Hinreißend geradlinig erzählte Ballade von zwei liebenswerten Typen, die nach zwei Jahren in der Psychatrie in eine WG in Oslo ziehen. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz16/z0216083/b150x150.jpg Elling

Filmdetails

Elling

Hinreißend geradlinig erzählte Ballade von zwei liebenswerten Typen, die nach zwei Jahren in der Psychatrie in eine WG in Oslo ziehen.


Elling
Start: 02.05.2002

Komödie / Drama

Norwegen 2001
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Per Christian Ellefsen
Sven Nordin
Per Christensen

Regie: Petter Næss
Verleih: Arsenal (Central)

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Humor
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Inhalt

Grübler Elling (Per Christian Ellefsen) und Grobian Kjell (Sven Nordin) beziehen nach zwei gemeinsamen Jahren in der Psychiatrie eine Wohnung in Oslo. Alleine jeweils lebensunfähig, kämpft sich das ungleiche Duo gemeinsam erfolgreich durch die Tücken des Alltags.

Traumwandlerisch sicher inszenierte Außenseiter-Ballade aus Norwegen von Petter Naess, die für den "Oscar" als bester nicht-englischsprachiger Film nominert war.


Kritik

Elling

Nominiert für den Auslands-Oscar, preisgekrönt auf vielen internationalen Festivals und Norwegens erfolgreichster Film des vergangenen Jahres mit proportional mehr Zuschauern im eigenen Land als "Die fabelhafte Welt der Amélie" in Frankreich, ist dieser zweite Spielfilm von Theaterregisseur Petter Naess eine hinreißend geradlinig erzählte Ballade von zwei liebenswerten Typen, die sich nicht normal verhalten und voller Skurrilität in das Abenteuer Leben starten. Die Wirklichkeit immer genau auf den Punkt trifft der lakonische und schlagfertige Humor des Films, der bei einem breiten Publikum größte Sympathien wecken dürfte.

Elling, der Kleine mit dem ängstlich-skeptischen Gesichtsausdruck, und der stämmige große Kjell mit dem verbiestert-entschlossenen Blick beziehen nach zwei Jahren Psychatrie eine Sozialwohnung in Oslo. Von nun an müssen sie sich im realen Leben zurechtfinden - einkaufen, telefonieren, Essen kochen. Ihre individuellen Ängste, Phobien und so manche andere Verhaltens-Bizarrerien machen ihnen und besonders auch ihrem zuständigen Sozialarbeiter heftig zu schaffen. Die alltäglichsten Situationen werden für die beiden Freunde Elling und Kjell, fabelhaft vor der unaufdringlichen Kamera von Svein Krovel durchlebt von Per Christian Ellefsen und Sven Nordin, die bereits auf dem Theater diese beiden Rollen gespielt haben, zu schier unüberwindlichen Hürden und plötzlichen Anlässen zu aufbrausenden, dramatischen Streitereien. Dabei schafft Petter Naess, der bereits die Bühnenaufführung inszeniert hatte, mit traumwandlerischer Sicherheit den richtigen real-absurden Ton für den frischen Blick auf die Wirklichkeit, die wir eigentlich kennen, aber nun anders sehen. Wir lachen nicht aus Schadenfreude, sondern aus mitfühlendem Vergnügen mit den beiden Lebenskünstlern, mit denen wir uns wunderbar identifizieren können. Wenn Elling sagt: "Es gibt Menschen, die sich mit Skiern auf den Weg zum Südpol machen, und ich habe schon Probleme, ein Restaurant zu durchqueren, um pinkeln zu gehen", ist das eine lapidar klare Feststellung als Ergebnis selbsterkennender Reflektion. Elling ist der Denker in dieser Zweier-Freundschaft und betätigt sich sogar als Dichter, wobei er seine Poesien anonym im Sauerkraut-Regal einreiht. Damit gewinnt er die Sympathien eines bekannten Schriftstellers und stellt sich die Frage, ob er jetzt ganz ohne die Hilfe des Stadtrats von Oslo einen Freund gefunden hat. Um Freundschaft geht es hauptsächlich in diesem wunderbar zwischen Humor und Ernsthaftigkeit real existierenden Film, der gute Laune macht und Lust darauf, auch die Schräglagen der Dinge des Lebens mit individueller Entschlusskraft anzugehen. Und mit jedem neuen Film aus dem hohen Norden Europas scheint sich herauszukristallisieren, dass derzeit die skandinavischen Filmemacher mit ihren Stories am festesten auf dem Boden realistischer Tatsachen stehen. fh.

Elling

Darsteller:  Per Christian Ellefsen   als Elling
  Sven Nordin   als Kjell Bjarne
  Per Christensen   als Alfons Jorgensen
  Jørgen Langhelle   als Frank Asli
  Marit Pia Jacobsen   als Reidun Nordsletten
  Hilde Olausson   als Gunn
  Ola Otnes   als Hauger
  Eli Anne Linnestad   als Johanne
  Cecilie A. Mosli   als Cecilie Kornes
  Joachim Rafaelsen   als Haakon Willum
  Per Gørvell   als Eriksen
  Knud Dahl   als Ober
 
Regie:  Petter Næss  
Drehbuch:  Axel Hellstenius  
Produzent:  Dag Alveberg  
Buchvorlage:  Ingvar Ambjornsen  
Kamera:  Svein Krovel  
Schnitt:  Inge-Lise Langfeldt  
Musik:  Lars Lillo Stenberg  
Produktionsdesign:  Harald Egede-Nissen  
  Aslaug Konradsdottir  
Kostüme:  Aslaug Konradsdottir  
Ton:  Morten Solum  

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