Originaltitel: Gaudzi
Hongkong 2004
Bai Ling
Miriam Yeung
Tony Leung Kar-fai
Regie: Fruit Chan
Verleih: 3L
Auf der Suche nach Hilfe gegen die Folgen des Alterns macht die einst gefeierte Soap-Darstellerin Qing (Miriam Yeung) Bekanntschaft mit der scheinbar alterslosen Heilpraktikerin Mei (Bai Ling). Mei war früher mal Spezialistin für illegale Abtreibungen und versteht sich seither auf ein ganz besonderes Süppchen, das nun solventen Privatkunden blendendes Aussehen und ewige Jugend verheißt. Bald bekommt auch Qings steinreicher und sexuell umtriebiger Ehegatte (Tony Leung Kar-fai) Appetit auf die Spezialität, ohne freilich zu ahnen, dass Nebenwirkungen beim Verzehr von frischen Embryos nicht ausgeschlossen sind.
Eine Vorliebe für schwarzen Humor und ein gesunder Magen können nicht schaden bei Fruit Chans "post-feministischem Psychothriller", der verlängerten Spielfilm-Version eines Kurzbeitrags zum länderübergreifenden Episodenfilm "Drei Extreme". Die anderen beiden Extreme lieferten dabei Takashi Miike (Japan) und Park Chan-wook (Korea).
Schwarzhumoriger Horrorfilm, der eine neue Methode der Bekämpfung des um sich greifenden Schönheitswahns entwirft.
Qing (Miriam Yeung) war mal Star einer Soap Opera und fristet jetzt ihr Dasein an der Seite ihres schwerreichen Ehemannes Li (Tony Leung Kar-fai). Der hält sich mit regelmäßigen Ausflügen in die Betten schöner Frauen jung, während Qing an ihren nicht zu leugnenden Alterserscheinungen und dem schwindenden sexuellen Interesse ihres Gatten verzweifelt.
Als sie die alterslose chinesische Köchin Mei (Bai Ling) trifft, besteht Hoffnung auf ewige Jugend. Mei hat früher ihr Geld mit illegalen Abtreibungen verdient und nutzt jetzt ihre Kontakte zur gynäkologischen Abteilung einer Klinik in China, um sich und ihrer zahlenden Kundschaft ein wahrhaft reichhaltiges Süppchen zu kredenzen - mit gekochten, eingelegten oder frittierten Embryonen, die, wie ihr eigenes blendendes Aussehen belegt, ewige Schönheit und Jugend verheißen.
Kompliziert wird das Ganze, als sich nicht nur Qing, sondern auch Li - allerdings mehr in körperlicher Hinsicht - Meis Diensten hingibt und der Verzehr der "Dumplings" unangenehme Nebenwirkungen entwickelt.
Fruit Chan inszenierte einen "post-feministischen Horrorfilm", der als Teil einer Trilogie mit dem übergreifenden Titel "Three ... Extremes" in die Kinos kommt, deren weitere Beiträge von Takashi Miike und Park Chan-Wook stammen.
Die Ausgangssituation des Films - der allseits herrschende weibliche Wunsch nach Schönheit, gleichbedeutend mit Jugend - ist dabei weniger schockierend, als die hier geschilderten Konsequenzen.
