Originaltitel: Easy A
USA 2010
Emma Stone
Penn Badgley
Amanda Bynes
Regie: Will Gluck
Verleih: Sony Pictures
Olive will nicht länger von ihrer Freundin gelöchert werden und behauptet deshalb, sie habe mit einem Jungen, den es in Wahrheit gar nicht gibt, beim ersten Date Sex gehabt. Die Wahrheit, das Wochenende vor dem Fernseher verbracht und nichts erlebt zu haben, ist einfach zu deprimierend. Die kleine Lüge lässt Olive als Schulflittchen dastehen, bis sie den Spieß umdreht. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich zumindest eine Weile völlig ungeniert: Dem Beispiel von Hester Prynne aus "Der scharlachrote Buchstabe", das sie in der Schule durchnehmen, folgend, heftet sie sich ein rotes A an gewagte Korsett-Outfits und spielt den Vamp.

"Clueless", John Hughes und, ja, "Der scharlacharote Buchstabe" lassen grüßen in dieser großartigen Highschool-Komödie, in der Emma Stone alle Register ihres Könnens zieht und sich als Superstar von morgen empfiehlt.
Man muss bereit sein, ein paar Dinge zu schlucken, um "Einfach zu haben" genießen zu können. Man muss glauben, dass ein Mädchen an einer angesichts ihres entspannten Lehrkörpers unschwer als ausgesprochen liberalen kalifornischen Highschool als Flittchen angesehen wird, nur weil sie ihre Unschuld verloren hat. Man muss akzeptieren, dass homosexuelle Schüler sich komplexeste Täuschungsszenarien ausdenken, um an besagter freigeistiger Schule nicht bloßgestellt zu werden. Man muss kaufen, dass ausgerechnet die umwerfend aufregende Emma Stone - in Deutschland bekannt aus "Zombieland" und "Superbad" - an besagter Highschool als Mauerblümchen angesehen wird, das Schwierigkeiten hat, überhaupt bei Jungs aufzufallen. Und das Beste daran: Man nimmt die vermeintlichen Ungereimtheiten und Unwahrscheinlichkeiten bereitwillig hin, weil die zweite Regiearbeit von Will Gluck eine der seltenen Highschool-Komödien ist, die ihre Figuren und ihre Nöte und Belange wirklich ernst nimmt, gleichzeitig aber Charme, Witz und Ideenreichtum versprühen. Vor allem aber ist Emma Stone umwerfend. Sollte dieser Film sie nicht zum Star machen, muss man sich ernsthaft Sorgen machen: Ihre Olive Penderghast reiht sich eloquent und sarkastisch ein in den Pantheon der Teenager-Heldinnen, direkt neben Juno MacGuff aus "Juno" und Cher Horowitz aus "Clueless - Was sonst?". In eben jene Kerbe schlägt der ganze Film, der den beiden Klassikern des Subgenres in nichts nachsteht, vielleicht noch bereichert um eine entscheidende Note John Hughes, dessen Filme "Sixteen Candles" und "Der Frühstücks-Club" (ebenso wie Cameron Crowes "Teen Lover") direkt zitiert werden.
Lose inspiriert von "Der scharlachrote Buchstabe", der hier im Unterricht durchgenommen und wiederholt als Referenz erwähnt und kommentiert wird, geht es um eine leichtfertige Flunkerei Olives, die nicht länger von ihrer Freundin gelöchert werden will und deshalb behauptet, sie habe mit einem Jungen, den es in Wahrheit gar nicht gibt, beim ersten Date Sex gehabt - die Wahrheit, das Wochenende vor dem Fernseher verbracht und nichts erlebt zu haben, ist einfach zu deprimierend. Die kleine Lüge löst eine Kette von Ereignissen aus, die Olive als Schulflittchen dastehen lassen, bis sie den Spieß umdreht - ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich zumindest eine Weile völlig ungeniert: Dem Beispiel von Hester Prynne folgend, heftet sie sich ein rotes A an gewagte Korsett-Outfits und spielt fortan den Vamp, was die Situation endgültig entgleisen lässt. Süffisant von Stone selbst vor einer Computerkamera in Rückblenden erzählt, entwirft "Einfach zu haben" ein pfiffiges Sittenbild des Mikrokosmos einer ganz normalen Schule, deren Sitten vielleicht etwas prüde sind, die aber mit einem ganzen Arsenal denkwürdiger Figuren gesegnet ist, angefangen bei Olives von Thomas Haden Church souverän gespielten supercoolen Klassenlehrer über eine bigotte Mitschülerin (Amanda Bynes spielt gegen ihr Image an) hin zu Olives unerreichbar erscheinenden Schwarm, gespielt von "Gossip Girl"-Star Penn Badgely, der gute Miene zu manch bösem Spiel macht, dafür aber mit einem lässigen "Dream Lover"-Moment entschädigt wird. Sie alle sind aber wenig mehr als Stichwortgeber für Emma Stone, die wie ein Wirbelsturm durch das Szenario fegt, als sei solch eine Performance einfach zu haben. ts.
