Originaltitel: Fathers' Day
USA 1997
Robin Williams
Billy Crystal
Julia Louis-Dreyfus
Regie: Ivan Reitman
Verleih: Warner
Anwalt Jack und Schriftsteller Dale machen nach einigen Mißverständnissen gemeinsame Sache, um "ihren" ausgerissenen 16jährigen Sohn Scott wieder aufzutreiben. Die grundverschiedenen Männer glauben beide, Scotts Vater zu sein, da sie jeweils vor 17 Jahren eine Affäre mit seiner Mutter Colette hatten, die sie nun um Hilfe bittet. Der Sohnemann verkehrt derweil mit Punkrockern und schuldet Drogendealern 5000 Dollar...

Zehn Jahre lang warteten die beiden hochkarätigen Komiker Robin Williams und Billy Crystal darauf, nach ihren Auftritten für Comic Relief endlich die Leinwand gemeinsam mit ihren patentierten Späßchen zu traktieren. Das US-Remake der vergnüglichen französischen Farce "Zwei irre Spaßvögel" von 1984 mit Gérard Depardieu und Pierre Richard wurde vom versierten Komödienspezialisten Ivan Reitman ("Ghostbusters", "Dave") mit ausgeprägter Slapstick-Komponente, aber nicht immer perfektem Auge für die eigentlichen Stärken seiner liebenswerten Stars inszeniert.
Der fünffache Oscar-Moderator Crystal ("City Slickers - Die Großstadthelden") schlüpft in die ungewohnte Rolle des Straight man. Als rationaler Anwalt Jack benutzt er seine hohe Denkerstirn nicht nur zum Lösen geistiger Probleme, er weiß sie wie Vorgänger Depardieu auch handfest zum Einsatz zu bringen. Das hat angesichts seines eher schmächtigen Körperbaus durchaus seinen komödiantischen Reiz. Williams mimt die häufig in Tränen ausbrechende, suizid veranlagte Mimose Dale, der ein Dasein als erfolgloser Schriftsteller und Dichter fristet. Nach anfänglichen Mißverständnissen macht er mit Jack bald gemeinsame Sache, um "ihren" ausgerissenen 16-jährigen Sohn Scott aufzustöbern. Die völlig konträren Männer glauben beide, sein Vater zu sein, da sie jeweils vor 17 Jahren eine Affäre mit seiner Mutter Collette (Nastassja Kinski: schön, blond und ansonsten kaum zu sehen) hatten, die sie nun um Hilfe bittet, ihn zu finden. Scott hat sich einige Probleme eingebrockt: mit seiner liederlichen Freundin folgt er der Punkrockband Sugar Ray zu ihren Gigs (was die Geschehnisse von San Francisco über Sacramento nach Reno verlegt) und klaut zwei Drogendealern 5000 Dollar. Als seine Väter ihn erstmals finden, ist er sturztrunken, was einer doppeldeutigen Duschszene Vorschub leistet. Anschließend erhält Williams eine Ladung siedendheißen Kaffee in den Schoß gegossen - eine ziemlich aufschlußreiche Demonstration für das von Reitman angestrebte Humorniveau. Das Gagmaterial mag ein alter Hut sein (Williams imitiert vor dem Spiegel eine Reihe von möglichen Vater-Identitäten, gibt seiner Angst vorm Fliegen nachdrücklich Ausdruck, trägt nasse Teenagerkleidung, tanzt mit Crystal in antiquierter Manier zu Sly & The Family Stone), doch in der Ausführung des erstklassig aufeinandereingespielten Komikerteams mit perfektem Timing und natürlichem Gefühl für Situationskomik wird selbst weniger originelles Material zum amüsanten Spaß. Julia Louis-Dreyfuss, die man von ihrer witzigen Rolle aus der Topserie "Seinfeld" kennt, erhält hier allerdings überhaupt keine Gelegenheit, ihr komödiantisches Talent unter Beweis zu stellen, da sie ohne geringste Ansätze von Ironie Crystals misstrauische Frau porträtieren muß.
