown und besten Gimmick zu: Denn erst als der bis an die Zähne bewaffnete Schwarzenegger die Artillerie beiseite legt und auf den Glauben vertraut, kann das Böse besiegt werden. Das würde man auch dem Film wünschen: Ein Mehr an emotionaler Resonanz und innerer Logik hätte auch diesem Behemoth gut zu Gesicht gestanden. ts.
| Darsteller: | Arnold Schwarzenegger | als Jericho Cane | |
|---|---|---|---|
| Gabriel Byrne | als The Man | ||
| Robin Tunney | als Christine York | ||
| Kevin Pollak | als Chicago | ||
| Renee Olstead | als Amy | ||
| Matt Gallini | als Mönch | ||
| Rod Steiger | als Father Kovak | ||
| Udo Kier | als Dr. Donald Abel | ||
| CCH Pounder | als Det. Margie Francis | ||
| Derrick O'Connor | als Thomas Aquinas | ||
| Miriam Margolyes | als Mabel | ||
| Victor Varnado | als Albino | ||
| Michael O'Hagan | als Kardinal | ||
| Mark Margolis | als Pope | ||
| Regie: | Peter Hyams | ||
| Drehbuch: | Andrew W. Marlowe | ||
| Produzent: | Armyan Bernstein | ||
| Bill Borden | |||
| Koproduzent: | Paul Deason | ||
| Andrew W. Marlowe | |||
| Ausf. Produzent: | Marc Abraham | ||
| Thomas A. Bliss | |||
| Kamera: | Peter Hyams | ||
| Schnitt: | Steven Kemper | ||
| Musik: | John Debney | ||
| Produktionsdesign: | Richard Holland | ||
| Charlie Daboub | |||
Am Anfang war das Wort: Gottes langer Weg auf die Leinwand.
Ganz relaxed: Regisseur Shadyac und Gott-Darsteller Freeman im Gespräch (Foto: Universal)
Wie spielt man Gott? Am Set von "Evan Allmächtig" hat sich Oscarpreisträger Morgan Freeman wegen dieser Frage den Kopf zerbrochen. "Immer wieder hab' ich mich dazu verleiten lassen, meine Rolle zu ernst zu spielen. Zum Glück hat mich Regisseur Tom Shadyac andauernd dazu ermuntert, ihr eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen".
Freeman schlüpft für die Fortsetzung des Kinohits "Bruce Allmächtig" von 2003 bereits zum zweiten Mal als Gott in den weißen Designer-Anzug. Leicht ist es ihm trotz über 40 Jahren Erfahrung offensichtlich nicht gefallen, die richtige Balance zwischen Ehrfurcht und Spaßfaktor zu finden.
Der Klassiker des Monumentalfilms: "Die zehn Gebote" (Foto: Paramount Home Entertainment)
Eine göttlich inspirierte Komödie wäre früher in der Traumfabrik undenkbar gewesen. Schon lange bevor Karikaturen mit religiösen Inhalten heiße Diskussionen auslösten, schob der Motion Picture Production Code von 1930 der Leinwandkarriere des Allmächtigen einen Riegel vor: "Kein Film darf sich über jeglichen Glauben lustig machen."
Das Ergebnis waren fromme Filme wie "Die zehn Gebote" (1956), in denen die tiefe, einschüchternde Stimme von Charlton Heston die heilige Botschaft verkündet. Auch nachdem der Code in den 70ern seine Gültigkeit verloren hatte, trauten sich viele Macher in Hollywood nicht, Gott ein Gesicht zu geben. In "Zwei vom gleichen Schlag" (1983) ist Gene Hackman zu hören, aber nur ein grelles Licht zu sehen. Val Kilmer spricht in dem Zeichentrickepos "Der Prinz von Ägypten" (1998) sowohl Moses als auch den unsichtbaren Schöpfer.
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