Cate Blanchett
Geoffrey Rush
Christopher Eccleston
Regie: Shekhar Kapur
Verleih: UIP
Frühe Regentschaftsjahre der von 1558 bis 1603 den englischen Thron behauptenden Königin Elizabeth I. Von Vater Heinrich VIII verstoßen, von der Halbschwester in den Tower geworfen und mächtigen Rivalen fast ermordet, setzt sich die junge Regentin gegen die Wölfe am Hofe durch. Ihr Privatleben ist der Einsatz, uneingeschränkte Staatsmacht der Gewinn.

In einer Zeit, in der Elizabeth II nur Sorge trägt, ihren Kopf zu dekorieren, ist ein Film über ihre große Vorgängerin, die Sorge trägt, denselben nicht zu verlieren, ein packende Lektion über die Romantik vergangener Tage. Im Mittelpunkt des englischsprachigen Regiedebüts des Insiders Shekar Kapur ("Bandit Queen"), stehen die Etablierungsjahre des Regentin, die mit Intrigen, Mordanschlägen, Kriegen und Liebesleid reichlich Stoff für zwei Stunden anregende Unterhaltung bieten. Sofern in einer Zeit mitunter kopfloser Filme noch die Bedeutung eines klugen Kopfes vermittelt werden kann.
Und den mußte die von 1558 bis 1603 die Staatsgeschicke souverän leitende, illegitime Tochter Heinrichs VIII und prostestantische Halbschwester der eisern katholischen englischen Königin Mary I auch zeigen, um nicht unter das Beil des Henkers zu geraten. Mit geschichtlichen Blitzinfos, deren Tempo und Kürze historische Laien etwas überfordern dürften, eröffnet Kapur seinen gediegenen aber nicht übertrieben verschwenderisch ausgestatteten Film. Eine grausame Verbrennung etabliert sofort die Härte der Zeit und die Kompromißlosigkeit der Mittel von Königin Mary I, die ihre Verwandte mehrfach aus dem Weg zu räumen versucht, ihr aber sterbend doch den Weg zum Thron ermöglicht. Als lebenslustige und in den Adeligen Robert Dudley (etwas blaß: Joseph Fiennes, Englands Antwort auf William Baldwin) verliebte Frau wird dagegen Elizabeth eingeführt, die in der äußerlich etwas herben, aber wie schon in "Paradise Road" und "Oscar und Lucinda" mimische auftrumpfenden Cate Blanchett eine Akteurin gefunden hat, die Vorgängerinnen wie Flora Robson und Bette Davis kaum nachsteht. Wie sich die unerfahrene Königin politisch, aber auch privat emanzipiert, sich gegen die Intrigen ehrgeiziger Rivalen (Christopher Ecclestons faszinierender blaublütiger Eisklotz, Fanny Ardants lustbetonte französische Amazone) genauso zur Wehr setzt wie gegen traditionelle Heiratsdiplomatie, bildet das Fundament des Drehbuchs von Michael Hirts. Regisseur Kapur, dem eine in die Härte getriebene Frau (Phoolan Devi, die "Bandit Queen") schon 1994 internationale Aufmerksamkeit bescherte, ist wie Ang Lee ("Sinn und Sinnlichkeit") eine überraschende, aber der Herausforderung gewachsene Wahl für ein englisches Thema. Ohne die visuelle Brillanz des Taiwanesen, aber mit Gespür für Stimmungen und aussagekräftige Bilder (sechs Zofen helfen der Königin beim Ankleiden, allein bleibt sie in der Politik), ist ihm mit "Elizabeth" ein atmosphärischer, von Patrice Chéraus "Bartholomäusnacht" inspirierter Historienthriller gelungen, der Staub aufwirbelt, ohne verstaubt zu sein. kob.
| Darsteller: | Cate Blanchett | als Elizabeth I | |
|---|---|---|---|
| Geoffrey Rush | als Sir Francis Walsingham | ||
| Christopher Eccleston | als Duke of Norfolk | ||
| Joseph Fiennes | als Robert Dudley Earl of Leicester | ||
| Lord Richard Attenborough | als Sir William Cecil | ||
| Fanny Ardant | als Mary of Guise | ||
| Kathy Burke | als Königin Mary I | ||
| Eric Cantona | als Monsieur de Foix | ||
| James Frain | als Alvaro de la Quadra | ||
| Vincent Cassel | als Duc d'Anjou | ||
| Daniel Craig | als John Ballard | ||
| Sir John Gielgud | als Papst | ||
| Angus Deayton | |||
| Edward Hardwicke | |||
| Terence Rigby | |||
| Amanda Ryan | |||
| Kelly Macdonald | |||
| Emily Mortimer | |||
| Regie: | Shekhar Kapur | ||
| Drehbuch: | Michael Hirst | ||
| Produzent: | Alison Owen | ||
| Eric Fellner | |||
| Tim Bevan | |||
| Koproduzent: | Debra Hayward | ||
| Liza Chasin | |||
| Kamera: | Remi Adefarasin | ||
| Schnitt: | Jill Bilcock | ||
| Musik: | David Hirschfelder | ||
| Produktionsdesign: | John Myhre | ||
| Lucy Richardson | |||
| Kostüme: | Alexandra Byrne | ||
| Maske: | Jenny Shircore | ||
| Ton: | David Stephenson | ||
Seit Jahren führen Kostümfilme die Kinozuschauer in die Vergangenheit. Hochgetürmte Frisuren, gepuderte Perücken und wallende Reifröcke sind für die wenigen Stunden auf der Kinoleinwand so wunderbar romantisch.
In "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst spielen Kostüme die Hauptrolle (Foto: Sony Pictures)
Der Klassiker stammt aus dem Jahr 1939: "Vom Winde verweht" mit Clark Gable und Vivien Leigh. Vor dem Hintergrund des amerikanische Bürgerkriegs sprüht der Film vor Drama und Romantik.
Seitdem haben wir vor allem Jane Austen die verträumte Vorstellung des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Die Traumfabrik hat ihre Bücher in wunderbare Filme wie "Emma" mit Gwyneth Paltrow, "Sinn und Sinnlichkeit" mit Emma Thompson und "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley verwandelt. Alle drei Dramen durften sich über Oscar-Nominierungen freuen. Emma Thompson nahm sogar für das Drehbuch einen Goldjungen entgegen.
Dass Historienfilme immer wieder mit Auszeichnungen rechnen dürfen, zeigte auch "Shakespeare in Love". Gleich siebenmal wurde der Film von der Academy geehrt. Gwyneth Paltrow angelte sich die goldene Statue als beste Hauptdarstellerin und Dame Judi Dench nahm mit nur einem achtminütigen Auftritt als Königin Elizabeth den Oscar als beste Nebendarstellerin mit nach Hause.
Der Spitzenreiter ist aber "Vom Winde verweht". Das Drama wurde 1939 mit acht Goldstatuen ausgezeichnet und dann gibt es da natürlich noch den großen Erfolgshit von 1997, "Titanic", mit elf Oscars geehrt - wenn man das Drama, das 1919 spielt, noch zu den Kostümfilmen zählen will. Historienfilme berühren also nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die Kritiker. So ist es nicht verwunderlich, dass das Genre auch weiterhin Furore macht.
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