| Darsteller: | Bai Ling | als Mei, die Köchin | |
|---|---|---|---|
| Miriam Yeung | als Frau Li | ||
| Tony Leung Kar-fai | als Herr Li | ||
| Pauline Lau | als Masseurin | ||
| Miki Yeung | als Kate | ||
| Wong So-fun | als Mutter | ||
| Peter Wong | als Arzt | ||
| Wong Sum-Yeung | als Alter Friseur | ||
| Wu Wai-Man | als Krankenschwester | ||
| Regie: | Fruit Chan | ||
| Drehbuch: | Lilian Lee | ||
| Produzent: | Peter Chan | ||
| Ausf. Produzent: | Tsang Chi-wai | ||
| Buchvorlage: | Lilian Lee | ||
| Kamera: | Christopher Doyle | ||
| Schnitt: | Tin Sam-fat | ||
| Chan Ki-hop | |||
| Musik: | Chan Kwong-wing | ||
| Produktionsdesign: | Yee Chung-man | ||
| Pater Wong | |||
| Kostüme: | Dora Ng | ||
| Ton: | Kinson Tsang | ||
Für viele mag die Berlinale nur eine Ansammlung von Promis sein, die sich auf dem roten Teppich das Blitzlichtgewitter gefallen lassen, und eine Reihe von Parties, wo sich Berliner, Branche und ab und zu auch ein paar Stars sehen lassen.
Stimmt nicht. Die Berlinale ist zum Filme gucken da. Auch wenn der Wettbewerb nicht hält, was er verspricht, gibt es in den sogenannten Nebenreihen und Sondervorführungen etlich Spannendes zu entdecken - sogar Promis.
So zum Beispiel Festival-Darling und Jury-Mitglied Bai Ling im satirischen Horrorfilm "Dumplings" aus der Reihe "Panorama". Die titelgebende Spezialität aus der chinesischen Küche ist hier mit einer besonders abstoßenden Zutat versehen, die ewige Jugend verspricht: Föten. Wem da nicht schlecht wird...
Regisseur Fruit Chan freut sich, mit dem Genre-Werk sein Publikum zu schockieren. Und auch Bai Ling, die hier die stets gut gelaunte Köchin dieser "Delikatessen" mimt, ist natürlich bei der Pressekonferenz - wie immer - bestens aufgelegt und erzählt, dass sie sofort am Telefon zugesagt hat und zwei Wochen später vor der Kamera von Christopher Doyle stand.
Diesen berühmten Kameramann müsse man einfach respektieren, auch wenn manchmal weniger Diskussionen sicherlich besser wären, schmunzelt Regisseur Chan. Wong-Kar-wai-Bildermacher Doyle gehört zu den Lehrmeistern des Talent Campus und schneit verspätet an seinem Platz ein mit der Entschuldigung, er sei auf der Suche nach einem Bier gewesen.
"Keine Lieder": Tobias (Florian Lukas) und Ellen (Heike Makatsch) verschweigen eine Affäre... (Foto: Berlinale)
Ein deutscher Promi und Dauerfestivalgast gibt sich auch wieder die Ehre: Jürgen Vogel spielt und singt sogar "Keine Lieder über Liebe", ebenfalls im Panorama. Im Guerilla-Stil und mit viel Improvisation wurde der Film gedreht. Vogel wird dabei unterstützt von den Musikern der Deutschrocker Tomte, die mit ihm vier Wochen als Band namens Hansen auf Tour gegangen sind.
Seine Mitspieler Florian Lukas und Heike Makatsch betonen, sie haben die Gefühle und Konflikte "gelebt" und nicht gespielt. Denn Regisseur Lars Kraume habe ihnen nur den Background der Figuren des Films gegeben, aber kein Drehbuch. Und so authentisch und gefühlsecht kommt das im Film auch rüber, in dem es trotz des Titels natürlich doch um Liebe geht. Und das macht den Charme dieses innovativen Werkes aus - zusammen mit der Musik.
...während der betrogene Markus (Jürgen Vogel) - Ellens Freund und Tobias' Bruder - munter seine Songs trällert (Foto: Berlinale)
Musik liegt auch sonst in der Berliner Luft, egal ob Kevin Spacey zur Präsentation seines Bobby-Darin-Biopics "Beyond the Sea" live seine Sangeskünste beweist oder die Krähen in den Bäumen vor dem Berlinale-Palast krächzen als wollten sie Hitchcocks "Vögel" sein.
Mal sehen, wer in den nächsten Tagen im Wettbewerb den Ton angibt...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.