TV-Krimi nach Donna Leons gleichnamigem Roman. http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto16/08160051/b150x150.jpg Donna Leon: Blutige Steine

Filmdetails

Donna Leon: Blutige Steine

TV-Krimi nach Donna Leons gleichnamigem Roman.


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Kritik

Donna Leon: Blutige Steine

Bei aller Pracht: Wenn man näher hinschaut, ist Venedig verrottet. Die Fassaden sehen nur von weitem schön aus. Und noch schlimmer ist es dahinter. Ähnlich düster ist das Bild, das Donna Leon in ihren Romanen entwirft. Die deutschen Verfilmungen arbeiten, bildlich gesprochen, mit Weichzeichner. In der Geschichte "Blutige Steine" aber geht die Korruption bis ins Mark: Weil ein der Regierung nahe stehendes Konsortium mitten in einem afrikanischen Krisenherd Bodenschätze abbauen will, wird mit finsteren Methoden gearbeitet.

Davon hat Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) zunächst allerdings keine Ahnung, als er den scheinbar willkürlichen Mord an einem afrikanischen Straßenhändler aufklären will. Der einheimischen Geschäftswelt sind die Verkäufer, die billige Imitate teurer Markenprodukte anbieten, ein Dorn im Auge. Es ist allgemein bekannt, dass die Mafia die Afrikaner ins Land schleust und mit Ware versorgt. Doch dann entdeckt Brunetti in der Wohnung eines zweiten Afrikaners eine Handvoll Rohdiamanten. Als ihn der Mann überfällt, um die wertvollen Steine zurückzubekommen, wird er erschossen. Der Commissario findet heraus, dass er Anführer eines rebellischen Stammes ist, der sich gegen die Regierung auflehnt. Zu seiner Verblüffung wird er aber kurz drauf von seinem Chef Patta (Michael Degen) zurückgepfiffen: Das Innenministerium hat Hinweise darauf, dass sich in Italien eine afrikanische Terrorzelle gebildet hat. Brunetti wird der Fall entzogen, Leichen und Akten verschwinden spurlos. Der Commissario aber ermittelt weiter; Patta ist außer sich und verlangt sein Versetzungsgesuch.

Plätschern die Venedig-Krimis bisweilen harmlos vor sich hin, so ist "Blutige Steine" deutlich spannender, zumal Brunetti selbst zweimal nur knapp einem Anschlag entgeht. Außerdem darf der immer beherrschte Commissario endlich mal Emotionen zeigen. Der sonst zwar trottelige, aber im Grunde harmlose Patta entpuppt sich diesmal als unangenehmer Gegenspieler. Die Musik von Stefan Schulzki sorgt dafür, dass die ernste afrikanische Thematik permanent präsent bleibt. Gegengewicht sind zwei amüsante Seitenstränge, die sich durch den gesamten Film ziehen: Brunetti hat keine Ahnung, was er seiner Frau zum Geburtstag schenken soll, und manövriert sich mehrfach in peinliche Situationen. Noch hübscher sind die Versuche der entzückenden Elettra (Annett Renneberg), eine Maus zu fangen, was der wegen seines zahnenden Sohnes im Revier schlafende Vianello (Karl Fischer) immer wieder sabotiert, indem er den Käse aus den Fallen klaut. tpg.

Donna Leon: Blutige Steine

Darsteller:  Uwe Kockisch   als Guido Brunetti
  Julia Jäger   als Paola Brunetti
  Christel Peters   als Signora Brunetti
  Patrick Diemling   als Raffi Brunetti
  Laura-Charlotte Syniawa   als Chiara Brunetti
  Michael Degen   als Vice-Questore Patta
  Karl Fischer   als Sergente Vianello
  Annett Renneberg   als Signorina Elettra
  Helmut Zierl   als Floccari
  Ernest Allan Hausmann   als Nando Sovimba
  Nkechi Madubuko   als Zaina Sovimba
  Rosel Zech   als Prof. Franca Mariotti
  Gunnar Möller   als Claudio Stein
  Ueli Jäggi   als Dr. Aurino
  Dietmar Mössmer   als Alvise
  Ernst-Georg Schwill   als Sergente Rubini
 
Regie:  Sigi Rothemund  
Drehbuch:  Holger Joos  
Produzent:  Prof. Nico Hofmann  
Buchvorlage:  Donna Leon  
Kamera:  Dragan Rogulj  
Schnitt:  Darius Simaifar  
Musik:  Stefan Schulzki  
  André Rieu  
Produktionsdesign:  Stephanie Ernst  
Kostüme:  Bettina Catharina Proske  
Ton:  Christoph Köpf  

Star

Uwe Kockisch

Deutscher Schauspieler. Populär wurde Uwe Kockisch als melancholischer Commissario Guido Brunetti, den er seit 2003 als Nachfolger von Joachim...

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Julia Jäger

Julia Jäger galt früh als eine der großen Nachwuchshoffnungen des deutschen Films. Bereits mit 20 Jahren erhielt sie für ihr Kinodebüt in Maxim...

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