Hope Bridges Adams-Lehmann ist nicht nur eine Pionierin der Frauenbewegung, sondern gleichzeitig die erste Frau, die in Deutschland ein medizinisches Staatsexamen ablegt. Lange bevor dies offiziell zugelassen ist, praktiziert die Ärztin und Frauenrechtlerin in einer eigenen Praxis und schreibt 1896 einen aufsehenerregenden Gesundheitsratgeber für Frauen. Als sie in dem Arzt Carl Lehmann die Liebe ihres Lebens kennenlernt, bricht die Mutter einer kleinen Tochter erneut mit den Konventionen und lässt sich scheiden, um frei für Lehmann zu sein.

Handwerklich gradlinig umgesetztes, historisch weitgehend akkurates Biopic um eine der Pionierinnen der Frauenbewegung, mit Hingabe verkörpert von Heike Makatsch.
Die Hoffnung soll sie nie aufgeben, rät der Vater auf dem Sterbebett, "Hope" habe er die Tochter nicht zuletzt deshalb genannt. Doch Hope Bridges Adams-Lehmann (Heike Makatsch) ist nicht jemand der hofft, sondern jemand der kämpft. Für ihre Überzeugungen, für Gerechtigkeit, für Gleichberechtigung und eine bessere Welt. Das war 1872 - hier setzt "Dr. Hope" ein - nicht selbstverständlich, waren damals Frauen den Männern noch Untertan und zahlreiche Berufstände ihnen verschlossen. Ärztinnen etwa durften sie nicht werden, denn "Frauen pflegen, Männer heilen". Das bekommt sie von Ludwig von Arnstetten (August Zirner), ihrem Widersacher fürs Leben, zu hören, als sie bei ihm an der Leipziger Universität vorspricht und bittet, das medizinische Staatsexamen ablegen zu dürfen.
Dieses Nein kann sie freilich nicht akzeptieren und so geht diese Pionierin der Frauenbewegung, die erste Frau, die in Deutschland als Medizinerin arbeitete in Martin Enlens historischem Zweiteiler unbeirrbar ihren Weg, legt das einengende Korsett nicht nur bildlich ab. Mit ihrem ersten Mann Otto Walther (Justus von Dohnányi) eröffnet die Gynäkologin zunächst eine Gemeinschaftspraxis in Frankfurt am Main, später, nach einer Tuberkuloseerkrankung, gründet sie im Schwarzwald ein Lungensanatorium und verliebt sich dort in ihren zweiten Ehemann, den kämpferischen Sozialdemokraten Carl Lehmann (Martin Feifel), dem sie nach München folgt, um dort gemeinsam mit ihm zu ordinieren.
Gradlinig haben die Autoren Christoph Callenberg, Torsten Dewi und Katrin Kaiser den Plot angelegt, chronologisch entspinnt sich die wechselvolle, stellenweise verkürzte Biografie der ungewöhnlichen Frau bis zu deren Tod 1916. Formal entsprechend geht Enlen vor: Schwarzblenden und Tafeln markieren Zeitsprünge, Ortswechsel werden mit Hilfe zeitgenössischer Schwarzweiß-"Postkarten" angekündigt, die mittels Überblendung zunächst Farbe annehmen und sich dann in Bewegung setzen. Aller Rest ist von Philipp Timme ("Ein Dorf schweigt") sauber und klar fotografierte Schaustellung der Titelheldin. Das hat zur logischen Folge, dass Makatsch, der man gerne zusieht, in jeder Szene präsent ist. Wobei die Tonalität wechselt - mal dominieren Heimatfilm-Gefühle, mal stehen die Zeichen auf Liebe und dann regiert wieder das Sozialdrama. Da spürt man vielleicht das Bemühen um ein breites Publikum - allein die bemerkenswerte Besetzung sollte dies aber garantieren. geh.
| Darsteller: | Heike Makatsch | als Dr. Hope Bridget Adams | |
|---|---|---|---|
| Justus von Dohnányi | als Otto Walther | ||
| Martin Feifel | als Carl Lehmann | ||
| Tatjana Blacher | als Ellen Bridges | ||
| Inka Friedrich | als Clara Zetkin, geb. Eissner | ||
| August Zirner | als Ludwig von Arnstetten | ||
| Oliver Breite | als Gregor Fernbach | ||
| Monika Baumgartner | als Barbara Helbing | ||
| Torben Liebrecht | als Friedrich von Arnstetten | ||
| Cécile Bagieu | als Dorothea | ||
| Franziska Schlattner | als Hebamme Irmlind | ||
| Philipp Sonntag | als Dr. Amann | ||
| Ernst Jacobi | als Richter in München | ||
| Martin Umbach | als Hopes Anwalt | ||
| Johannes Herrschmann | als Helbings Anwalt | ||
| Julia Heinze | als Lotte | ||
| Cornelia Saborowski | als Hebamme | ||
| Vera Lippisch | als Lisbeth Fernbach | ||
| Michael A. Grimm | als Dr. Hengge | ||
| Walter Hess | als William Bridges | ||
| Lilian Naumann | als Marianne Horn | ||
| Peter Weiß | als Justizbeamter | ||
| Gerd Lohmeyer | als Polizeibeamter München | ||
| Kyra Mladeck | als Kaiserin Augusta | ||
| Beate Jensen | als Frau Glubrecht | ||
| Carolin Fink | als Viktoria von Arnstetten | ||
| Erich Hallhuber sen. | als Dr. von Borscht | ||
| Ulrich Boris Pöppl | als Sekretär der Kaiserin | ||
| Kara McSorley | als Mara 1 | ||
| Lara Eder | als Mara 2 | ||
| Konstanze Proebster | als Agnes Brugger | ||
| Lilly Forgách | als kranke Frau | ||
| Michael Gempart | als Dr. Pierce | ||
| Doris Buchrucker | als Tante Trömel | ||
| David Zimmerschied | als Frieder | ||
| Christian Hoening | als Herr Brugger | ||
| Markus Kayl | als Burschenschaftler | ||
| Bettina Zech | als Kriegskrankenschwester | ||
| Robinson Reichel | als Max Horn | ||
| Lilly Schmieder | als Tochter Brugger | ||
| Regie: | Martin Enlen | ||
| Drehbuch: | Katrin Tempel | ||
| Torsten Dewi | |||
| Christoph Callenberg | |||
| Produzent: | Claudia Rittig | ||
| Ausf. Produzent: | Claudia Rittig | ||
| Kamera: | Philipp Timme | ||
| Schnitt: | Monika Abspacher | ||
| Musik: | Dieter Schleip | ||
| Produktionsdesign: | Su Proebster | ||
| Kostüme: | Maria Dimler | ||
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