Ein junger Mann macht im Sommer 1968 ein Praktikum bei einem Ehevermittler in Haifa und taucht in eine neue Welt ein. Coming-of-Age-Drama. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto42/11420013/b150x150.jpg Ein Sommer in Haifa

Filmdetails

Ein Sommer in Haifa

Ein junger Mann macht im Sommer 1968 ein Praktikum bei einem Ehevermittler in Haifa und taucht in eine neue Welt ein. Coming-of-Age-Drama.


Ein Sommer in Haifa
Start: 02.02.2012

Originaltitel: Once I Was

Drama

Israel 2010
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Tuval Shafir
Adir Miller
Tom Gal

Regie: Avi Nesher
Verleih: Bildkraft

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Inhalt

Für den Teenager Arik beginnt eine aufregende Zeit in der israelischen Hafenstadt Haifa, als im Sommer 1968 Yankele aufkreuzt, ein alter Freund und Leidensgefährte seines Vaters. Denn einerseits bringt eine rebellische Cousine aus Amerika die konservativen Sitten ins Wanken und die Hormone der Nachbarschaft in Wallung. Zum anderen nimmt Arik einen Ferienjob als Spürhund für Yankeles halbseidene Partnervermittlungsagentur an. Dabei taucht er tief ein in die mysteriöse Welt der Erwachsenen - und die der Holocaust-Überlebenden, zu denen auch sein Vater gehört.


Kritik

Ein Sommer in Haifa

Bittersüßes wie tragikomisches Coming-of-Age-Drama, das ein nostalgisch-reifes Zeitporträt entwirft und von Leben und Liebe, aber auch dem Schatten der Shoah erzählt.

Obwohl Avi Nesher früh als einer der einflussreichsten israelischen Filmemacher galt, durfte er nach seiner Migration nach Hollywood lediglich B-Movies inszenieren. Nach seiner Rückkehr in die Heimat stellt er mit "Ein Sommer in Haifa" nach dem Roman "When Heroes Fly" abermals seine Klasse unter Beweis - gelingt ihm doch mit leichter Hand ein vielschichtiges Portrait des Sommers 1968, einer Zeit zwischen Narben des Holocaust und Aufbruch in die sexuelle Revolution, verpackt als unbeschwerte, aber komplexe Jugenderinnerung.

Dieses Coming-of-Age diffundiert fast zu einem Ensemble-Stück, das als Sittengemälde, als ein Gesellschaftsbildnis von unten funktioniert, ohne seine Figuren aus dem Auge zu verlieren. Damit bleibt das präzise, auch in komischen Szenen nie überzeichnete Panoptikum menschlich und anrührend, dem mitunter traurigen, aber nie melodramatischen Schicksalen verpflichtet. Und es bewahrt seinen Sinn für die Magie jenes Sommers, in der Teenager Arik (Tuval Shafir) heranreift und durch einen zwielichtigen Ferienjob die Welt der Erwachsenen erforscht. Der mysteriöse Heiratsvermittler Yankele (Adir Miller), Spezialist für schwierige Fälle, spannt den begeisterten Pulp-Geschichten-Leser als Spion in sein halbseidenes Geschäft ein. Als Holocaust-Überlebender wie Ariks Vater will er jene Traumata überwinden, über die kein Überlebender zu sprechen vermag. Auch die kleinwüchsige Besitzerin des Kinos im schäbigen Hafenviertel, wo Yankeles Büro liegt und die traumhaft schöne Clara (grandios wie immer: Maya Dagan) tragen dieses dunkle Geheimnis in sich und müssen mit bösartigen Vorurteilen der ignoranten Bevölkerung leben.

Spione und Denunzianten sind nicht von ungefähr Akteure in einem klugen Kommentar zu Lüge und Wahrheit, in dem ein Junge versucht, sich seinem Vater anzunähern, eine Reifeprüfung durch seine zärtliche Cousine erfährt und gemeinhin in Angelegenheiten verwickelt wird, die einen handfesten moralischen Kompass erfordern. Mit bittersüßer Wehmut folgt Nesher einer ungewöhnlichen Freundschaft, nutzt diese Zeit der Verwirrung auch als Zitatenschatz, der Anita Ekbergs Brunnenbad und das Cinema Paradiso variiert, und offenbart viele Rätsel als schlichte Versuche, mit Liebe die Vergangenheit zu überwinden.

tk.

Ein Sommer in Haifa

Darsteller:  Tuval Shafir   als Arik Burstein, jung
  Adir Miller   als Yankele Braid
  Tom Gal   als Benny Abadi
  Dror Keren   als Meir der Bibilothekar
  Neta Porat   als Tamara
  Maya Dagan   als Clara Epstein
  Bat-El Papura   als Sylvia
  Dov Navon   als Yozi Burstein
  Yarden Bar-Kochba   als Nili Burstein
  Tair Leah Arad   als Michal Abadi
  Ben Kipris   als Yoram
  Yarden Bar Kochva   als Nili Burstein
  Yael Leventhal   als Tikva Abadi
  Kobi Farag   als Moshe Abadi
  Eli Yatzpan   als Onkel Nadgi
  Aharon Zilberberg   als Yonel
  Eyal Shechter   als Arik Burstein
  Yaacov Bodo   als Segalson
 
Regie:  Avi Nesher  
Drehbuch:  Avi Nesher  
Ausf. Produzent:  Chilik Michaeli  
  Ishay Mor  
  Avi Nesher  
  David Silber  
Buchvorlage:  Amir Gutfreund  
Kamera:  Michel Abramowicz  
Schnitt:  Isaac Sehayek  
Musik:  Philippe Sarde  
Produktionsdesign:  Miguel Markin  

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