Oskar Roehlers Adaption des gleichnamigen Skandalromans von Michel Houellebecq mit Starbesetzung. http://images.kino.de/flbilder/max06/mbiz06/mbiz01/z0601508/b150x150.jpg Elementarteilchen

Filmdetails

Elementarteilchen

Oskar Roehlers Adaption des gleichnamigen Skandalromans von Michel Houellebecq mit Starbesetzung.


Elementarteilchen
Start: 23.02.2006

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Moritz Bleibtreu
Christian Ulmen
Martina Gedeck

Regie: Oskar Roehler
Verleih: Constantin

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

Traumatisiert von der experimentierfreudigen Hippie-Mutter (Nina Hoss) haben die ungleichen Brüder Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu) jeweils auf ihren eigenen Kriegspfad mit der Sexualität gefunden. So forscht Michael an einem renommierten Forschungsinstitut an Sex-freier Fortpflanzung, während Lehrer Bruno heimlich seinen Schülerinnen hinterher hechelt und doch nur im Puff zum Schuss kommt. Als dann aber beide auf die große Liebe treffen (Franka Potente und Martina Gedeck), könnte alles anders kommen.

Die Crème de la Crème des deutschen Schauspielwesens ist zur Stelle, wenn die Produzenten Bernd Eichinger und Oliver Berben den gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq verfilmen.


Kritik

Bernd Eichinger und Regisseur Oskar Roehler liefern mit einem Star-Ensemble den Beziehungsfilm des Jahres ab.

Großansicht Zwei ungleiche Halbbrüder auf einer verzweifelten Suche im Gefühlsdschungel (Foto: Constantin)

Zwei ungleiche Halbbrüder auf einer verzweifelten Suche im Gefühlsdschungel (Foto: Constantin)

"Der ultimative Film nach einem Wahnsinnsroman" - Regisseur Oskar Roehler bietet selbst die richtige Beschreibung seines "Elementarteilchen". 1998 hatte Michel Houellebecq mit dem schonungslosen Porträt einer beziehungsunfähigen und sexsüchtigen Gesellschaft für einen literarischen Skandal gesorgt und gleichzeitig einen Weltbestseller gelandet.

Roehler, der schon mit Filmen wie "Agnes und seine Brüder" meisterhaft von den Abgründen des Gefühls erzählt hat, setzt dieses Sittenbild nun kongenial um.

Seine tragischen Helden auf einer Odyssee der Emotionen sind die beiden Halbbrüder Michael und Bruno, die von den Eskapaden ihrer Hippiemutter traumatisiert wurden. Während sich der eine vereinsamt in seinem Job als Genforscher vergräbt, versucht der andere verzweifelt seine Sex-Obsessionen auszuleben.

Großansicht Michael und Annabelle: zwei verlorene Seelen finden sich (Foto: Constantin)

Michael und Annabelle: zwei verlorene Seelen finden sich (Foto: Constantin)

Erotischer Reigen

Als beide endlich eine Partnerin finden, scheint auf einmal so etwas wie Liebe möglich. Aber dafür ist das Leben viel zu vertrackt und erbarmungslos ...

Fast zwangsläufig begeisterte dieser gnadenlose erotische Reigen auch Deutschlands renommiertesten Produzenten Bernd Eichinger ("Der Untergang"), der mit seinen Filmen selbst immer wieder die Grenzen der Konvention überschritt.

Und Eichinger fand mit Roehler nicht nur den idealen Filmemacher, sondern organisierte auch eine spektakuläre Besetzung - wie Franka Potente, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Christian von Ulmen.

Großansicht Ist obsessiver Sex der Ausweg aus der Beziehungswüste oder eine neue Sackgasse? (Foto: Constantin)

Ist obsessiver Sex der Ausweg aus der Beziehungswüste oder eine neue Sackgasse? (Foto: Constantin)

Irrgarten der Gefühle

Ohne Scheu vor Tabus stürzt sich die junge Starriege - darunter auch Nina Hoss als Lotter-Mutter - in ein Labyrinth aus Lust, Hoffnung und Verzweiflung.

Schon allein dieses Ensemble macht "Elementarteilchen" zu dem deutschen Film-Ereignis dieses Frühjahrs. Kitschige Romantik mit zuckersüßem Happy End gibt es darin nicht, aber dafür eine Überdosis an ehrlichem, echten Gefühl. Und genau das ist ein Grund, ins Kino zu gehen.

