
In der Eliteakademie von San Martino wird ein Kadett tot im Waschraum gefunden; offenbar war es Selbstmord. Als sich kurz drauf ein zweiter Nachwuchssoldat das Leben nimmt, glaubt Commissario Brunetti nicht an einen Zufall. Tatsächlich scheinen die Söhne einen Konflikt auszubaden, in den ihre Väter verwickelt sind: Ein unbequemer Politiker hatte vor Jahren einen Untersuchungsausschuss ins Leben gerufen, der sich mit Rüstungsgeschäften befassen sollte. Nachdem seine Frau bei einem angeblichen Jagdunfall schwer verletzt worden war, verschwanden die Ergebnisse in der Schublade.
Sigi Rothemund inszeniert auch diese Donna-Leon-Adaption gewohnt routiniert und unaufgeregt. Man merkt den Filmen an, dass sämtliche Beteiligte mehr anstreben als Fernsehen von der Stange. Andererseits kann auch Hauptdarsteller Uwe Kockisch nicht verhindern, dass die Romanverfilmungen mittlerweile selbst einem gewissen Muster gehorchen: Die im Auftrag der Degeto entstandenen Krimis haben mit ihren stereotypen Zwischenschnitten auf die Sehenswürdigkeiten Venedigs und den wenig einfallsreichen Einstellungen vom Ermittler-Duo, das sich per pedes oder zu Schiff seinen Weg durchs Gassen- und Kanalgewimmel bahnt, längst ein eigenes Brunetti-Schema geprägt.
Sehenswert ist "Verschwiegene Kanäle" trotzdem: weil Rothemund ein Darsteller-Regisseur der alten Schule ist. Stellvertretend für viele andere: die Leistung Udo Schenks. Der längst zum "Bösewicht vom Dienst" abgestempelte Mime gewinnt dem schurkischen Leiter der Militärakademie durch seine nuancierte Darstellung feine Züge ab, die deutlich über seine zuweilen schlicht klischeehaften Darstellungen (zuletzt etwa in "Crazy Partners", ProSieben) hinausgehen. Auch Walter Kreye profitiert als idealistischer Politiker und Vater des ersten Opfers enorm von Rothemunds Regie.
Einen krassen, aber reizvollen Gegensatz zu den gelegentlichen Gewalteinlagen, die angesichts der sonstigen Sanftheit dieser Filme fast schon drastisch wirken, bilden die vereinzelten Humoresken am Rande; selbst wenn auch sie zum Repertoire der Reihe gehören. tpg.
| Darsteller: | Uwe Kockisch | als Guido Brunetti | |
|---|---|---|---|
| Julia Jäger | als Paola Brunetti | ||
| Patrick Diemling | als Raffi Brunetti | ||
| Laura-Charlotte Syniawa | als Chiara Brunetti | ||
| Michael Degen | als Vice-Questore Patta | ||
| Karl Fischer | als Sergente Vianello | ||
| Annett Renneberg | als Signorina Elettra | ||
| Udo Schenk | als Colonello Toscano | ||
| Robert Gwisdek | als Kadett Belcredi | ||
| Antonio Wannek | als Kadett Enzo Filippi | ||
| Walter Kreye | als Fernando Moro | ||
| Adrian Topol | als Kadett Caprese | ||
| Dietmar Mössmer | als Alvise | ||
| Ueli Jäggi | als Dr. Aurino | ||
| Tatjana Blacher | als Isabella Moro | ||
| Alexander Held | als Marcello Filippi | ||
| Regie: | Sigi Rothemund | ||
| Drehbuch: | Marcus Leonhardt | ||
| Axel Witte | |||
| Renate Kampmann | |||
| Produzent: | Katharina M. Trebitsch | ||
| Buchvorlage: | Donna Leon | ||
| Kamera: | Dragan Rogulj | ||
| Schnitt: | Darius Simaifar | ||
| Produktionsdesign: | Stephanie Ernst | ||
| Kostüme: | Bettina Catharina Proske | ||
| Ton: | Christoph Köpf | ||
Deutscher Schauspieler. Populär wurde Uwe Kockisch als melancholischer Commissario Guido Brunetti, den er seit 2003 als Nachfolger von Joachim...
Julia Jäger galt früh als eine der großen Nachwuchshoffnungen des deutschen Films. Bereits mit 20 Jahren erhielt sie für ihr Kinodebüt in Maxim...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.