Bizarre Tragikomödie, die in den Wirren des Tschetschenienkriegs in einem von Soldaten eingenommenen Irrenhaus spielt. http://images.kino.de/flbilder/max03/bf03/bf26/b0326s03/b150x150.jpg Dom durakov - La maison de fous

Filmdetails

Dom durakov - La maison de fous

Bizarre Tragikomödie, die in den Wirren des Tschetschenienkriegs in einem von Soldaten eingenommenen Irrenhaus spielt.


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Inhalt

Als Soldaten im Tschetschenienkrieg eine psychiatrische Anstalt einnehmen, flieht die Belegschaft - und überlässt die Patienten den Besetzern, die sich in der Klinik einquartiert haben. Eine junge Patientin verliebt sich in einen der Soldaten und verlässt dafür ihren früheren Freund (Bryan Adams).


Kritik

Dom durakov - La maison de fous

Ein Heim für geistig Behinderte wird für einige Tage zum Kriegsschauplatz. Der Russe Andrei Konchalovsky bewegte am Lido mit einem Drama, bei dem man am Ende nicht weiß, wer verrückter ist, die normalen Soldaten oder die gestörten Insassen des "House of Fools". Das pralle Stück Kino erhielt in Venedig den Großen Preis der Jury.

Der Film spielt im wahrsten Sinne des Wortes in einem Irrenhaus nahe den Fronten im Tschetschenien Krieg 1996. Nachdem sich Arzt und Krankenschwestern aus dem Staub gemacht haben, bricht Chaos aus. Die Kranken müssen für sich selbst sorgen und eine Art Ordnung aufstellen. Am liebsten würden sie in die Freiheit fliehen, aber nahe Bombeneinschläge treiben sie wieder ins Haus. Im Mittelpunkt steht die wunderschöne Janna, unsterblich verliebt in Rocker Bryan Adams, der in ihrer Traumwelt sansoweich "Have you ever really loved a woman" singt. In diese eingebildete Idylle platzen tschetschenische Soldaten, von denen einer im Spaß behauptet, Janna heiraten zu wollen, was Adams "Verlobte" ganz schön durcheinanderbringt. Soll sie ihrem Barden untreu werden? Sie kann dem Reiz des Hochzeitskleides nicht widerstehen. Doch dann tauchen russische Truppen auf, das einzige was Janna der wilden Sodateska entgegensetzen kann, sind die Rhythmen ihrer Zieh-Harmonika. Laut und bunt ist Konchalovskys Werk, bei dem Schauspieler und geistig Behinderte gemeinsam vor der Kamera stehen. Dröhnend knallt er dem Zuschauer den Wahnwitz eines Krieges um die Ohren, den niemand versteht und in dem jeder gegen jeden kämpft. Zwischen allen Fronten stehen die Heim-Insassen mit ihren manchmal skurrilen Ideen zum Überleben. Immer wieder gelingt es ihnen, dem Tod durch Granaten und Mörser zu entkommen. Und wenn mitten im Getümmel Gaststar Bryan Adams säuselt, ist das eine herrliche Parodie auf den Gegensatz von heiler und realer Welt. Konchalovsky, der den Film mit französischem Geld realisierte, lässt trotz Blut und Tränen die Lebenslust triumphieren. Es wird gefeiert, gesoffen und gefressen wie in besten Zeiten, es gilt jede Sekunde zu genießen, wer weiß, ob es noch eine nächste gibt. Das Schwelgen im Pathos und der Wink mit dem politischen Zaunpfahl sind Programm - einst verteidigten die jetzigen Feinde gemeinsam in Afghanistan die Idee des Kommunismus. Im "House of Fools" treffen sie wieder aufeinander. Fazit: Die Welt, ein großes Irrenhaus. Eigentlich eine ziemlich präzise Aussage. mk.

Dom durakov - La maison de fous

Darsteller:  Julija Wisotskaja   als Janna
  Sultan Islamow   als Ahmed
  Stanislaw Warkki   als Ali
  Wladas Bagdonas   als Arzt
  Jewgeni Mironow   als Soldat
  Elena Fomina   als Lucy
  Marina Politseimako   als Viktoria
  Rasmi Djabraïlow   als Mahmud
  Wladimir Fedorow   als Karlo
  Anatolij Adoskin   als Fuko
  Georgj Owakimjan   als Goga
  Ruslan Naurbiew   als Hauptmann Vahid
  Bryan Adams   als Bryan Adams
 
Regie:  Andrej Kontschalowski  
Drehbuch:  Andrej Kontschalowski  
Produzent:  Andrej Kontschalowski  
  Felix Kleiman  
Kamera:  Sergei Koslow  
Schnitt:  Olga Grinschpun  
Musik:  Edward Artemiew  
Produktionsdesign:  Lubow Skorina  
Kostüme:  Swetlana Walter  
Ton:  Wladimir Orel  
  Eugenj Terechowskj  

Skandal um die Biennale in Venedig

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Das letzte Champagnerglas war noch nicht geleert, da verwandelte sich der große Triumph in einen handfesten Skandal: Der britische Regisseur Peter Mullan schildert in seinem "Magdalene Sisters" das Leiden junger Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim - und das derart kunstvoll und eindringlich, dass ihn die Jury der 59. Filmfestspiele in Venedig dafür mit dem Goldenen Löwen für den besten Film auszeichnete.

Doch im Vatikan gehen die Wächter der abendländischen Moral deswegen auf die Barrikaden: Der Film sei "historisch nicht korrekt". Die Jury der Biennale setze mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und riskiere den Status der gesamten Festspiele.

Mullan wies diese Drohung zurück: Nicht der Film sei ein Skandal, sondern das, was die katholische Kirche in Irland getan hat. Auch Festival-Direktor Moritz de Hadeln schloss sich Mullans Meinung an: Schon die Boxofficezahlen von "Magdalene Sisters" zeigten, dass das italienische Kinopublikum genauso denke.

Der Film stellt dar, wie ein katholisches Konvent auf die schiefe Bahn geratene Mädchen und Frauen mit höchst zweifelhaften Methoden "wieder auf den rechten Weg bringt."



Die wichtigsten Preisträger der 59. Biennale in Venedig:

Keine Auszeichnungen gab es für die deutschen Beiträge "Nackt" und "Führer Ex". Auch der US-Blockbuster "Road to Perdition" mit Tom Hanks und Paul Newman ging überraschend leer aus.

Star

Bryan Adams

Nicht nur mit dem nicht tot zu kriegenden "Summer Of '69" hat Bryan Adams Musikgeschichte geschrieben. Seit über 20 Jahren rockt der Junge mit...

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