Vampirfilm von "Oldboy"-Regisseur Park Chan-wook, in dem ein Priester bei einem Experiment zum Blutsauger wird. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto38/09380310/b150x150.jpg Durst

Filmdetails

Durst

Vampirfilm von "Oldboy"-Regisseur Park Chan-wook, in dem ein Priester bei einem Experiment zum Blutsauger wird.


Durst
Start: 15.10.2009

Originaltitel: Bakjwi

Horror / Drama

Südkorea 2009
Laufzeit: 134 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Song Kang-ho
Kim Ok-bin
Kim Hae-sook

Regie: Park Chan-wook
Verleih: MFA (24 Bilder)

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lau

Inhalt

Ein zutiefst gläubiger und in seiner Gemeinde hochgeschätzter Priester lässt sich freiwillig auf ein medizinisches Experiment ein. Es schlägt fehl und verwandelt ihn in einen Vampir. Der Priester beginnt sich psychisch und körperlich zu verändern und lässt sich auf eine Affäre mit der Frau eines Freundes aus Kindheitstagen ein, die ihre Probleme verdrängt und ihres Alltags überdrüssig ist. Mehr und mehr verzweifelt der Priester an seiner Situation und kämpft um das letzte verbleibende Stück Menschlichkeit.


Kritik

Durst

Nach dem Gewinn des Regiepreises in Berlin für "I'm a Cyborg, but That's Okay" kehrt der eigenwillige koreanische Regisseur Park Chan-Wook nach Cannes zurück, wo sein internationaler Stern mit "Oldboy" vor fünf Jahren aufging. Erstmals wagt er sich an das Horrorgenre, ohne sich jemals an die Konventionen des Vampirfilms zu halten. Vielmehr ist sein düsterer und kompromissloser Film eine ernste Auseinandersetzung mit Glauben und Menschlichkeit, die er bis zur letzten Konsequenz durchzieht.

Durst

Darsteller:  Song Kang-ho   als Sang-hyeon
  Kim Ok-bin   als Tae-joo
  Kim Hae-sook   als Lady Ra
  Shin Ha-kyun   als Kang-woo
  In-hwan Park   als Noh
  Oh Dal-su   als Yeong-doo
  Young-Chang Song   als Seung-Dae
  Mercedes Cabral   als Evelyn
  Eriq Ebouaney   als Immanuel
 
Regie:  Park Chan-wook  
Drehbuch:  Jeong Seo-Gyeong  
  Park Chan-wook  
Produzent:  Ahn Soo-hyun  
  Park Chan-wook  
Koproduzent:  Cho Sang-kyung  
Kamera:  Jeong Jeong-hun  
Produktionsdesign:  Sung-hee Ryoo  
Maske:  Song Jong-hee  

Das war Cannes 2009

25 Jahre ist es her, dass mit Wim Wenders' "Paris, Texas" zuletzt ein deutscher Film in Cannes mit der begehrten Goldenen Palme prämiert wurde.

Großansicht Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Strahlten um die Wette: Sieger-Regisseur Michael Haneke und sein Hauptdarsteller Ulrich Tukur (Foto: Kurt Krieger)

Gestern gab es an der Croisette endlich wieder strahlende deutschsprachige Sieger. Die Goldene Palme ging an "Das weiße Band", ein Film des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, produziert in Deutschland mit einer deutschen Schauspieler-Riege, angeführt von Ulrich Tukur, Josef Bierbichler und Burghart Klaußner. Ein formal strenges Werk in starken Schwarz-Weiß-Bildern, das von mysteriösen Vorkommnissen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs erzählt, in dem die Autorität und Strenge der dörflichen Autoritäten schleichend die Gesellschaft vergiftet. Eine Parabel auf die Mechanismen von Faschismus und Terrorismus.

Mit Christoph Waltz gab es einen weiteren glücklichen deutschsprachigen Gewinner: Der österreichische Schauspieler, der bislang vornehmlich in Fernsehrollen glänzte, wurde für seinen Part in "Inglourious Basterds" als bester Darsteller prämiert. Zurecht, verkörpert er doch meisterhaft einen ebenso charmanten wie bedrohlichen SS-Offizier in Quentin Tarantinos neuestem Film. Er ist der Gegenspieler der "Basterds", einem Trupp jüdischer US-Soldaten, die während des zweiten Weltkriegs Jagd auf Nazis machen, im Film angeführt von Brad Pitt.

Großansicht Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Willkommen in Hollywood: Für Christoph Waltz bedeutet die Darsteller-Palme den Beginn einer neuen Karriere-Phase (Foto: Kurt Krieger)

Ekliger Schnitt im Schritt

Am Ende besiegt das Kino selbst das Dritte Reich in diesem wunderbaren Filmmärchen, das Tarantino mit gewohnt witzigen Dialogen, einem ausgefeilten Soundtrack und jeder Menge Reminiszenzen an die Filmgeschichte angereichert hat. Neben Waltz haben in diesem in Berlin-Babelsberg gedrehten Film noch jede Menge anderer deutscher Schauspieler ihren großen Auftritt, von Til Schweiger über Diane Kruger bis Daniel Brühl.

Viele Filme des diesjährigen Cannes-Wettbewerbs strotzten nur so vor Gewalt. Der große Skandalfilm war "Der Anti-Christ" des dänischen Regisseurs Lars von Trier, in dem sich ein Paar nach dem Tod seines Kindes in einer abgeschiedenen Waldhütte gegenseitig malträtiert - Genitalverstümmelungen inklusive. Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg brachte dieser Rolle eine Palme ein.

Großansicht Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Als sie ihre Wiese hinter dem Haus in Augenschein nahmenm, ahnten sie nicht, dass es das größte Konzert aller Zeiten werden würde: "Taking Woodstock" (Foto: Tobis)

Wüstes Gemetzel und feiner Blumenduft

Blutig waren auch Park Chan-wooks Vampirfilm "Thirst" und "Kinatay" vom Philippino Brillante Mendoza, der über weite Strecken beschreibt, wie eine Prostituierte vergewaltigt, ermordet und zerteilt wird - die Jury hielt dies dennoch für preiswürdig. Auch der Kritikerliebling "Un prophète" aus Frankreich (Großer Preis der Jury) sparte nicht mit Gewalt. Doch in der Geschichte über einen jungen Kleinkriminellen, der sich im Knast zum Gangsterboss hocharbeitet, steht sie zumindest im Dienst der Geschichte.

Ohne Gewalt, aber mit viel lakonischem Humor kommt dagegen "Looking for Eric" von Ken Loach aus. Ein kleiner Postangestellter bekommt darin Lebenstipps von ManU-Fußballstar Eric Cantona. Ang Lee zeichnet mit "Taking Woodstock" ein warmherziges Porträt der Hippie-Ära mit viel Liebe zum Detail, während Pedro Almodóvar sein Liebesdrama "Zerrissene Umarmungen", das leider nicht so so gelungen ist wie sein Vorgänger "Volver", ganz auf seine Diva Penélope Cruz angelegt hat. Das Weltkino hat eben auch 2009 viele Gesichter.

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