Sensibler und authentischer Debütfilm über zwei Männer, die in der streng jüdisch-orthodoxen Gemeinde Jerusalems versuchen, mit ihrer Homosexualität zu leben. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto11/10110184/b150x150.jpg Du sollst nicht lieben

Filmdetails

Du sollst nicht lieben

Sensibler und authentischer Debütfilm über zwei Männer, die in der streng jüdisch-orthodoxen Gemeinde Jerusalems versuchen, mit ihrer Homosexualität zu leben.


Du sollst nicht lieben
Start: 20.05.2010

Originaltitel: Einayim Petukhoth

Drama

Israel/Frankreich/Deutschland 2009
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Zohar Shtrauss
Ran Danker
Tinkerbell

Regie: Haim Tabakman
Verleih: Salzgeber

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Inhalt

Aaron ist Familienvater, Fleischer und angesehenes Mitglied der jüdisch-orthodoxen Gemeinde Jerusalems. Zum Ausbau seines Geschäftes stellt er den jungen Studenten Ezri als Gehilfen ein. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell mehr als eine rein kollegiale Beziehung. Doch vor allem Aaron hat zunächst starke Probleme, zu seinen Gefühlen zu stehen. Er versteht sie als Sünde und Prüfung Gottes. Und auch Ezri wird in der Uni und seinem Alltag mit Gerüchten und Vorurteilen konfrontiert. Der Druck der konservativen Gesellschaft lastet immer stärker auf ihm.


Kritik

Du sollst nicht lieben

Im streng orthodoxen Viertel Jerusalems lieben sich zwei Männer und leiden an der Intoleranz der Gemeinschaft. Haim Tabakmans sensibles Debüt über eine verbotene Leidenschaft.

Liebe kann Sünde sein: Zumindest, wenn sich zwei Ultraorthodoxe in einer jüdischen Gemeinde, wo maximale Sittenstrenge herrscht, ineinander verlieben. Daraus erwächst ein Schwulendrama, das an Ang Lees Oscargewinner gemahnt und seine Protagonisten stilstreng, einfühlsam und sehr subtil als Gefangene einer intoleranten Gesellschaft porträtiert. Es geht um Familienvater Aaron (Zohar Shtrauss), ein angesehener Fleischer, der das Geschäft seines verstorbenen Vaters wiedereröffnet und dafür den jungen Studenten Ezri (Ran Danker) als Gehilfen einstellt. Zwischen beiden reift eine Zuneigung, der sich Aaron lange verweigert, denn sein religiöses Weltbild ist mit derartiger Sünde unvereinbar. Er hält es für eine göttliche Prüfung - aber schließlich gibt er einer Passion nach, die angesichts der Lebenssituation beide in den Abgrund reißen muss. Um Ezri ranken sich bereits Gerüchte und der Druck von Rabbinern und eifernden Thora-Studenten wächst, was sich in einem klaustrophobischen, nahezu erstickenden Drama niederschlägt, das wenig Worte benötigt, um seine atmosphärischen, staubig-bleiche Bilder so zurückhaltend wie eindringlich wirken zu lassen.

Das Milieu ist authentisch, was der orthodoxen Lebensweise Würde zugesteht und sie trotz allem nicht herabqualifiziert. Jede Einstellung sitzt in Tabakmans erstaunlich stilsicherem Erstling, der mit schöner Metaphorik ein Tabuthema abhandelt, damit Lebenslust und Genussfeindlichkeit gegenüberstellt. Die Gemeinschaft von Fundamentalisten, deren verbohrte Abscheu vor allen Lebensfreuden mit grotesken Verhaltensregeln bis ins Intimleben hineinreicht, führt eine Bande selbst ernannter Sittenwächter, die einen Moralterror exekutiert, den selbst radikale Islamisten wie die Taliban kaum drastischer ausüben. Doch Tabakmans Form ist nicht die einer Anklage, sondern einer stillen Studie über geistige Fesseln, die von Innerlichkeit bestimmt wird und nicht die große Geste sucht, sondern wie die Hauptfigur Aaron mit düsteren Blick in unergründlichem Schweigen brütet. tk.

Du sollst nicht lieben

Darsteller:  Zohar Shtrauss   als Aaron
  Ran Danker   als Ezri
  Tinkerbell   als Rivka
  Tzahi Grad   als Rabbi Vaisben
  Issac Sharry   als Mordechai
 
Regie:  Haim Tabakman  
Drehbuch:  Merav Doster  
Produzent:  Rafael Katz  
  David C. Barrot  
  Michael Eckelt  
  Isabelle Attal  
Ausf. Produzent:  Itai Tamir  
  Christian Vennefrohne  
Kamera:  Axel Schneppat  
Schnitt:  Dov Stoyer  
Musik:  Nathaniel Mechaly  
Produktionsdesign:  Avi Fahima  
Kostüme:  Yam Brusilovsky  
Casting:  Yael Aviv  

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