Elementarteilchen

Darsteller:  Moritz Bleibtreu   als Bruno
  Christian Ulmen   als Michael
  Martina Gedeck   als Christiane
  Franka Potente   als Annabelle
  Nina Hoss   als Jane
  Uwe Ochsenknecht   als Brunos Vater
  Corinna Harfouch   als Dr. Schäfer
  Ulrike Kriener   als Annabelles Mutter
  Jasmin Tabatabai   als Yogini
  Michael Gwisdek   als Prof. Fleißer
  Herbert Knaup   als Sollers
  Tom Schilling   als Michael (jung)
  Thomas Drechsel   als Bruno (jung)
  Nina Kronjäger   als Katja
  Katharina Palm   als Schwester Clara
  Jelena Weber   als Annabelle (jung)
  Jennifer Ulrich   als Johanna
  Shaun Lawton   als Walser
  Birgit Stein   als Anne
  Simon Böer   als Janes Lover
  Franziska Schlattner   als Ellen
  Thorsten Merten   als Hubert
  Deborah Kaufmann   als Hannelore
  Uwe-Dag Berlin   als Annabelles Arzt
  Hermann Beyer   als Annabelles Vater
  Ingeborg Westphal   als Hippiefrau
 
Regie:  Oskar Roehler  
Drehbuch:  Oskar Roehler  
Produzent:  Bernd Eichinger  
  Oliver Berben  
Buchvorlage:  Michel Houellebecq  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Schnitt:  Peter R. Adam  
Musik:  Martin Todsharow  
Produktionsdesign:  Ingrid Henn  
Kostüme:  Esther Walz  
Maske:  Heike Merker  
  Sabine Schuhmann  
Ton:  Manfred Banach  
Casting:  An Dorthe Braker  

"Letztendlich bin ich ein Romantiker"

Seine 180-Grad-Wendungen sind berüchtigt: Der Regisseur Oskar Roehler möchte sich mit seinen Filmen auf keine Richtung festlegen lassen. Zuletzt machte er mit dem Drama "Agnes und seine Brüder" auf sich aufmerksam, nun bringt er Michel Houellebecqs Bestseller "Elementarteilchen" auf die Leinwand.

Großansicht In Christiane hat Bruno endlich eine verwandte Seele gefunden (Foto: Constantin)

In Christiane hat Bruno endlich eine verwandte Seele gefunden (Foto: Constantin)

» Sie haben bei der Adaption von Houellebecqs Roman "Elementarteilchen" Mut zur Lücke bewiesen. Dem Film tut dies gut, manche Leute aber irritiert es.

OSKAR ROEHLER: Das ist ein Kritikpunkt, den ich nicht akzeptieren kann und den ich sehr dogmatisch finde. Ein Roman ist ein Roman und ein Film ist ein Film. Wie langweilig wäre es gewesen, das Buch eins zu eins umzusetzen. In einem Film muss man direkter sein, kann nicht so weit ausholen.

Man muss sich auch überlegen, ob man Houellebecqs These des Romans wirklich teilen möchte. Für ihn bahnt sich eine Zivilisationskatastrophe an und sein Lösungsansatz lautet: Die Menschheit muss geklont werden, um sich ohne Sexualität fortpflanzen zu können. Das ist eine Theorie, die ich nicht teile. Mich interessierten die Figuren der beiden Männer in "Elementarteilchen". Aber ich wollte sie nicht als zum Scheitern verurteilte biologische Roboter darstellen.

Großansicht Wagte sich an den Skandalroman von Michel Houellebecq: Oskar Roehler (Foto: Kurt Krieger)

Wagte sich an den Skandalroman von Michel Houellebecq: Oskar Roehler (Foto: Kurt Krieger)

» "Elementarteilchen" wirkt wie Ihr bis dato reifster Film, möglicherweise auch Ihr kommerziellster. Liegt das am Produzenten Bernd Eichinger?

Nein. Man könnte mir vorwerfen, dass der Film nicht radikal genug ist. Ich wollte jedoch weder explizite Sexszenen zeigen, noch die Leute desillusionieren. Diese Entscheidung hat aber nichts mit Bernd Eichinger zu tun. Er ist eine große Persönlichkeit, das heißt allerdings nicht, dass man sich ihm unterordnen müsste.

Es war für mich ein Wagnis, einmal einen einigermaßen kommerziellen Weg zu beschreiten. Aber ich bin eben kein Dogmatiker: Ich will nicht vorschreiben, dass meine Filme hart sein müssen.

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Sein komischer cooler Killer Abdul aus "Knockin' on Heaven's Door" ging mit dem Satz "Soll isch dir dein Hirn pusten?" ebenso in die...

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