Originaltitel: The Wedding Singer
USA 1997
Adam Sandler
Drew Barrymore
Christine Taylor
Regie: Frank Coraci
Verleih: Studiocanal
Robbie Hart tritt bei Hochzeiten als Sänger auf, bei denen Julia als Bedienung arbeitet. Als Robbie von seiner Verlobten am Traualtar sitzengelassen wird und in ein tiefes Jammertal stürzt, freundet er sich mit Julia an, die mit den Vorbereitungen zu ihrer eigenen Hochzeit mit einem ekelhaften Macho-Yuppie beschäftigt ist. Erst nach diversen Verwicklungen dürfen sich die beiden in die Arme schließen.

Nach "Ein Mann - ein Mord" und "Romy und Michele" geht mit "The Wedding Singer" die an den Kinokassen bislang aussichtsreichste Komödie an den Start, die sich in den modischen Stilverirrungen der 80er Jahre suhlt. "Saturday Night Live"-Komiker Adam Sandler, der sich bisher in überdrehten Klamotten wie "Billy Madison" und "Happy Gilmore" als zumeist an der Grenze des Menschen Erträglichen blödelnde Nervensäge hervortat, gelingt es, sich in der charmanten Liebeskomödie als kompetenter, romantischer Lead zu etablieren und in der Rangliste der neuen Generation von Witzbolden gleich hinter Jim Carrey einzureihen. In den USA am Valentinstag-Wochenende mit einem sensationellen Einspiel von 22,5 Mio. Dollar gestartet, scheint auch das Publikum dem neuen Adam Sandler in Scharen zuzusprechen.
Natürlich bleibt dem Blödelbarden ausreichend Gelegenheit, seinen ausufernd albernen Humor, den seine zalhreichen alten Fans von ihm erwarten, auszuleben - bevorzugt mit dem Vortragen von inbrünstig geschmetterten Hits der nicht ganz so Rockin' 80's. Da er den Sänger einer professionellen Hochzeitsband mimt, fügen sich seine musikalischen Ergüsse hier erstmals nahtlos in die leichte Komödien-Story ein, die von Sandlers langjährigem "SNL"-Kollegen Tim Herlihy im Stil einer klassischen Liebeskomödie der 30er und 40er Jahre geschrieben wurde. Auf ätzend-bösartigen Humor wurde verzichtet, stattdessen wird in spritzig-liebenswerter Manier ein herzerwärmender und zugleich augenzwinkernder Hindernislauf in Sachen Liebe serviert.
Robbie Hart (Sandler) tritt bei Hochzeiten als Sänger auf, bei denen Julia (Drew Barrymore) als Bedienung arbeitet. Beide sind mit anderen, ihnen unwürdigen Partnern verlobt. Doch während der auf Familie fixierte Robbie gleich zu Beginn vor dem Traualtar sitzengelassen wird und daraufhin in ein tiefes Jammertal stürzt (akustisch begleitet von "Love Stinks" von der J. Geils Band), ist Julia den Großteil des Films mit Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit mit einem extrem ekelhaften Don-Johnson-Verschnitt der "Miami Vice"-Ära beschäftigt. Doch nach diversen Verwicklungen und Umwegen können sich die klar füreinander bestimmten Liebenden in die Arme schließen.
Regisseur Frank Coraci (inszenierte bisher nur die unerhebliche Videopremiere "Murdered Innocence") gelingt es, eine relativ ausgewogene Balance zwischen abgedrehten und bewegenden Momenten zu halten. Der Look der Zeit mit seiner legendär geschmacklosen Mode in Pastellfarben wurde von Kostümdesignerin Mona May (leistete schon bei "Romy und Michele" und "Clueless - Was sonst?" beachtliches) perfekt eingefangen. Dazu schwingt Coraci gnadenlos die Popkulturreferenzen-Keule, und so tummeln sich schräge Kopien von Madonna (Christina Taylor aus "Die Brady Family"), Michael Jackson (Allen Covert) und Boy George (Alexis Arquette) auf der Leinwand. In kurzen Auftritten sind zudem Steve Buscemi, Jon Lovitz und 80er-Ikone Billy Idol höchstselbst zu sehen. Viel nostalgischer Spaß kommt auch mit dem Aufspielen von diversen Musikklassikern der Ära auf, wobei das absolute Highlight die umwerfende Version einer agilen Greisin von "Rappers Delight" von der Sugarhill Gang ist. Sandler dürfte sich dank des vorhersehbaren Erfolges von "The Wedding Singer" endgültig in die Riege der neuen Generation von "SNL"-geschmiedeten Stars einreihen können, gleich hinter Speerspitze Jim Carrey, der unerreicht bleibt. ara.
| Darsteller: | Adam Sandler | als Robbie Hart | |
|---|---|---|---|
| Drew Barrymore | als Julia Sullivan | ||
| Christine Taylor | als Holly | ||
| Allen Covert | als Sammy | ||
| Matthew Glave | als Glenn Gulia | ||
| Ellen Albertini Dow | als Rosie | ||
| Angela Featherstone | als Linda | ||
| Alexis Arquette | als George | ||
| Christina Pickles | als Angie Sullivan | ||
| Jon Lovitz | als Jimmie Moore | ||
| Steve Buscemi | als David | ||
| Kevin Nealon | als Mrs. Simms | ||
| Billy Idol | als Billy Idol | ||
| Steven Brill | als Glenns Kumpel | ||
| Regie: | Frank Coraci | ||
| Drehbuch: | Tim Herlihy | ||
| Produzent: | Robert Simonds | ||
| Jack Giarraputo | |||
| Koproduzent: | Ira Shuman | ||
| Ausf. Produzent: | Brad Grey | ||
| Sandy Wernick | |||
| Kamera: | Timothy Suhrstedt | ||
| Schnitt: | Tom Lewis | ||
| Musik: | Teddy Castellucci | ||
| Produktionsdesign: | Perry Andelin Blake | ||
| Alan Au | |||
| Kostüme: | Mona May | ||
| Ton: | Kim H. Ornitz | ||
Valentinstag steht vor der Tür. Was liegt da näher, als den romantischsten Film-Moment aller Zeiten zu wählen?
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