Originaltitel: Gloomy Sunday
Deutschland 1999
Joachim Król
Ben Becker
Stefano Dionisi
Regie: Rolf Schübel
Verleih: UIP
László führt in den 30er Jahren ein gutgehendes Restaurant in Budapest und hat eine wunderschöne Geliebte. Die fühlt sich auch zum neuen Pianisten András hingezogen, der ihr ein Lied komponiert. Auch der Deutsche Hans macht Ilona einen Antrag, wird aber abgelehnt. Jahre später marschiert er als SS-Offizier wieder nach Budapest und läßt das harmonische Leben von Ilona, László und András aus den Fugen geraten.

Im Jahre 1935 komponierte Rezsó Seress in einem Budapester Restaurant das berühmte "Lied vom traurigen Sonntag", das als "Hymne der Selbstmörder" um die Welt ging und von internationalen Künstlern in verschiedenen Versionen interpretiert wurde. Rolf Schübel erzählt die fiktive Entstehungsgeschichte des Liedes als außergewöhnliche Love-Story einer Frau zwischen drei Männern in einer mörderischen Zeit.
Budapest in den 90ern, eine moderne, pulsierende Metropole voller Erinnerungen. Auch für den deutschen Industriellen Hans Eberhard Wieck, der in einem bekannten Restaurant der Stadt seinen 80. Geburtstag feiern will. Alles ist noch wie früher - die Einrichtung, das Essen, das Piano. In einer Rückblende werden die 30er Jahre wieder lebendig. Das Restaurant Szabó gilt als Geheimtip, Prominente geben sich die Klinke in die Hand. Nicht nur wegen der hervorragenden Speisen, sondern auch wegen der Atmosphäre. Der jüdische Wirt László sorgt für das leibliche Wohl, seine attraktive Geliebte Ilona zieht die Blicke der Männer auf sich, auch die des Touristen Hans Eberhard Wieck, der nicht nur den berühmten Rollbraten, sondern auch die Schöne mit den Augen verschlingt. Ilona hat aber nur Augen für ihren László und bald darauf auch für den neuen Pianisten András. An ihrem Geburtstag widmet der ihr das "Lied vom traurigen Sonntag", Ausgangspunkt für ein leidenschaftliches Melodram. In der Nacht, als sie Wiecks Heiratsantrag ablehnt und mit András erstmals das Bett teilt, fischt Lázló den frustrierten Deutschen aus der Donau, der ihm verspricht, sich irgendwann zu revanchieren. Ilona liebt András und László, die ménage à trois funktioniert, das melancholische Lied beginnt seinen Siegeszug, das Restaurant floriert. Jahre später - nach der Besetzung Ungarns durch die Deutschen - kommt Wieck als SS-Offizier wieder und stört die fragile Balance. Der Nazi-Terror vernichtet die Hoffnung auf ein besseres Morgen, András begeht Selbstmord, László wird nach Ausschwitz deportiert. Nur Ilona überlebt und sorgt - da schließt sich der Kreis zum Anfang - für späte Gerechtigkeit.
Nach Nick Barkows Roman "Das Lied vom traurigen Sonntag" gelingt Schübel ein bewegendes Stück Kino und Zeitgeschichte, das sich von den üblichen "Nazi-Filmen" wohltuend abgrenzt. Im Mittelpunkt steht die Kraft der Liebe, die den Tod überdauert und über Verrat und Vergessen triumphiert. Der historische Bogen von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart wird spannend geschlagen, es geht nicht nur um menschliche Regungen wie Liebe, Treue und Eifersucht, sondern auch um die Utopie von Glück um das Aufrechterhalten von Würde in einer würdelosen Epoche. Jede Rolle ist optimal besetzt - vor allem Joachim Król als vitaler Hedonist mit sensibler Seele, Ben Becker als machthungriger Mann ohne Skrupel und Erika Marozsán als starke und zugleich zerbrechliche Frau (für sie gab Schübel sogar Elodie Bouchez einen Korb). Eine Hauptrolle spielt auch die gefährlich-hypnotische Musik, die durch variantenreiche Arrangements jeweils einen neuen Zauber auslöst. Der Soundtrack gibt die Entwicklung des Chansons wider, von Georges Boulanges Originalaufnahme über die Adaption von Jazz-Legende Billie Holiday, Woody Herrmann oder Elvis Costello bis hin zur extra eingespielten Interpretation von Heather Nova. Unter dem Label Kino der großen Gefühle sollte dieses phantastische "Lied von Liebe und Tod" trotz Dauertief des deutschen Films die Kassen summen lassen. mk.
| Darsteller: | Joachim Król | als László Szabó | |
|---|---|---|---|
| Ben Becker | als Hans Eberhard Wieck (jung) | ||
| Stefano Dionisi | als András Aradi | ||
| Erika Marozsán | als Ilona Várnai | ||
| Sebastian Koch | als Obersturmbannführer Eichbaum | ||
| Laszlo I. Kish | als Standartenführer Schnefke | ||
| Wanja Mues | als Herr Mendel | ||
| Dorka Gryllus | als Fräulein Mendel | ||
| Regie: | Rolf Schübel | ||
| Drehbuch: | Ruth Toma | ||
| Rolf Schübel | |||
| Produzent: | Richard Schöps | ||
| Koproduzent: | Aron Sipos | ||
| Buchvorlage: | Nick Barkow | ||
| Kamera: | Edward Klosinski | ||
| Schnitt: | Ursula Höf | ||
| Musik: | Detlef Petersen | ||
| Reszö Seress | |||
| Produktionsdesign: | Csaba Stork | ||
| Volker Schaefer | |||
| Kostüme: | Andrea Flesch | ||
| Maske: | Jekaterina Oertel | ||
| Susana Sanchez | |||
| Ton: | Wolfgang Schukrafft | ||
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"Schade, dass es nur eine davon gibt," dachten sich die Macher von "Blueprint" und klonten die Powerfrau mit den wunderbaren Mandelaugen: In dem Film nach einem Jugendroman von Charlotte Kerner spielt Franka eine Doppelrolle als Pianistin und deren Klon.
Im Regiestuhl wird Rolf Schübel Platz nehmen, der sich mit Filmen über Musiker bestens auskennt: Er inszenierte schon mit viel Gefühl das Drama "Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday", die wunderbare Geschichte um einen ungarischen Komponisten.
Kinostart für "Blueprint" ist voraussichtlich im Herbst 2003.
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