Komödie um eine schrullige Familie, die mehr als ein Tick anders ist. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto22/11220262/b150x150.jpg Ein Tick anders

Filmdetails

Ein Tick anders

Komödie um eine schrullige Familie, die mehr als ein Tick anders ist.


Ein Tick anders
Start: 07.07.2011

Komödie / Drama

Deutschland 2011
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Jasna Fritzi Bauer
Waldemar Kobus
Victoria Trauttmansdorff

Regie: Andi Rogenhagen
Verleih: Farbfilm (24 Bilder)

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Inhalt

Eva führt mit ihrem Vater, einem erfolglosen, aber stets optimistischen Autoverkäufer, ihrer konsumsüchtigen Mutter und der schrulligen Oma ein glückliches Leben. Doch Eva ist einen Tick anders. Sie leidet am Tourette-Syndrom. Ihre Familie hat sich längst an ihre Tics, Schimpfwörter und Pöbeleien gewöhnt, und auch sonst kommt Eva mit ihrer Außenseiterrolle bestens zurecht. Als der Vater jedoch einen Job in Berlin angeboten bekommt, soll sie plötzlich ihre vertraute Umgebung verlassen. Nicht mit Eva. Dieser Umzug muss verhindert werden - um jeden Preis!


Kritik

Ein Tick anders

Nach "Vincent will meer" beschäftigt sich eine weitere deutsche Komödie mit dem Thema Tourette - mit zu Beginn auch durchaus überraschenden Erzählansätzen.

Wie man offensiv, sehr selbstbewusst und ganz ungeniert mit einer seltenen und unangenehmen Krankheit umgeht, davon erzählt der erste abendfüllende Spielfilm von Andi Rogenhagen. Der Regisseur, der auch als Dokumentarfilmer und Buchautor ("Heldensommer") aktiv ist, bringt ähnlich wie der letztjährige Sensationserfolg "Vincent will meer" das Thema Tourette aufs Tapet. Dabei gelingt es der Newcomerin Jasna Fritzi Bauer mindestens ebenso überzeugend wie ihrem Kollegen Florian David Fitz, die spezifischen Symptome mit all ihren Tics, Zuckungen und verbalen Entgleisungen glaubhaft und realistisch rüberzubringen. Während jedoch "Vincent will meer" vor allem auch als Road Movie funktionierte, ist "Ein Tick anders" statischer angelegt. Seine Heldin Eva, die Tourette recht originell als "Schluckauf im Gehirn" bezeichnet, will eben nicht ihr beschütztes Familienidyll verlassen und beginnt erst zum Ende hin, als der Umzug nach Berlin ansteht, aktiv zu werden. Der Reiz dieser warmherzigen Komödie liegt vor allem in der guten Beobachtung und im Detail. So arbeitet Rogenhagen immer wieder mit Stopptricks, um die Gedanken seiner Protagonisten "einzufrieren", oder lässt Evas (Alb)Traumwelten wahr werden, wenn diese etwa den Bankdirektor an die Guillotine wünscht oder sich selbst auf einem mittelalterlichen Scheiterhaufen wiederfindet.

Herausragende Leistungen liefern auch sämtliche Darsteller ab - von Waldemar Kobus als gutmütiger Papa, der geschickt seine Arbeitslosigkeit verheimlicht, über Renate Delfs als gewiefte Oma, die schon mal spaßeshalber einen Staubsauger mit China-Böllern in die Luft sprengt, bis hin zu Stefan Kurt als Möchtegernrocker, der ausgerechnet mit einer Wortkreation seiner kecken Nichte, dem "Arschlicht"-Song, Karriere macht. Man hätte den schrill-schrulligen Figuren bei ihrem alltäglichen Treiben gut und gerne noch länger zuschauen können, würde das Ganze nicht zum Schluss zur wilden Rififi-Klamotte mutieren und alles bisher mühsam Erworbene wie besonnener Szenenaufbau, exakte Charakterzeichnung und beschaulicher Erzählrhythmus über Bord geworfen werden.

lasso.

Ein Tick anders

Darsteller:  Jasna Fritzi Bauer   als Eva Strumpf
  Waldemar Kobus   als Daniel Strumpf
  Victoria Trauttmansdorff   als Mutter Strumpf
  Stefan Kurt   als Onkel Bernie
  Renate Delfs   als Oma Strumpf
  Falk Rockstroh   als Herr Kühne
  Katja Liebing   als Bankangestellte
  Jürgen Rißmann   als Johnny Blaubeermarmelade
  Frank Auerbach   als Johnny Zukunftsangst
  Steffen Scheumann   als Johnny Arbeitslos
  Jannis Niewöhner   als junger Mann im Zooladen
  Christian Tasche   als Chef im Zooladen
  Traute Hoess   als Psychologin
  Paula Paul   als Jurymitglied 1
  Bo Das   als Jurymitglied 2
  Jörn Knebel   als Verkäufer Reifenhandel
  Nora Tschirner   als Angestellte Firma
  Andreas Windhuis   als Förster
  Jörg Reimers   als Notar
 
Regie:  Andi Rogenhagen  
Drehbuch:  Andi Rogenhagen  
Produzent:  Björn Vosgerau  
  Uwe Kolbe  
  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
Koproduzent:  Hejo Emons  
Kamera:  Ralf M. Mendle  
Schnitt:  Nicole Kortlüke  
Musik:  Ingo Kays  
Produktionsdesign:  Peter Menne  
Kostüme:  Sandra Fuhr  
Maske:  Iris Müther  
  Simone Schlimm  
Ton:  Bernd Hackmann  

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