Originaltitel: The Last Station
Deutschland/Russland 2009
Helen Mirren
Christopher Plummer
James McAvoy
Regie: Michael Hoffman
Verleih: Warner
Der von seinen Anhängern wie ein Held vereehrte Leo Tolstoi und seine Frau Sofia sind seit 48 Jahren verheiratet, als er überstürzt von ihrem Landgut in den Süden Russlands fliehen muss. Tolstois Ende ist nahe und Sofia beobachtet mit Skepsis, wie dessen engster Vertrauter Chertkov ihren Mann dazu überreden will, sein Werk dem russischen Volk zu vermachen. Sie versucht Tolstois jungen, naiven Sekretär Valentin auf ihre Seite zu ziehen, damit sie die Rechte bekommt.

Die letzten Tage des Schriftstellers Leo Tolstoi zwischen Liebe und Leidenschaft, Revolution und Intrige, Familie und Freunden.
Kein Historienschinken, sondern eine auf dem Minenfeld der Emotionen tanzende Geschichte ist Michael Hoffmans filmischer Streifzug durch "Tolstojs letztes Jahr" sehr frei nach dem Roman von Jay Parini. In beeindruckender Bilderflut und breiter Epik entwirft er das Porträt des berühmten Schriftstellers und das einer Gesellschaft zwischen Revolution und Restauration.
Im Mittelpunkt stehen Leo Tolstoi und seine Frau Sofia, seit 48 Jahren verheiratet und durch Höhen und Tiefen taumelnd. Sie beobachtet mit Skepsis, wie Tolstois engster Vertrauter Chertkov ihren Mann dazu überredet, sein Werk dem russischen Volk zu vermachen, versucht sich mit Tolstois jungem Sekretär Valentin zu verbünden und kämpft für ihr Recht.
Die Mischung aus historischen Fakten und Fiktion funktioniert wie bei den Werken des Autors auch im Film, der den Schöpfer von "Krieg und Frieden" oder "Anna Karenina" als moralische Instanz vorstellt, der sein bisheriges Leben aufgibt, um seine Ideale zu verwirklichen und unter dramatischen Umständen bei Nacht und Nebel von seinem Gut flieht. Die Reise in den Süden Russlands endet mit seinem Tod in einer Bahnwärterunterkunft. Während sich Sofia und Chertkov unversöhnlich gegenüberstehen und beide den naiven Valentin, der den Sozialreformer verehrt, dazu bringen wollen, für sie heimlich Tagebuch zu führen, lernt der Jünger verbotene sexuelle Lust kennen. Und das ausgerechnet im Lager der Tolstojaner, die sich der Askese, Gewalt- und Besitzlosigkeit verschrieben haben. Der adelige und Einfachheit predigende Dichterfürst im Bauernkittel agiert hier als Vorbild und Leitfigur einer zivilisationskritischen Bewegung in den Fängen eines Sektierers.
Im durchweg starken Ensemble mit Paul Giamatti als undurchsichtigem Freund und James McAvoy als Mittler zwischen den Fronten liefern Helen Mirren und Christopher Plummer vor den Trümmern ihrer Ehe eine Oscar-reife Performance, sie als eifersüchtige Hysterikerin, die um ihr Erbe fürchtet, er ein Philosoph, der sich nach Ruhe und Frieden sehnt. Trotz aller Divergenzen ist es aber auch die anrührende Geschichte einer starken Liebe und deren tragisches Scheitern. "Ein russischer Sommer" verwebt die persönlichen Perspektiven verschiedener Figuren zu einem schillernden Kaleidoskop sozialer Verwerfungen und individueller Zerrissenheit am Vorabend des Ersten Weltkriegs und der Weltrevolution, wirft einen neuen Blick auf den Literaten. mk.
Shirley McLaine und Michael Caine spielten einst die Hauptrollen in "Gambit".
Cameron Diaz wird demnächst mit Oscar-Kandidat Colin Firth vor der Kamera stehen. Die beiden bilden die Hauptbesetzung in der Kriminalkomödie "Gambit", einem Remake von 1966, das unter dem deutschen Titel "Das Mädchen aus der Cherry-Bar" erschien. Das Drehbuch liefern die Coen-Brüder. Regie führt Michael Hoffmann, der zuletzt Leo Tolstoi in "Ein russischer Sommer" zum Leben erweckte.
Die Story dreht sich um einen Londoner Kunsthändler (Colin Firth), der einem reichen Sammler einen gefälschten Monet aufschwatzen will. Unterstützt wird er von einer Komplizin (Cameron Diaz), die den Werdegang des Bildes mit einer hübsch erfundenen Geschichte dokumentieren soll.
Im Original gaben einst Shirley MacLaine und Michael Caine das Gaunerpaar. Caine war der Meisterdieb, der einem Millionär eine wertvolle Statue abluchsen will. Hilfe bekommt er von einer Kellnerin, (McLaine), die sich bei dem Goldesel einschmeicheln soll. Die darstellerisch perfekte Komödie liefert zwei Versionen des Diebstahls: zum einen den Plan und zum anderen die Durchführung, die natürlich vom Plan abweicht.
Das Projekt kursiert übrigens schon seit einigen Jahren in Hollywood. Zeitweise waren Hugh Grant und Jennifer Aniston für die Hauptrollen vorgesehen, woraus bis heute nichts geworden ist.
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