Die Rechnung mit der US-Wiederverfilmung "Aus dem Dschungel in den Dschungel" des französischen Hits "Der Großstadtindianer" ist durchaus aufgegangen, ob die Reitman-Komödie, die wie schon sein letzter Film "Junior" in den Family-Entertainment-Jagdgründen eines Chris Columbus wildert, ebenfalls so viel Stehvermögen zeigen wird, bleibt abzuwarten. Im komödienfreundlichen Deutschland stehen die Chancen für "Fathers' Day" jedenfalls besser als in seinem Produktionsland. ara.
| Darsteller: | Robin Williams | als Dale Putley | |
|---|---|---|---|
| Billy Crystal | als Jack Lawrence | ||
| Julia Louis-Dreyfus | als Carrie Lawrence | ||
| Nastassja Kinski | als Collette Andrews | ||
| Charlie Hofheimer | als Scott Andrews | ||
| Bruce Greenwood | als Bob Andrews | ||
| Jared Harris | als Lee | ||
| Louis Lombardi | als Matt | ||
| Patti D'Arbanville | als Shirley Trainor | ||
| Haylie Johnson | als Nikki | ||
| Charles Rocket | als Russ Trainor | ||
| Dennis Burkley | als Calvin | ||
| Alan Berger | als Rex | ||
| Tom Verica | als Peter | ||
| Jennifer Crystal | als Rose | ||
| Paul Herman | als Mr. Barmore | ||
| Regie: | Ivan Reitman | ||
| Drehbuch: | Babaloo Mandel | ||
| Lowell Ganz | |||
| Produzent: | Joel Silver | ||
| Ivan Reitman | |||
| Koproduzent: | Gordon Webb | ||
| Karyn Fields | |||
| Sheldon Kahn | |||
| Ausf. Produzent: | Joe Medjuck | ||
| Daniel Goldberg | |||
| Francis Veber | |||
| Kamera: | Stephen H. Burum | ||
| Schnitt: | Sheldon Kahn | ||
| Wendy Greene Bricmont | |||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Thomas E. Sanders | ||
| Kostüme: | Rita Ryack | ||
Robin Williams ("König der Fischer") ist ein ausgezeichneter Filmdarsteller und ein exzellenter Standup-Komiker. Doch vor allem war er in den vergangenen Jahren immer wieder der gute Mensch vom Dienst.
In Filmen wie "Jakob, der Lügner", "Patch Adams", "Good Will Hunting" oder "Ein Vater zuviel" konnte man darauf wetten, dass Williams in seinen Rollen Verständnis für alle und jeden entwickelte und irgendwann ungeheuer auf die Trändendrüsen drückte.
Damit soll es nun (vorerst) ein Ende haben. Der inzwischen 49jährige Schauspieler möchte in düsteren Rollen bekannt werden, in die er die dunkleren Seiten der Menschen einbringen will. "Ich wollte meine Reichweite als Darsteller ausdehnen, damit ich andersartige Drehbücher angeboten bekomme, nicht die von der Sorte - Heh, das ist genau dieser nette, süße Typ", sagt Williams.
Und daher sehen wir ihn demnächst in drei neuen Filmen: In der schwarzen Komödie "Death to Smoochy" (Regie: Danny DeVito) spielt er den debilen Host einer TV-Show für Kinder. In dem Action-Thriller "Insomnia" (Regie: Christopher Nolan) ist er ein Serienmörder. Und in dem Thriller "One Hour Photo" (Regie: Mark Romanek) verkörpert er einen verstörten Einzelgänger.
Dazu geht Williams zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder auf eine Bühnen-Tour. Laut Williams gibt es da eine Stunde und 45 Minuten Lustiges und weniger Lustiges zu sehen und zu hören. "Es geht um all die Dinge, die seit dem 11. September geschehen sind - Sicherheitskontrollen, Reaktionen auf den Krieg in Afghanistan, eben alles", so der Komiker. "Nichts ist tabu." Auch Präsident Bush nicht. "Wenn der Präsident Stevie Wonder einen Gruß zuwinkt, dann muss man darüber reden", meint Williams.
Die Ereignisse in New York waren für Williams der Auslöser, wieder auf die Bühnen zu gehen. "Meine Karriere begann als Komiker auf kleinen Bühnen in New Yorks Village, und ich habe mich entschlossen, wieder loszuziehen und es einfach zu machen."
Foto: Columbia
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