Originaltitel: Toi et moi
Frankreich 2006
Marion Cotillard
Julie Dépardieu
Jonathan Zaccaï
Regie: Julie Lopes-Curval
Die Schwestern Ariane und Lena könnten unterschiedlicher nicht sein: Lena ist Cellistin und spielt in einem Orchester, ist sonst aber eher eine graue Maus. Sie wagt nicht, ihren großen Traum von einer Solistenkarriere zu verwirklichen. Ariane hingegen schreibt Fotoromane für ein Klatschmagazin und ist eine ungestüme Frohnatur. In ihren Wunschträumen vermischt sie manchmal die Wirklichkeit mit der romantischen Welt des Fotoromans. Ihr eigenes Liebesleben und das ihrer Schwester nutzt sie kurzerhand als Inspirationsquelle, auch wenn sie dafür die Dinge etwas beschönigen muss. Denn die Realität ist eher ernüchternd: Ariane klammert sich an Farid, der ihr was vormacht und sein Bett mal mit der einen, mal mit der anderen teilt. Lena dagegen langweilt sich mir ihrem treuen, aber fantasielosen Freund François, einem Lehrer. Doch dann begegnet sie dem Violinisten Mark, einem Virtuosen auf der Erfolgsleiter nach oben. Bei einem unerwarteten Wiedersehen bei Ariane kommt es zu einem heimlichen und leidenschaftlichen Kuss - und in der Fortsetzung zu einer heftigen Affäre. Mark erkennt Lenas außergewöhnliche Begabung und ermutigt sie, sich als Solistin zu versuchen. Aber Lena zweifelt an sich, vor allem auch in ihrem Mut, François zu verlassen. Derweil leidet Ariane unter der Gleichgültigkeit Farids. Da lernt sie den charmanten und sensiblen Pablo kennen, einen gut aussehenden Spanier, der auf der Baustelle nebenan arbeitet. Die Tatsache, dass Ariane die Wirklichkeit in ihren Fotoromanen verarbeitet, macht die Dinge nicht weniger kompliziert: Denn auch die Beteiligten gehören zu den gelegentlichen Lesern des Magazins ...
Inspiration für den Film "Du & Ich" war ein Foto des amerikanischen Fotografen William Eggleston, das zwei Frauen auf einem Sofa zeigt. Julie Lopes Curval sah es in einer Ausstellung: "Dieses Bild wühlte mich auf und ich bekam Lust, um das Foto herum eine Geschichte zu stricken. Da waren im gleichen Moment so eine starke Komplizenschaft und so eine starke Distanz zwischen den beiden Frauen ...". Herausgekommen ist ein amüsanter und bewegender Erstlingsfilm, der zwei Halbschwestern auf der Suche nach der Liebe und nach sich selbst beschreibt und dabei auf raffinierte Weise selbst Anleihe beim Fotoroman nimmt. Jenes gering geschätzte Genre, das Zeichentrick, Fotografie, Märchenwelt und Stereotypen vereint, fasziniert Julie Lopes Curval, da es zum einen Weiblichkeit propagiert, zum anderen aber antifeministisch behaftet ist. "Du & Ich" nutzt die bunte und leicht veraltete Ästhetik des Fotoromans, eine Mischung aus 60er-Jahre-Optik, Pop-Art und Kitsch, um den Gegensatz zur Realität hervorzuheben, die meist gar nicht so rosig aussieht, wie man es sich wünscht. Der Film liefert eine unterhaltsam-ironische Reflexion über das Genre des Fotoromans, der doch untrennbar mit unserer heutigen Zeit verbunden ist. Mittels des gezielt eingesetzten Spiels mit den Farben zeichnet die Regisseurin filmisch die Kontraste zwischen den Charakteren nach. Die Farben zeigen Gefühlswelten und vermitteln auf diese Weise geschickt die Entwicklung der Figuren im Laufe des Films. Regisseurin Julie Lopes Curval, die Bildende Kunst studiert hat, wurde 2002 für ihren ersten Spielfilm "Bord de mer" in Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Marion Cotillard | als Lena | |
|---|---|---|---|
| Julie Dépardieu | als Ariane | ||
| Jonathan Zaccaï | als Mark | ||
| Eric Berger | als François | ||
| Tomer Sisley | als Farid | ||
| Sergio Peris-Mencheta | als Pablo | ||
| Chantal Lauby | als Éléonore | ||
| Carole Franck | als Sandrine | ||
| Philippe Le Fèvre | als Jérémie | ||
| Jane Val | als Frau mit Katze | ||
| Regie: | Julie Lopes-Curval | ||
| Drehbuch: | Julie Lopes-Curval | ||
| Produzent: | Alain Benguigui | ||
| Thomas Verhaeghe | |||
| Kamera: | Philippe Guilbert | ||
| Schnitt: | Anne Weil | ||
| Musik: | Sébastien Schuller | ||
| Produktionsdesign: | Philippe van Herwijnen | ||
| Kostüme: | Marie Malissen | ||
| Ton: | François Guillaume | ||
| Casting: | Nathanièle Esther | ||
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