
Eindringliches Portrait einer eigentümlichen jungen Frau - mit einer umwerfenden Fritzi Haberlandt.
Die Fernsehfilmabteilung des Hessischen Rundfunks scheint in der ARD für die außergewöhnlichen Fälle und die abseitigen Geschichten zuständig zu sein. Davon zeugen immer wieder die "Tatorte" mit Andrea Sawatzki, zuletzt Edward Bergers "Windland" und nun eben Hendrik Handloegtens "Ein spätes Mädchen". Und was für ein herrlicher Titel, das ist, der diese junge Frau, die so gar nicht ins Hier und Jetzt passen will, treffend beschreibt.
Es geht um Henriette, Lehrerin in einer Ballettschule, die allein in einer großen Altbauwohnung lebt. Auch wenn sie regelmäßig eine obskure Runde von Freunden ihrer verstorbenen Eltern empfängt, führt sie ein einsames Leben. Das ändert sich, als sie einen vermeintlich stummen Herumtreiber (Matthias Schweighöfer als geheimnisumwitterter Dandy) kennen lernt und mit in ihre Wohnung nimmt - ihn geradezu beherbergt. Denn Felix, so sein Name, ist für sie ein Hoffnungsschimmer, um dem Trott ihres einsamen Lebens zu entkommen.
Dieses "Späte Mädchen" wirkt bisweilen wie eine Schwester im Geiste, des ebenfalls aus der Zeit gefallenen jungen Mannes aus Jo Baiers "Das letzte Stück Himmel", der vor 14 Tagen auf dem selben Sendeplatz lief. Doch anders als dieser Julian fügt sich Henriette nicht selbst Leid zu, sie legt an den anderen Hand an, von denen sie sich ungerecht behandelt und enttäuscht fühlt. Auch wenn die Handlung an einigen Stellen aus den Fugen zu geraten droht, dann ist da immer noch Fritzi Haberlandt, die mit ihrem betörenden Spiel so starkes Interesse für diese außergewöhnliche Frau weckt, dass man ihr trotz ihrer Eigenheiten nicht mehr von der Seite weichen will. fra.
| Darsteller: | Fritzi Haberlandt | als Henriette Sachs | |
|---|---|---|---|
| Matthias Schweighöfer | als Felix | ||
| Oona von Maydell | als Minou | ||
| Justus von Dohnányi | als Dr. Oelschläger | ||
| Ingrid van Bergen | als Frau von Trottenberg | ||
| Katharina Matz | als Frau Nolde | ||
| Ernst Stankovski | als Herr Nolde | ||
| Barbara Philipp | als Mutter von Nicola | ||
| Paul Gäbler | als Manuel | ||
| Mark Waschke | als Roland | ||
| Stipe Erceg | als Lino | ||
| Meike Droste | |||
| Regie: | Hendrik Handloegten | ||
| Drehbuch: | Hendrik Handloegten | ||
| Kamera: | Armin Alker | ||
| Schnitt: | Stefan Blau | ||
| Musik: | Bertram Denzel | ||
| Produktionsdesign: | Börries Hahn-Hoffmann | ||
| Kostüme: | Lisy Christl | ||
| Ton: | Majid Sarafi | ||
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