Zweiter Teil von Theo Angelopoulos' epischer Trilogie, in dem ein amerikanischer Regisseur seine Familiengeschichte in einem Film verarbeiten will. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto35/09351124/b150x150.jpg Dust of Time

Filmdetails

Dust of Time

Zweiter Teil von Theo Angelopoulos' epischer Trilogie, in dem ein amerikanischer Regisseur seine Familiengeschichte in einem Film verarbeiten will.


Dust of Time
Start: 29.10.2009

Originaltitel: Trilogia II: I skoni tou hronou

Drama

Deutschland/Italien/Griechenland 2009
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Willem Dafoe
Bruno Ganz
Michel Piccoli

Regie: Theodoros Angelopoulos
Verleih: NFP (Filmwelt)

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Inhalt

A. (Willem Dafoe) ist ein Regisseur griechischer Abstammung und kehrt nach Rom zurück, um sein Werk fortzusetzen: Die Verfilmung der eigenen Familiengeschichte, besonders der seiner Eltern Spyros (Michel Piccoli) und Eleni (Irène Jacob). Der Zweite Weltkrieg trennte die Liebenden, Spyros emigrierte in die USA, Eleni floh vor dem griechischen Bürgerkrieg in die Sowjetunion. Jahrzehnte lang versuchte Spyros, Kontakt zu seiner innig Geliebten herzustellen.

Sechs Jahre nach "Die Erde weint" setzt der griechische Meisterregisseur Theodoros Angelopoulos seine episch angelegte Trilogie über das Schicksal seiner Heimat im 20. Jahrhundert fort. Seine komplexe Handlung umfasst Jahrzehnte und Kontinente, überwindet mühelos Zeit und Raum.


Kritik

Dust of Time

Mit seinem zweiten Teil der "Trilogie des Exils" über politische Unterdrückung, Vertreibung aber auch Versöhnung im 20. Jahrhundert wartet Theo Angelopoulos mit einem fantastischen Schauspielensemble auf.

Die Filme des großen Griechen sind Reisen durch die Zeit, auf denen die Menschen rastlos auf der Suche nach Heimat sind, getrieben von der Sehnsucht nach einem Ort, wo sie sich zu Hause fühlen. Ein Ziel, das bei Angelopoulos nur schwer oder gar nicht zu erreichen ist, nur eine Chimäre, eine Utopie, ein Stück Hoffnung. Die innere Unruhe bedeutet für ihn etwas zutiefst Menschliches, schon seit der Irrfahrt des Odysseus in der griechischen Mythologie.

"Dust of Time" erzählt von den letzten Tagen vor der Jahrtausendwende, vom griechisch stämmigen US-Regisseur A. (Willem Dafoe), der an einem Film über seine persönliche Familiengeschichte arbeitet und seine Eltern auf dem Weg nach Griechenland in Berlin erwartet. Irène Jacob und Michel Piccoli spielen das ergraute Paar Spyros und Eleni. Die beiden wurden durch den Zweiten Weltkrieg getrennt, er schaffte es nach New York, sie durchlitt Stalins Lager in Sibirien. In Berlin treffen sie auf Elenis Weggefährten Jakob Levy (Bruno Ganz) aus der Zeit des Grauens.

Der 73jährige Regisseur jongliert mit verschiedenen Zeitebenen, wechselt sie abrupt, um sie ebenso plötzlich wieder in einen kurzen ruhigen Fluss münden zu lassen. Schon der Blick eines Protagonisten aus dem Fenster kann übergangslos in ein anderes Land und eine andere Zeit führen, einzelne Lebensstationen werden durcheinandergewirbelt, wie auch Fantasie und Wirklichkeit. Das Puzzle verlangt Konzentration, und selbst die nützt wenig, wenn bei dieser Verrätselung lose Enden den Zuschauer ratlos machen und ermüden. Aber Angelopoulos hat sich noch nie um Sehgewohnheiten geschert. Seine Kraft liegt in den oft hypnotischen Bildern, die Kameramann Andreas Sinanos erneut zaubert, allerdings nicht durchgehend. Während bei den Rückblenden in die Sowjetunion eine visuelle Wucht die Leinwand erobert, scheint ihm bei den Berliner Aufnahmen in ihrer Alltäglichkeit die Imagination abhanden gekommen zu sein. Der historische Bogen spannt sich über Exil, Trennung und Aufenthalte in der Fremde bis zum Zusammenbruch von Ideologien - von Stalins Tod, dem Watergate-Skandal und dem Vietnamkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer und dem noch nicht eingelösten Traum von einer besseren Welt im 21. Jahrhundert. Die Menschen sind ihrer Wurzeln beraubt und immer unterwegs. Abschied nehmen heißt auch, ein wenig zu sterben. Aber ganz kann man die Vergangenheit nicht auslöschen, meint Angelopoulos, diese für ihn "historische und dialektische Beziehung zwischen Gestern und Heute". mk.

Dust of Time

Darsteller:  Willem Dafoe   als A
  Bruno Ganz   als Jacob
  Michel Piccoli   als Spyros
  Irène Jacob   als Eleni
  Christiane Paul   als Helga
  Reni Pittaki   als Komponist
  Kostas Apostolidis   als Parteisekretär
  Alexandros Milonas   als Mann im Zug
  Norman Mozzato   als Hotel Manager
  Alessia Franchin   als A's Sekretärin
  Valentina Carnelutti   als Empfangschefin
  Tiziana Pfiffner   als Mädchen Eleni
  Chantel Brathwaite   als Elenis Freundin
  Herbert Meurer   als Doktor
  Sviatoslav Yshakov   als Großvater
  Vladimir Bogenko   als Direktor des Konservatoriums
  Ivan Nemtsev   als Deutscher Orgel Spezialist
 
Regie:  Theodoros Angelopoulos  
Drehbuch:  Theodoros Angelopoulos  
Produzent:  Phoebe Economopoulos  
Koproduzent:  Amedeo Pagani  
  Claudia Poepsel  
  Wladimir Repnikow  
  Alexander Skvortsov  
  Mikhail Zilberman  
Kamera:  Andreas Sinanos  
Schnitt:  Yannis Tsitsopoulos  
Musik:  Eleni Karaindrou  
Produktionsdesign:  Alexander Scherer  
  Konstantin Zagorski  
Kostüme:  Regina Khomckaya  
  Francesca Sartori  
  Martina Schall  
Maske:  Vittorio Sodano  
Ton:  Marinos Athanasopoulos  
  Jérôme Aghion  

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