Originaltitel: Grosse Pointe Blank
USA 1997
John Cusack
Minnie Driver
Dan Aykroyd
Regie: George Armitage
Verleih: Buena Vista
Martin Q. Blank, seines Zeichens Profikiller, steckt in der Krise. Nicht etwa, daß ihn das schlechte Gewissen plagt, nein, es ist die innere Leere. Beim zehnjährigen Klassentreffen will er - zur Therapie - nach einer Schulfreundin sehen, die er ehemals vor dem Abschlußball sitzen ließ. Nebenbei winkt in Grosse Pointe auch noch ein lukrativer Auftrag.

"Pulp Fiction" bescherte der Profession des coolen Hollywood-Hitman breitangelegten Mainstream-Kultstatus und ein fortgesetztes Hoch in der Filmkonjunktur. Gleich zwei Killer-Komödien ballern derzeit in den amerikanischen Kinos: die Joe-Pesci-Standardübung "8 Heads In A Dufflebag" und der satirische Mordsspaß "Grosse Pointe Blank" mit John Cusack.
Cusack ("City Hall") übernimmt mit einer entwaffnend charmanten Darstellung nicht nur die Hauptrolle als lakonischer, sich mit einer Identitätskrise herumschlagender Auftragskiller, sondern fungiert darüber hinaus als Coproduzent und brütete gemeinsam mit seinen alten Schulfreuden Steve Pink, D.V. de Vincentis und Tom Jankiewicz das clever-pointenreiche Drehbuch aus. Als Regisseur wurde George Armitage verpflichtet, dessen Kriminalgroteske "Miami Blues" von 1989 über die Jahre hinweg zum Kulthit avancierte. Er bringt hier erneut seinen distanziert-ironischen Stil ein und macht sich in der subversiven Komödie daran, den amerikanischen Traum von Erfolg, Wohlstand und harmonischem Familienleben zu demontieren.
So ist zwar das Bankkonto des Protagonisten Martin Q. Blank (Cusack) keineswegs blank, doch den Luxus von Reuegefühlen bezüglich seines gnadenlosen Jobs als gefragter Killer gönnt er sich nicht. Hingegen klagt er seinem verständlich nervösen Psychiater (Alan Arkin) wortgewandt von innerlicher Leere und Rastlosigkeit. Dies läßt sich womöglich darauf zurückführen, daß Martin vor zehn Jahren seine Jugendliebe Debi (Minnie Driver aus "Circle of Friends") vor dem Abschlußball sitzenließ und seither keinerlei Kontakt mehr zu ihr hatte. Da erhält er eine Einladung zum zehnjährigen Klassentreffen in seinem Heimatstädtchen Grosse Pointe, wo zudem ein weiterer Auftrag auf ihn wartet...
Mit Debi, die mittlerweile als Radiomoderatorin tätig ist - was dem hippen Punk/New Wave/Ska-Soundtrack mit Bands wie den Specials, Madness und The Clash (deren Gitarrist Joe Strummer für den eigenwilligen Score verantwortlich zeichnet) Vorschub leistet -, fängt er erneut eine Romanze an - ein Romantikkomödien-Aspekt ganz nach der familienorientierten Fasson klassischer Disneyproduktionen. Doch sonst wird auf amerikanischen Werten herumgehackt, als gelte es, das Magic Kingdom ein für alle Mal einzuäschern. Mit diversen Offbeat-Elementen, bizarren Charakteren, seltsam übersteigerter Situationskomik und entlarvend absurden Dialogen macht Regisseur Armitage die Killerkomödie zum erfrischenden Filmerlebnis. Zu den manischen Mitspielern zählen u.a. Dan Aykroyd als Blanks Erzrivale, der eine Killergewerkschaft gründen will, Joan Cusack als drollige Assistentin im Sgt.-Pepper-Look und Jeremy Piven als marihuanarauchender Immobilienmakler. Die diversen Shootouts wurden von Kameramann Jamie Anderson finessenreich gefilmt und verleihen den Actionmomenten einen eleganten Schliff. Die Gangstergroteske hätte es allemal verdient, sich auf die Hit-Liste jener deutschen Kinogänger zu schießen, die ein Faible für etwas ausgefallenere Unterhaltung haben. ara.
| Darsteller: | John Cusack | als Martin Blank | |
|---|---|---|---|
| Minnie Driver | als Debi Newberry | ||
| Dan Aykroyd | als Mr. Grocer | ||
| Alan Arkin | als Dr. Oatman | ||
| Joan Cusack | als Marcella | ||
| Jeremy Piven | als Paul Spericki | ||
| Hank Azaria | als Steven Lardner | ||
| K. Todd Freeman | als Kevin McCullers | ||
| Michael Cudlitz | als Bob Destepello | ||
| Benny Urquidez | als Felix La PuBelle | ||
| Mitchell Ryan | als Bart Newberry | ||
| Barbara Harris | als Mary Blank | ||
| Ann Cusack | als Amy | ||
| Jenna Elfman | als Tanya | ||
| Belita Moreno | als Mrs. Kinetta | ||
| Carlos Jacott | als Ken McCullard | ||
| D. v. DeVincentis | als Dan Koretzky | ||
| Wendy Thorlakson | als Kellnerin Melanie | ||
| Steve Pink | als Terry Rostand | ||
| K. K. Dodds | als Tracy | ||
| Bill Cusack | als Kellner | ||
| Traci Dority | als Jenny Slater | ||
| Brent Armitage | als Cosmo | ||
| Sarah DeVincentis | als Dr. Oatmans Patientin | ||
| Regie: | George Armitage | ||
| Drehbuch: | Tom Jankiewicz | ||
| D. v. DeVincentis | |||
| Steve Pink | |||
| John Cusack | |||
| Produzent: | Susan Arnold | ||
| Donna Arkoff Roth | |||
| Roger Birnbaum | |||
| Koproduzent: | John Cusack | ||
| Steve Pink | |||
| Ausf. Produzent: | Jonathan Glickman | ||
| Lata Ryan | |||
| Buchvorlage: | Tom Jankiewicz | ||
| Kamera: | Jamie Anderson | ||
| Schnitt: | Brian Berdan | ||
| Musik: | Joe Strummer | ||
| Produktionsdesign: | Stephen Altman | ||
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