| Darsteller: | Emma Stone | als Olive | |
|---|---|---|---|
| Penn Badgley | als Woodchuck Todd | ||
| Amanda Bynes | als Marianne | ||
| Dan Byrd | als Brandon | ||
| Thomas Haden Church | als Mr. Griffith | ||
| Patricia Clarkson | als Rosemary | ||
| Cam Gigandet | als Micah | ||
| Lisa Kudrow | als Mrs. Griffith | ||
| Malcolm McDowell | als Direktor Gibbons | ||
| Alyson Michalka | als Rhiannon | ||
| Stanley Tucci | als Dill | ||
| Fred Armisen | als Pastor | ||
| Regie: | Will Gluck | ||
| Drehbuch: | Will Gluck | ||
| Bert V. Royal | |||
| Produzent: | Zanne Devine | ||
| Kamera: | Michael Grady | ||
| Schnitt: | Yana Gorskaya | ||
| Produktionsdesign: | Marcia Hinds | ||
| Kostüme: | Mynka Draper | ||
| Casting: | Lisa Miller Katz | ||
Da fällt jemandem der Abschied schwer…
Denkwürdig: Kirsten Dunst wäre gerne auch im neuen "Spider-Man"-Film dabei (Foto: Columbia TriStar)
Er hängt im rot-blauen Spinnenkostüm kopfüber, sie reckt ihre Lippen den seinen entgegen und küsst ihn im strömenden Regen: Tobey Maguire und Kirsten Dunst haben der Filmgeschichte mit diesem denkwürdigen Kuss aus "Spider-Man" einen der romantischsten Momente geschenkt.
Kein Wunder, dass sich Kirsten Dunst nun im "Spider-Man"-Vorruhestand nicht so recht wohl fühlt. Nachdem bekannt wurde, dass Regisseur Sam Raimi keinen vierten Spidey-Film mit dem bewährten Team drehen darf, sondern die Reihe stattdessen im Stil von "Batman Begins" neu gestartet wird, war auch für die beiden Hauptdarsteller kein Platz mehr: Tobey Maguire wurde für "The Amazing Spider-Man" durch "Social Network"-Star Andrew Garfield ersetzt, Kirsten Dunst durch Emma Stone aus "Einfach zu haben". Doch Kirsten wünscht sich trotzdem einen Auftritt im Neuanfang "The Amazing Spider-Man":
"Ich wollte gerne einen kleinen Gastauftritt absolvieren", berichtet Kirsten Dunst. "Meine Idee war, dass Tobey und ich als Komparsen dabei sind und in einer Szene irgendwo im Hintergrund durchs Bild laufen."
Die Fans des Spinnenmannes hätten sich darüber sicher gefreut. Doch die Macher fanden die Idee weniger toll und lehnten Kirstens Vorschlag ab. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Entscheidung, so kurz nach den bisherigen drei Filmen einen kompletten Neuanfang ins Kino zu bringen, unter Fans nicht unumstritten ist. Da wollte man vermutlich die Erinnerung an die erste Trilogie so wenig wie möglich mit dem neuen Film in Verbindung bringen.
Kirsten Dunst zeigt indes Verständnis für die Entscheidung und lobt sogar ihre Nachfolger Andrew Garfield und Emma Stone: "Zwischen den beiden stimmt die Chemie!", meint Dunst - so ziemlich das höchste Lob, das in Hollywood an Leinwandpaare vergeben wird.
Ob dem tatsächlich so ist, gibt's ab 3. Juli 2012 zu erleben, wenn "The Amazing Spider-Man" sich durchs Kino schwingt.
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